
Spielerei?
Landschaftskunst?
Tot-Holz-Brücke weiterlesen
Kategorie: Kunst
Kunst. Freie und bildende Kunst.
Hermann Allmers: Spätherbst
Hermann Allmers (1821-1902)
Spätherbst
Der graue Nebel tropft so still
Herab auf Feld und Wald und Heide,
Als ob der Himmel weinen will
In übergroßem Leide.
Hermann Allmers: Spätherbst weiterlesen
Georg Heym: Der Gott der Stadt
Georg Heym (1887-1912)
Der Gott der Stadt
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Georg Heym: Der Gott der Stadt weiterlesen
Annette von Droste-Hülshoff: Die Taxuswand
Annette von Droste-Hülshoff
Die Taxuswand
Ich stehe gern vor dir,
Du Fläche schwarz und rauh,
Du schartiges Visier
Vor meines Liebsten Brau,
Gern mag ich vor dir stehen,
Wie vor grundiertem Tuch,
Und drüber gleiten sehen
Den bleichen Krönungszug;
Annette von Droste-Hülshoff: Die Taxuswand weiterlesen
Joachim Ringelnatz: Die Ameisen
Joachim Ringelnatz
Die Ameisen
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.
Paula Dehmel: Ich bin der Juli
Paula Dehmel (1862-1918)
Ich bin der Juli
Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.
Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?
Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,
die Ähren sind zum Bersten voll;
reif sind die Beeren, die blauen und roten,
saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.
So habe ich ziemlich wenig zu tun,
darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.
Duftender Lindenbaum,
rausche den Sommertraum!
Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?
Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.
Christian Morgenstern: Glück ist wie Blütenduft
Christian Morgenstern
Glück ist wie Blütenduft
Glück ist wie Blütenduft,
der dir vorüberfliegt…
Du ahnest dunkel Ungeheures,
dem keine Worte dienen –
schließest die Augen,
wirfst das Haupt zurück – –
und, ach!
vorüber ist’s.