Marie von Ebner-Eschenbach: Sommermorgen

Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Sommermorgen

Auf Bergeshöhen schneebedeckt,
Auf grünen Hügeln weitgestreckt
Erglänzt die Morgensonne;
Die tauerfrischten Zweige hebt
Der junge Buchenwald und bebt
Und bebt in Daseinswonne.
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Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest | Die Heimkehr

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Die Heimkehr

Vielleicht, daß mich der schlanke Schaft der Birke trug?!
Nun wurzelt Fuß ins Wurzelwerk der Brombeerranken.
Auf blauem Teiche meines Blicks: Libellenflug,
Gräser im Südwind meines Atems wanken
Und das in sanften Wogen wehend fließt:
Kornfeld des blonden Haares, erdgeneigt.
Ein Käfertraum an Fingerstengeln sprießt,
Grille, die aus umlaubter Achselhöhle geigt –
Oh, ich ward Tiefe, Weite und der Wald,
Der müdverhängter Wimper grün entdämmert,
Und lausche: wie der kleine Specht, mein Herz,
Aus fernem Hügel sacht herüberhämmert.

Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest. Gedichte.

(Verlinkte chronologische Liste aller Gedichte des Lyrik-Bandes)
Pasing bei München, Bachmair 1922. 43 S.
Die Gedichte entstanden von 1918 bis 1920.

Rasengitterstein als Lebensraum

Rasengittersteine und Bruchstücke  als Lebensraum für Insekten, Spinnen...
Rasengittersteine und Bruchstücke als Lebensraum für Insekten, Spinnen…
Beschädigte Rasengittersteine und Bruchstücke von ihnen sind in diese Beetfläche als Lebensraum für Insekten, Spinnen,… integriert. Anstatt die Betonsteine zu entsorgen wurden sie teilverfüllt mit verschiedenen Substraten. Der Standort unter einem Dachüberstand des Wohnhauses gewährleistet einen extrem trockenen Standort. Damit ist z.B. eine sehr große Sicherheit für Brutröhren gewährleistet.
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Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Nachdichtungen | Blaise Cendrars | Sequenzen

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
veröffentlicht in: Gesammelte Dichtungen. Mit 2 Photographien von Mary Hausner. Pasing bei München, Bachmair 1932. 199 S. Gesamtauflage 800 Exemplare.

Nachdichtungen

Blaise Cendrars

Sequenzen

I.

             „Asperges me, Domine, hyssopo . . . “
             Ps. L.

Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt,
Ihre Vergangenheit löste sie wie ihr Haar.
Ein nie erfahrner Duft bestürzte ihre Augen;
Und dennoch wagten ihre Hände nicht zu mir.
Ihr Leib rief hingebettet preisgegeben mir,
Gedämpft ein dunkelfließender Akkord in Moll,
Von Liebe rot bespült im Purpur ihrer Lippen,
Und dennoch wagten meine Hände nicht zu ihr.
Des Sehnsuchtsbleichen, meine Hände wagten nicht
Zu brechen ohne Furcht der Liebe düstern Mohn,
Gebrannt in die Vergangenheit wie in ihr Haar . . .
– Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt.
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Maria Luise Weissmann: Robinson | Robinson findet sich am Strand der Insel

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Robinson

Robinson findet sich am Strand der Insel

Und dies war alles, was er fand, erwacht:
Es lag ein Leib, voll Schmerz, an einem Strand.
Hin floß ein Meer in hyazinthne Nacht,
Aufbrach in Blau ein unergründlich Land.
Der Wind lief schnell, die spitzen Möwen stießen
Auf Beute rings, und heisre Affen schrien.
Die roten riesenhaften Falter ließen
Klirrende Flügel streifen über ihn,
Er lag, ein Leib voll Schmerz, gehüllt in Feuer,
Er hob die Hand in Liebe über sich
– Getös der Welt ringsum scholl ungeheuer –
Er sagte streng, begrenzend, wissend:
                ICH.
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Maria Luise Weissmann: Imago. Ausgewählte Gedichte. (1922-1929 | 1946)

Maria Luise Weissmann: Imago. Ausgewählte Gedichte.
Hrsg. mit einem Nachwort von Heinrich F.S. Bachmair, Starnberg.
Bachmair, Starnberg 1946 (1929). 108 S.
Aus dem Nachlass, entstanden 1922-1929, Erstdruck in: Gesammelte Dichtungen.

Imago

Kurzbiografie von Heinrich F. S. Bachmair

in: Imago. Ausgewählte Gedichte

Maria Luise Weissmann wurde am 20. August 1899 als älteste Tochter des Gymnasialprofessors, späteren Oberstudienrats Dr. Karl Weissmann und seiner Gattin Klara geb. Ernst zu Schweinfurt am Main geboren. Als sie zehn Jahre alt war, wurde ihr Vater nach Hof in Oberfranken versetzt. Im Hause ihrer Eltern hat sie eine fleißige, schöne und früh auf die geistigen Dinge gerichtete Jugend erlebt. Entscheidend für ihren weiteren Weg wurde dann Nürnberg, wohin ihre Eltern während des Krieges übersiedelten. 1918 trat sie mit ihren ersten Versuchen hervor, zumeist im „Fränkischen Kurier“ (auch unter dem Pseudonym M. Wels). In dem damals sehr regen Literarischen Bund betätigte sie sich als Sekretärin, bis zu einem längeren Aufenthalt in München, wo sie 1919/20 im Verlag Oskar Schloss und der ihm nahestehenden Gesellschaft für Buddhistisches Leben arbeitete. – Am 3. Juni 1922 verheiratete sie sich mit dem Herausgeber dieses Buches, mit dem sie nun abwechselnd in Pasing, Dresden und München lebte. Anfang November 1929 erkrankte die Dichterin plötzlich an einer schweren Angina, die eine tödliche Sepsis zur Folge hatte. Am 7. November, Mittags ein Uhr, hörte ihr zartes Herz zu schlagen auf.
Maria Luise Weissmanns Asche ruht im Münchner Waldfriedhof, dessen Melancholie, vereint mit kindlicher Heiterkeit, dem Wesen der Verewigten sosehr gemäß ist.

Quellen- und Rechtehinweis

Die hier gespiegelten Texte von Maria Luise Weissmann stammen aus der Sammlung von Dirk Schröder, Metzingen: hor.de. Alle dort gesammelten Gedichte und anderen Texte sind gemeinfrei und unterliegen nicht dem Urheberrecht.

Cornus mas L., Kornelkirsche – Vollblüte

Cornus mas L., Kornelkirsche - Vollblüte
Kornelkirsche, Cornus mas L. – Vollblüte
Das Foto zeigt die Vollblüte der Kornelkirsche, Cornus mas L..

Der oftmals großstrauchartig wachsende Kleinbaum beginnt mit der schwach duftenden Blüte im Februar, das Blühende ist im April.
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