Maria Luise Weissmann: Gartennovelle

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Maria Luise Weissmann: Gartennovelle. Eine Dichtung. Söcking, Bachmair 1949. 35 S. Gesamtauflage 1.500 Exemplare.

Gartennovelle

I.

Nicht, daß der Name Veronika so sehr der Bläue ihres Blicks gegolten hätte, obgleich es jeder glauben mußte, der sie sah. Die Mutter hatte sie so genannt, erlöschend nach dem schweren Kampf der Geburt, lächelnd in einer Erinnerung, wie sie den Sterbenden zusammenströmt aus Kindheit und ihrem frühen Himmel: einem blassen Vorfrühlingshimmel droben im Norden, wo Deutschland lag. Der Garten, in dem Veronika zurückblieb, stieg als letzte Stufe des großen Gebirgs zur Ebene hinab. Er stieg hinab in einen sanften und blassen See der südlichen Ebene und dann, von seiner Tiefe gespiegelt, wieder aus ihm empor in einem ewig schwebenden Gleichgewicht.
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Maria Luise Weissmann: Imago | Kakteen

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Kakteen

Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,
Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,
In einer rätselhaft verbißnen Fron
Der Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze,

Sie gleichen Birnen, mißgebornen Köpfen,
Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:
Verfeindet so dem Außen, daß in Schöpfen
Stacheln aufstehn um sie wie eine Wand,

Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,
Prophet und Gott, ihr selbstbeseßnes Ich,
Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,
Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich.
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Georg Herwegh: Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein

Georg Herwegh
(* 31. Mai 1817 in Stuttgart bis † 7. April 1875 in Lichtental)

Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein

              You are many, they are few.
              (Eurer sind viele, ihrer sind wenige.)

Bet und arbeit! ruft die Welt,
Bete kurz! denn Zeit ist Geld.
An die Türe pocht die Not –
Bete kurz! denn Zeit ist Brot.
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Trockenmauer aus Gehwegplattenbruch

Trockenmauer aus Betonbruch - Bauphase
Trockenmauer aus Betonbruch – Bauphase
Trockenmauer aus Betonbruch in einem Privatgarten in Kiel (Bauphase). Hinterfüllt ist die Mauer ebenfalls zum großen Teil mit Betonbruch (v.a. aus Gehwegplatten), der bewusst großfugig verfüllt wurde.
So entstand ein sehr trockener und nährstoffarmer Lebensraum, der hier u.a. von Erdkröten schon während der Bauphase angenommen wurde.
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Stiftung Naturschutz: 40.000 Hektar Hoffnung für Schleswig-Holsteins Artenvielfalt

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
40.000 Hektar Hoffnung für Schleswig-Holsteins Artenvielfalt

Anlässlich des „Internationalen Tages der Artenvielfalt“ am 22. Mai 2026 zieht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstien eine hoffnungsvolle Bilanz.

Wenn seltene Küstenvögel wieder sicher brüten, Frösche, Kröten und Unken neue Lebensräume und Teiche erobern und seltene Heidearten zurückkehren, dann zeigt sich: Naturschutz wirkt. Rund 40.000 Hektar Stiftungsland der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten an Küsten, auf wilden Wiesen, in Mooren und Wäldern wichtige Rückzugsräume. Zum „Internationalen Tag der Artenvielfalt“ am 22. Mai 2026 zieht die Landesstiftung eine hoffnungsvolle Bilanz. „Artenvielfalt entsteht nicht zufällig. Sie braucht Platz, Entwicklungsmöglichkeiten, Schutz und oft ganz konkrete Hilfe. Genau dafür setzen wir uns im Stiftungsland Tag für Tag ein“, sagt Ute Ojowski, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Viele Arten kehren zurück, wenn Lebensräume, wie das Stiftungsland, wieder naturnäher werden – das macht Mut.“
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Maria Luise Weissmann: Imago | An den Vater

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

An den Vater

Ganz früh: Du tauchtest Dampf der morgendlichen Gärten
In meine Seele. Der blauen Sichel des Mondes
Namen gabst du, verwandt. Es reihten die Tiere
Dir sich gehorsam, Zauberer, der du die Blumen
Fremd im Abend beschworst zwischen Farrnkraut und Steinen.
Mich auch einmal. Und gehst mir weiter die fremden
Wege wie damals voran. Weißt schon den weißen
Schimmer des Haars. So reichst du, das Endliche kennend
Immer zuerst, den Tod wie damals den Tau, wie die Blumen.
Aber die Liebe verfließt, ein dunkles Gewässer
Ferne unendlich von Jedem einsam befahren.
Spülte mir niemals zur Seite, der dich trägt, den Nachen,
Hilfe verheißend. Es reichte mein Schrei
Nicht ins Land dir der Nacht: versink ich, erstrahlst du,
Tröstlich vielleicht, ein Letztes, verwandelt, als Stern.
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Wildbienen in Not – so wird jeder Garten zum Rettungsort für Wildbienen

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Wildbienen in Not – so wird jeder Garten zum Rettungsort für Wildbienen

Sie summen leise durch unsere Gärten, bestäuben Obstbäume, Wildblumen und Gemüse – und doch gehören Wildbienen zu den am stärksten bedrohten Insekten Schleswig-Holsteins. Während Honigbienen quasi als Haustiere in Schleswig-Holstein von mehr als 3.000 Imker*innen im Land gezüchtet, gehegt und gepflegt werden – und im Vergleich zu den Wildbienen auch relativ anspruchslos bei der Nektarsuche sind – bleiben ihre wilden Verwandten auf sich allein gestellt. Zum „Weltbienentag am 20. Mai“ ruft die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein deshalb dazu auf, Gärten, Balkone und Grünflächen wildbienenfreundlicher zu gestalten.
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