Margarete Beutler: Der Hügel am Flusse

Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen

Der Hügel am Flusse

Hier stockt der Fuß, hier strecken sich die Glieder
in seidnes Gras zu Füßen wilder Schlehen
und hier muss nun die Seele immer wieder
die Schattenstraße des Vergangnen gehen:
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Wildbiene des Jahres 2025: Garten-Blattschneiderbiene, Megachile willughbiella

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
„Zeig uns Dein Blatt mit Biss!“ Wildbiene des Jahres 2025 begeistert mit cleverem Nestbau

Wildbiene des Jahres 2025 begeistert mit cleverem Nestbau

Vermutlich war dieses kleine Wildtier schon in vielen Gärten Schleswig-Holsteins zu Besuch und hat dort still und heimlich vor sich hin gegärtnert. Denn was zunächst aussieht, wie ein kleiner Blattschaden, ist in Wahrheit das Werk einer hochspezialisierten Wildbiene: der Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella). Diese summende Schönheit mit dem haarigen Bauch ist „Wildbiene des Jahres 2025“ und beeindruckt mit ihren architektonischen und handwerklichen Nestbau-Fähigkeiten.
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Wilhelm Müller: Große Wanderschaft

Wilhelm Müller
(* 7. Oktober 1794 in Dessau bis † 1. Oktober 1827 Dessau)

Große Wanderschaft

Wandern, wandern!
Gestern dort und heute hier;
Morgen, wohin ziehen wir?
Wandern, wandern!
Wißt ihr wohl das Losungswort,
Das die Welt treibt fort und fort?
Wandern, wandern!
Sehet Sonne, Mond und Sterne,
Wie die wandern all‘ so gerne!
Wandern, wandern!
Auch die Erde macht sich auf
Alle Jahr‘ zum frischen Lauf.
Wandern, wandern!
Ei, so laß das Sitzen sein,
Mensch, du mußt doch hinterdrein!
Wandern, wandern!
Kind und Jüngling, Mann und Greis,
Also heißt die Lebensreis‘.
Wandern, wandern!
Ei, wie schöne Kompanei!
Fürstengunst und Frauentreu‘!
Wandern, wandern!
Frau Fortuna führt uns an,
Amor ist der zweite Mann.
Wandern, wandern!
Auch die Musen könnt ihr sehn
All‘ in Reiseschuhen gehn.
Wandern, wandern!
Mars fährt auf Aprillenwetter,
Laune heißt des Ruhmes Vetter.
Wandern, wandern!
Liebes Herz, so zieh‘ nur mit,
Halte wacker Schritt und Tritt!
Wandern, wandern!
Heute hier und morgen dort,
Und zu Haus an jedem Ort.
Wandern, wandern!
Regen, Sturm und Sonnenschein,
Rebensaft und Gerstenwein.
Wandern, wandern!
Heute blond und morgen braun
Ist mein Schätzchen anzuschaun.
Wandern, wandern!
Kalt und warm und schlicht und kraus,
Bienenschwarm und Schneckenhaus.
Wandern, wandern!
Heut‘ hab‘ ich dies Lied erdacht,
Morgen wird es ausgelacht.
Wandern, wandern!

Frühlingsanfang: Astronomisch, meteorologisch und phänologisch

Prunus spinosa, Schlehe. Blüten-Zeigerpflanze in der Phänologie  für den Erstfrühling
Prunus spinosa, Schlehe. Blüten-Zeigerpflanze in der Phänologie für den Erstfrühling
Der Frühlingsanfang (Frühjahrsbeginn) wird meteorologisch, astronomisch und phänologisch verschieden definiert. Die folgenden Werte beziehen sich auf Deutschland bzw. die Nordhalbkugel.
Astronomisch: 19., 20. oder 21. März.
Meteorologisch : 1. März.
Phänologisch (vom Erscheinungsbild her)
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Margarete Beutler: Nach der Weinlese

Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen

Nach der Weinlese

Nun stehn die kleinen Pforten alle offen,
die talwärts zu den Rebenhängen führen!
Kein Wächter eilt, sie nächtens zu verschließen.
Der Wächter Amt ist aus. Sie schwelgen wohl
im jungen Wein bereits und reden trunken…
Die Reben aber, ihres Schmucks beraubt,
der Schwere und der Süße ihrer Trauben,
entsenden Blatt für Blatt zur Erde wieder
und kräuseln müde ihre dürren Ranken.
Wie Frauen, deren Haare alternd bleichen,
die niemand mehr sich Mühe gibt zu hüten,
weil keine Süßigkeit gefährdet ist
und keiner Frucht mehr Räuber schändend nahen,
so liegen sie an den verlassnen Straßen
im Moderkranz der fahlen Lauben da,
und selbst die kleinen Wasser wandern träger
dem großen Strom der breiten Tale zu.