Auguste Kurs
(1815-1892)
Vogel im Käfig
Möchte das Vöglein so gerne sich schwingen
Auf zu des Aethers sonnigem Blau,
Ließe so gern seine Lieder erklingen
Über der blühenden, duftenden Au.
Auguste Kurs: Vogel im Käfig weiterlesen
Auguste Kurs
(1815-1892)
Vogel im Käfig
Möchte das Vöglein so gerne sich schwingen
Auf zu des Aethers sonnigem Blau,
Ließe so gern seine Lieder erklingen
Über der blühenden, duftenden Au.
Auguste Kurs: Vogel im Käfig weiterlesen
Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen
Dirnenlied
Einst war ich der Tag –
als ich blütenumlacht
im Mädchentraum lag –
nun bin ich die Nacht.
Margarete Beutler: Dirnenlied weiterlesen
Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
Der wandernde Stab
Ahasvers war ich einst,
Tannhäusers auch.
Ich grünte und ich schlug
Wurzeln einmal und wuchs und wurde Strauch.
Maria Luise Weissmann: Imago | Der wandernde Stab weiterlesen
Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
Das frühe Fest
Du bist die silberne Weide am Bach.
Schatten der Wolke Du schwimmend.
Du gehst über die mondenen Wege.
Die Städte-Straßen kennen Dich.
Tiere spürten Deiner Fährte all.
Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest | Das frühe Fest weiterlesen
Peter Hille
(* 11. September 1854 in Erwitzen bis † 7. Mai 1904 in Groß-Lichterfelde)
Baum
In den Himmel greifen und wachsen,
Erde ziehen und schwellend fühlen
Treue Bitternis
Saftatmenden Bodens.
Emmy Hennings
(* 17. Januar 1885 in Flensburg; † 10. August 1948 in Sorengo)
Budapest im Mai
O! Ihr holden Maiennächte!
Tanzen, singen, süße Geigen!
Wird dies sein mein letzter Reigen?
O! Wer mir die Wahrheit brächte!
O! Wie wir im Auto beben,
die Allee voll Fliederduft.
Blindes Haar weht in der Luft
Und so trinke ich das Leben
Hier im Mai in Budapest.
Autofahrt im Maienmorgen,
ganz berauscht und ohne Sorgen.
So genieße ich den Rest.
Paul Zech
(* 19. Februar 1881 † 7. September 1946)
Mai-Nacht
Noch klappen Paternoster. Fensterfronten schreiten
weiß wie Flamingos in den Lampenozean.
Versandet aber liegen Ufer, Kran bei Kran,
aus den Kanälen wachsen Mauern von drei Seiten.
Paul Zech: Mai-Nacht weiterlesen