Obstbau – Obstbaumschnitt

Warum schneiden?

Autor: Andreas Regner

"Mein Obstbaum trägt gut, obwohl er noch nie geschnitten wurde".

Diese Aussage kann stimmen. Einige Obstsorten haben ohne Schnittmassnahmen befriedigende Erträge. Dazu gehört vor allem die Quitte (Cydonia). Oftmals haben auch Pflaumen einen für den Privatgarten ausreichenden Fruchtbehang.

Denjenigen, die möglichst wenig Arbeit mit ihrem Garten haben wollen rate ich: Lasst die Finger vom Obstbaumschnitt – der Mehrertrag bzw. die Qualitätssteigerung, die ich durch Schnittmassnahmen erzielen kann, ist angesichts der vielen Tonnen Obst, die jede Saison in Schrebergärten usw. weggeworfen werden, nicht so von Bedeutung. Gegen den Obstbaumschnitt spricht auch ein ganz einfacher Grund: Gehölzschnitt und Obstbaumschnitt sind Facharbeiten, die umfangreiche Kenntnisse erfordern.

Ein ungeschnittener Baum ist auf jeden Fall besser als ein Baum, der falsch geschnitten wird (z.B. Verletzung des Astkragens oder zum falschen Zeitpunkt). Beispielsweise Kirschen oder Walnüsse können mit einem Schnitt im Frühjahr ins Jenseits befördert werden.
Also: Erst informieren – dann schneiden!
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Obst – Birnengitterrost

gefürchteter Pilz

Als Zwischenwirt fungieren einige Wacholderarten. Aber hier fangen die 'Probleme' schon an. Zum einen (wenns genau sein soll) ist eigentlich die Birne der Zwischenwirt und einige Wacholderarten, wie z.B. der Sadebaum, der Wirt. Gut, das ist vielleicht für die Praxis nicht so von Bedeutung. Es sind aber keineswegs alle Wacholderarten und -sorten (Zwischen)Wirt und nicht alle die es sind, funktionieren im Sinne des Pilzes wirklich gut. Und es mehren sich Beobachtungen, die darauf hindeuten, dass der Entwicklungszyklus des Birnengitterrostes nicht zwanghaft auf "den Wacholder" angewiesen ist. Heisst: Entweder gibt es noch andere (möglicherweise unbekannte) Wirte oder der Pilz kann auf diesen Entwicklungsschritt auch verzichten bzw. diesen in modifizierter Form auf der Birne selber durchführen.
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jauche – arten – brennessel

Bitte beachten Sie: Diese Seite ist Teil eines Diskussionsprozesses in de.rec.garten! Näheres dazu finden sie in der Rubrik Allgemeines zur Teildokumentation

Urtica dioica, Grosse Brennessel

Brennesseljauche:
Autor: Ralf Gutzki
Eine universell einsetzbare Düngejauche entsteht aus Brennesseln. Man füllt einfach Brennesseln locker in ein Gefäß, bis es dreiviertel voll ist und füllt es dann bis knapp unter den Rand mit Wasser auf. Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Gärung. Nach 14 Tagen – bei kühler Witterung etwas später – ist die Gärung abgeschlossen. Nun ist die Jauche gebrauchsfertig und kann verdünnt zum Angießen und Düngen aller Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen verwendet werden.
Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser); zur Stärkung und Kräftigung wöchentlich einmal alle Pflanzen mit einer Konzentration von 1:50 gießen. Zur Bodenverbesserung im Frühjahr kann die Brennesseljauche unverdünnt ausgebracht werden.

Kaltwasserauszug:
Autor: Lutz Bojasch
– Gegen Blattläuse, Milben, Blattchlorose: 1 Kilogramm frische Blätter und Stengel auf 10 Liter
Wasser. 12 Stunden stehen lassen. Nicht verdünnen; übergiessen.

Gemüse – Kohl

Kohl – Hund der Botanik

Autor: Gregor Dietrich

Keine Pflanzenart weist so unterschiedliche Zuchtformen auf wie der Kohl. Lediglich im Tierreich gibt es eine Entsprechung: den Hund.

Sehr vielseitig ist er, unser Garten-Kohl, obwohl seine Kulturgeschichte vergleichsweise kurz ist. Hätten wir Europäer ihn früher entdeckt, könnten wir wie fast alle anderen Menschen keine Süßmilch trinken, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Damit hätten wir uns aber die helle Hautfarbe mit dem dazugehörigen erhöhten Krebsrisiko erspart. Was das soll, fragen Sie? Also der Reihe nach:

Wintergemüse und die Besiedelung des Nordens

Die Gattung Kohl (Brassica) ist mit vielen Arten in den gemäßigten Breiten der Alten Welt beheimatet. Alle Arten sind verwendbar, aber nicht alle wurden und werden genutzt. Als die Frühmenschen nach Norden wanderten, hatten sie ein Problem: die Kalziumversorgung. Grüne Pflanzen und Fisch, die in den Tropen bis heute Grundnahrungsmittel sind, enthalten genug davon. Mit der Besiedelung der Binnenländer des Nordens ergab sich ein Problem: Fisch ist nur beschränkt, grüne Pflanzen sind im Winter kaum verfügbar. Die Strategien, die daraus resultierten, sind vielfältig. In Asien entdeckte man früh die Gattung Brassica und andere Gemüse als auch im Winter genügend Kalzium liefernde Nahrungsmittel. Die Vielfalt der genutzten Arten ist groß. Weiter im Norden entwickelten sich Fischfangkulturen, wie die nach Nordamerika eingewanderten Inuit, was in der Sprache der ihnen benachbarten Stämme Mensch bedeutet- die wir mit dem Schimpfwort Eskimo bezeichnen. In Europa jedoch fehlten nutzbare Pflanzen oder wurden übersehen. Jagd und Viehzucht waren nötig, um das Land zu erschließen. Die einzige ausreichende Calziumquelle war Milch. Das birgt aber Probleme: Milchzucker (Lactose) ist für erwachsene Menschen unverdaulich. Es war also nötig auch als Erwachsene das Abbauenzym Lactase zu produzieren. Zum Glück gibt es immer wieder Veränderung im menschlichen Erbgut, die sogenannten Mutationen. Zu den häufigeren (häufige Mutationen betreffen noch immer nur einen Menschen unter mehreren zehntausend) zählt die Lactaseproduktion bei Erwachsenen. Diese Mutanten konnten somit die Calziumquelle Milch besser nutzen und hatten die größten Chancen Europa zu besiedeln. Daher setzten sie sich setzten wir uns in diesem Gebiet auch durch.
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