Guter Speisepilz: Flockenstieliger Hexenröhrling, Neoboletus erythropus

Flockenstieliger Hexen-Röhrling, Neoboletus erythropus
Flockenstieliger Hexen-Röhrling, Neoboletus erythropus
Nach 15-20 Minuten Erhitzung (Braten, Kochen) zeigt er sich als sehr guter Speisepilz, ist jedoch roh unverträglich. Viele Pilz-Liebhaber:innen ziehen diese Röhrlingsart dem Steinpilz (Boletus edulis) vor.
Die Fruchtkörper sind etwa von Mai bis Oktober zu finden. Die samtige Huthaut verkahlt im Alter. Die Röhren sind gelblich. Druckstellen verfärben sich stark blau. Verletzungen des Pilzes z.B. durch Abschneiden ziehen an den Verletzungsstellen in Sekundenschnelle eine gräulich-bläuliche Färbung nach sich.

Flockenstieliger Hexenröhrling
Flockenstieliger Hexenröhrling
Nicht nur für Kinder eine erstaunliche Beobachtungsmöglichkeit.

Der Flockenstielige Hexen-Röhrling ist sowohl in Rot-Buchen-Wäldern als auch in bodensauren Nadelwäldern zu finden. Neoboletus erythropus ist ein Mykorrhiza-Pilz, der mit verschiedenen Baumarten in Symbiose lebt.

Aufgenommen wurden die Fotos im Segeberger Forst zwischen Hartenholm und Heidmühlen in Schleswig-Holstein. Vor allem Nadelgehölze (Gewöhnliche Kiefer (Pinus sylvestris L.), Gewöhnliche Fichte (Picea abies (L.) H. Karst. ) und Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) prägen das Waldbild. Das begünstigt die weitere Versauerung der Böden.

In den letzten Jahrzehnten kamen mehr Laubbäume (Rot-Buche (Fagus sylvatica L.), Stiel-Eiche (Quercus robur L.) u.a. zur Neupflanzung, sodass sich der Gesamtwald stärker in Richtung Mischwald entwickelt. Außerdem gibt es „teilweise forstwirtschaftlich ungenutzte, mehr oder weniger verinselt liegende Altwaldparzellen heimisch-bodenständiger Buchen-Eichenmischwälder mit reichlich Alt- und Totholzvorkommen auf Altmoränenstandorten im Norden des Segeberger Forstes“ (Zitat BfN). Der saure Sandboden hat als prägende kleinwüchsige Arten u. a. Heidekraut (Calluna vulgaris (L.) Hull) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.).

Seit 2023 beherbergt der Segeberger Forst ein Wolfrudel (Canis lupus). Der Kolkrabe (Corvus corax) ist Brutvogel und regelmäßig zu beobachten oder zu hören.

Links

BfN: Altwaldbestände im Segeberger Forst