Tiere – Hornissen

Hornissen

Autor: Frank Hornig

Die Hornisse (Vespa crabro) ist die größte heimische Wespenart (Arbeiterinnen bis 3 cm, Königinnen bis 4 cm) . Sie gehört zu den sozialen (staatenbildenden) Faltenwespen. Die Staaten und somit auch die Nester sind einjährig. Ein Hornissenvolk besteht von Mai/Juni bis Oktober/November. Das Volk stirbt im Herbst, einzig die Jungköniginnen suchen sich ein Versteck zum Überwintern und versuchen im nächsten Jahr, ein neues Volk zu gründen. Ein vorhandenes Nest wird im folgenden Jahr nicht wieder bezogen. Ein Volk kann je nach Witterung und Region aus 100 bis 700 Individuen bestehen.

Hornissen sind weitaus harmloser als ihr Ruf.
Ihr Stich ist nicht gefährlicher als ein Bienen-, Wespen- oder Hummelstich. Selbst Ratten können bis zu 60 Stiche überleben. Außerdem sind Hornissen ausgesprochen friedliche Insekten. Einzelne Hornissen fliehen normalerweise bei jeder Bedrohung. Insbesondere die jungen Königinnen sind sehr scheu, da ihr Tod, den Verlust eines ganzen potentiellen Volkes nach sich zöge. Lediglich im engeren Nestumfeld (3-4 Meter) sollte man sich vorsichtig bewegen. Dort sollten größere Erschütterungen, hektische Bewegungen, ein längeres Verstellen der direkten Flugbahn, Mähen mit dem Motormäher etc. vermieden werden. Auch sollte man die Tiere nicht Anatmen. Der Bereich um das Nest kann in einem Garten z.B. mit Flatterband abgesperrt werden. Wer sich an die Vorsichtsmaßnahmen hält, kann sich aber auch im direkten Nestbereich vorsichtig bewegen und dort interessante Beobachtungen machen. Die Verteidigungsbereitschaft eines Volkes nimmt erst mit steigender Individuenzahl langsam zu. Im August ist ein Volk also u.U. reizbarer als im Juni. Auch bei schwülem Wetter kurz vor Gewittern kann ein Volk etwas aggressiver reagieren als im Normalfall.

Ansonsten lassen sich Hornissen in der Natur und auch im eigenen Garten sehr schön und völlig ungefährlich beobachten. Rückt man ihnen bei einer solchen Beobachtung zu nah auf den Leib, dann fliegen sie einfach weg. Ich habe in unseren Garten sehr interessante Jagdszenen beobachten können und bin so zum Hornissenschutz gekommen. Auf Doldenblüten oder am Wein (Herbst) lässt sich sehr schön beobachten wie Hornissen Jagd auf Schwebfliegen, Bienen oder Wespen machen. Dabei fliegt die Hornisse z.B. die Blüten von Stauden ab, sucht sich eine Wildbiene, packt diese, und trennt ihr – kopfüber an der Blüte hängend – Flügel, Beine, Kopf und Hinterleib ab. Dann öffnet sie den Chitinpanzer des Bruststücks und zerkaut die proteinhaltige Flugmuskulatur. Damit fliegt sie dann zum Nest und füttert die Larven. Ein großes Hornissenvolk kann an einem Tag bis zu ein Pfund Insekten erbeuten. Das ist in etwa soviel wie drei Meisenpaare erbeuten können. Es wurde schon beobachtet wie Hornissen Spinnen, Libellen und sogar Maikäfer erbeutet haben.

Hornissenschutz
Hornissen stehen seit 1984 auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und werden als „regional gefährdet“ eingestuft. Bei uns in der Region Braunschweig und im südlichen Niedersachsen scheint sich ihr Bestand nach einem Tiefststand Mitte der achtziger Jahre wieder erholt zu haben. Hornissen stehen seit 1987 unter Naturschutz. Sie dürfen nicht getötet werden und selbst eine Umsiedlung bedarf einer Genehmigung durch die Naturschutzbehörde.
Wodurch sind Hornissen gefährdet?
Der wichtigste Grund ist – wie so oft – die Zerstörung ihres Lebensraumes: Alte Laubbaumbestände, hohle Bäume etc. wurde jahrelang aus deplaziertem Ordnungssinn oder wirtschaftlichen Interessen abgeholzt. Monokulturen aus Nadelbäumen wurden angelegt. Erst jetzt ist ein Umdenken in der (öffentlichen) Forstwirtschaft feststellbar.
Auch Streuobstwiesen mit alten Hochstammsorten wurden mehr und mehr verdrängt. Sie waren nicht mehr rentabel. Mit all diesen Bäumen verloren die Hornissen oftmals ihre natürlichen Nistmöglichkeiten. Aus diesem Grund werden Hornissenkästen in geeigneten Biotopen (z.B. auch großen Gärten) angebracht.
Zudem gab und gibt es immer noch die Horrormärchen, über die vermeintlich so gefährlichen Hornissen, die angeblich mit drei Stichen ein Pferd töten können. Das hat dazu geführt das Hornissen früher häufig gnadenlos mit Gift oder Feuer getötet wurden. Vereinzelt geschieht das noch heute, obwohl es mit einer hohen Geldstrafe geahndet werden kann. Die Aufklärung der Bevölkerung bleibt daher weiterhin wichtig, da leider immer noch viel Unkenntnis oder Unverständnis in Bezug auf diese imposanten Großinsekten vorherrscht.

Weiterführende Informationen gibt es im Internet unter:
Hornissenschutz Braunschweig
Hornissenschutz Münster
www.hymenoptera.de

Seltene Hautflügler mögen schöne Pflanzen

Autor: Andreas RegnerAuch auf kleinsten Flächen kann etwas für Natur und Umwelt getan werden. Beispiel: Wildbienen.

Wildbienen-Nisthilfe aus Holz im Neuen Botanischen Garten Kiel. Foto: A.Regner.
In Deutschland gibt es ungefähr 500 Arten, von denen fast die Hälfte gefährdet oder vom Aussterben bedroht ist.

Ihre Lebensbedingungen unterscheiden sich erheblich von denen der bekannten Honigbiene. Sie leben alleine (=Solitärbienen) und bauen Brutröhren in Holz, Schilf, Sand und anderen Materialien.
Insektennisthilfen und einige wenige Pflanzen können bei der Ansiedlung von Wildbienen fast „Wunder“ bewirken. Nistkästen für Wildbienen sind leicht zu fertigen. Eine stärkere Scheibe eines Laubgehölzes wird mit dem Bohrer bearbeitet. Probieren Sie Ihr Bohrsortiment durch mit dem Schwerpunkt auf kleinen Duchmessern. Die Bohrungen sollten eine wasserabführende Neigung aufweisen oder Sie hängen den gesamten Nistkasten entsprechend schräg.
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Lebendes Klassenzimmer

Projektidee: Mit Weiden ein lebendes Klassenzimmer bauen

Autor: Andreas Regner

Das Prinzip ist denkbar einfach: Weidenstämme werden in z.B. ovaler Form einen halben Meter tief in die Erde geplanzt. Das Besondere: Die Stämme haben keine Wurzeln und keine Zweige. Zur Zeit der Vegetationsruhe (Spätherbst/Winter) werden Weidenruten und Stämme z.B. der Silber-Weide (Salix alba) oder von S. daphnoides (Reif-Weide) geschnitten und möglichst zügig gepflanzt bzw. gesteckt, ähnlich wie bei der Stecklingsvermehrung. Nur, dass unsere ‚Stecklinge‘ schon einige Meter hoch sind: Sie werden Wurzeln schlagen und austreiben. Diese Austriebe können dann von Schülern und Schülerinnen verflochten werden. Mit der Zeit entsteht ein Geflecht, das auch widriger Witterung trotzt und als Klassenraum im Freien genutzt werden kann.
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Kinder – Jahreszeitenblick

Gärten für Kinder

Autor: Andreas Regner

Be-greifen kommt von greifen.
In einem zwangfreien Kennenlernen / Erleben von Natur besteht der erste Schritt für tiefergehendes Verständnis und Einsatz für die Natur. Für dieses Kennenlernen gibt es keine Altersgrenzen (je früher desto besser). Dabei sollte die Vermittlung von ‚Wissen‘ den Kindern/Jugendlichen angepasst erfolgen: Kinder brauchen direkte Bezüge. Beispielhaft kann ein Wegerichblatt sein: zerkaut oder unzerkaut ist es (Wunder)mittel gegen kleinere äußere Verletzungen jeglicher Art: Du musst es nur finden und auflegen.

Plantago major als Wundheilungsmittel hilft bei Majas kleiner Handverletzung. Foto: A.Regner.
Mit der Natur zu leben erfordert die Berücksichtigung des natürlichen Jahreszeitenwechsels – dazu soll der Jahreszeitenblick eine Anregung geben (und ist in Bezug auf die angegeben Zeiträume nur beispielhaft zu verstehen – der Witterungsverlauf ist verschieden und dementsprechend auch die Vegetationsentwicklung und die mit ihr verbundenen Arbeits- und Beobachtungsmöglichkeiten).
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Tiere – Schwebfliegen

Schwebfliegen

Autor: Martin Beckers

Schwebfliegen, wissenschaftlich: Syrphidae, gehören wie die Mücken und Fliegen zu den Zweiflüglern in der große Klasse der Insekten.
Sie verdanken Ihren Namen von der Fähigkeit in der Luft still zustehen. Bei kleinsten Störungen schießen sie blitzschnell zur Seite davon.
Es sind Blütenbesucher, die als Nahrung Nektar und Pollen benötigen.Sie sind nicht auf bestimmte Blüten spezialisiert. Die Nahrung sollte leicht zugänglich sein. Die Tiere haben nur einen kurzen Rüssel. Blüten die dafür entsprechende Eigenschaften haben finden sich in den Familien der Doldenblütler, Korbblütler oder der Hahnenfußgewächse. Am typischsten finden wir sie auf den Schirmblüten der Doldenblütler. Bei gutem Wetter sitzen dort verschiedene Arten zu einem bunten Stelldichein.

Der Körperbau der adulten Tiere gliedert sich wie bei allen Insekten in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). An der Seite des Kopfes befinden sich große Facettenaugen. Bei den Männchen stoßen diese auf dem Scheitel zusammen, bei den Weibchen ist dort eine Trennung. Die dreigliederiegen Fühler sind mit einer Fühlerborste versehen. Die Brust besteht aus drei Segmenten, mit insgesamt drei Beinpaaren und einem Flügelpaar. Der Hinterleib besteht aus vier Segmenten. Form und Farbe sind wichtige Bestimmungsmerkmale.

Über das Larvenstadium ist recht wenig bekannt. Einige Arten haben sogenannte Rattenschwanzlarven, dicke Maden mit langem Atemsiphon am Abdomen. Sie leben im Mulm stehender Kleinstgewässer. Andere sind fleischfressend, ernähren sich beispielsweise von Blattläusen. Eine dritte Gruppe hat sich auf verrottetes Holz spezialisiert und letzlich gibt es noch Pflanzenparasiten.
Für den Mitteleuropäischen Raum sind ca. 400 Arten bekannt. Die häufigsten Vertreter sind etwa 1 cm groß und mit einem schwarzgelbgebänderten Hinterleib. Es gibt Arten, die nicht an besondere Standorte gebunden sind, eurytope Arten. Sie bevorzugen normalerweise offenes Gelände. Arten, die einen speziellen Lebensraum (Wald, Ufer, Moore, Gebirge, Trockengebiete oder Küsten) brauchen, werden stenotop bezeichnet.

Die häufig verbreiteten Arten, ohne spezielle Ansprüche (eurytope Arten) bevorzugen in der Regel die offene Landschaft. In dieser Gruppe finden sich blattlausfressende und saprophage (unspezifische) Arten. Waldarten treten im Wald und auch in seiner unmittelbaren Nähe auf, ebenso in Knicks, Gärten und Parks. In offenen Habitaten sowie in Fichtenmonokulturen treten sie seltener auf. Die übewrwiegende Zahl der Arten ist blattlausfressend oder lebt vom Totholz. Hier gleich ein Hinweis: Totes Holz ist nicht tot. Vielerlei Getier lebt davon.
Syrphidenarten, die hauptsächlich in der Nähe von Gewässern leben trifft man auch auf feuchten Wiesen, oder Mooren an. Häufig sind die Larven dieser Arten wasserbewohnent. Hier finden sich auch Spezies, die dem Menschen folgen: zu seinen Gärten, Teichen und Schmutzwassertümpeln.Typisches Beispiel für die letzte ist Eriostalis tenax, die Mistbiene.
Einige Arten haben sich auf Standorte spezialisiert. Trockengebiete, Meeresküsten oder Gebirge haben ihre Arten. Je spezialisierter sie sind desto genauer ist ihr ökologischer Zeigerwert. Ein Schutz spezieller Arten ist nur durch den Schutz ihrer Lebensräume möglich. Wälder sollten strukturiert sein, weg vom Nadelforst hin zum Mischwald, Erhalt und Schaffung von Feuchtgebieten.

Wie kann man sich mit Schwebfliegen beschäftigen? An einem sonnigen Sommertag nähern wir uns einer Doldenblüte, vom Fenchel oder vieleicht vom Bärenklau. Schon sehen wir die schwarzgelb gezeichneten Hinterleibe der Flugartisten. Hier nehmen sie Nahrung auf, findet Balz statt oder werden Eier abgelegt. Der neugieriggewordene Insektenfreund beginnt mit weiteren Beobachtungen. Er möchte mehr wissen: welche Arten sehe ich hier gerade? Dazu benötigt er zwei Sachen ein Fanggerät und einen Bestimmungsschlüssel.
Für den Fang benötigt man ein Insektennetz. Andere bevorzugen eine durchsichtige Plastiktüte, die über die Schwebfliegen gestülpt werden. Das Material wird von den Tieren kaum wahrgenommen,die Tiere lassen sich gut betrachten und es ist sehr preisgünstig. Falls der Fang in die Hand genommen werden muß zwecks Bestimmung halten wir die Fliege an einem Flügel, mehreren Beinen oder der Brust.

Blüten und ihre Bestäuber

Autor: Gregor Dietrich

Wenn wir in Natur und Garten die Blumen betrachten, denken wir meist an Bienen als Bestäuber. Windbestäubung ist manchen geläufig. Aber auch Wasser, Säugetiere, Vögel, Reptilien und eine große Palette an Insektengruppen bestäuben unsere Pflanzen. Wer sie bestäubt, das verraten ihre Blüten, auch ohne dass wir die Tiere oder Naturgewalten dabei beobachten – was bei den Exoten oft garnicht möglich ist. So wollen wir die wichtigsten beschreiben.

Im Hochsommer, stehen die Blumenkistchen und Pflanzkübel mit ihren exotischen Gewächsen in voller Blüte. Wir finden hier eine große Vielfalt an Blütenformen- und Farben, doch vergleichsweise wenige Bienen. Dagegen summt und brummt es an winterharten Stauden. Was ist der Grund?
Wir sind gewohnt, dass unsere Blumen von Bienen angeflogen werden. Doch schon in der heimischen Flora sind Fliegen, Käfer und Schmetterlinge genauso bedeutsam. In den Tropen kommen noch andere Tiere dazu, die hier fehlen.
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Weidennutzung

Autor: Martin Beckers

Allgemeines

Die Gattung der Weiden (Salix) umfasst ca 300 Arten. Sie gehören neben Pappeln (Populus) und Chosenia zur Familie des Salicaceae.
Es sind Laubgehölze mit weichem Holz, zweihäusigen Blüten, die in Kätzchen angeordnet sind, ungeteilten sommergrüenen Blättern, gute Kreuzungsfähigkeit innerhalb der Gattung, Flachwurzler, meistens licht- und wasserliebend, Pioniercharakter (Ausbreitung der Saat anemochor durch Fluganhängsel, Flugentfernung bis 50 km) und eine vegetative Verbreitung durch gute Bewurzelungsfähigkeit der Triebe. Die Gattung ist auf der nördlichen Halbkugel verbreitet, vom Flußtälern bis Hochgebirgslagen.
Der Name Weide stammt vom mittelhochdeutschen Wort wida ab. Dieses wiederum geht auf das lateinische vitis = Rebe, Ranke zurück. Die Bezeichnung Salix stammt vom altindischen Salilam = Fluß ab.
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