Peter Hille
(* 11. September 1854 in Erwitzen bis † 7. Mai 1904 in Groß-Lichterfelde)
Hagel
Schwer Verheeren
Wirft der Himmel,
Eingefrorener Zähren
Eisiges Gewimmel.
Wetter
Peter Hille
(* 11. September 1854 in Erwitzen bis † 7. Mai 1904 in Groß-Lichterfelde)
Hagel
Schwer Verheeren
Wirft der Himmel,
Eingefrorener Zähren
Eisiges Gewimmel.

Mit voranschreitender Klimakrise steigen die wirtschaftlichen Schäden durch Extremwetterereignisse immer weiter an. Allein für das Jahr 2024 bezifferte der Rückversicherer Munich Re die globalen Schäden durch Naturkatastrophen auf 320 Milliarden US-Dollar.
Aus Klimakrise wird Versicherungskrise: urgewald fordert bezahlbare Lösungen für Hausbesitzer*innen weiterlesen
Francisca Stoecklin
(* 11. September 1894 Basel bis † 1. September 1931 Basel)
An die Liebe
Alle suchen sie dich
und überall lockst du.
Aus tausend Verhüllungen schimmert
dein unenträtselt Gesicht.
Aber wenigen nur
gewährst du Erfüllung,
selige Tage, reines Glück.
Zärtlich wehn dich die Blumen,
die scheuen Gräser,
der Schmetterlinge heiterer Flug;
wilder der Wind
und das ewig sich wandelnde Meer.
Wunderbar strahlst du
aus den Augen des Menschen,
der ein Geliebtes
in seinen Armen hält,
vom tönenden Sternenhimmel überwölbt.
In die zitternde Seele
schweben Schauer
von Leben und Tod.
Joachim Ringelnatz
(* 7. August 1883 † 17. November 1934)
Nach dem Gewitter
Der Blitz hat mich getroffen.
Mein stählerner, linker Manschettenknopf
ist weggeschmolzen, und in meinem Kopf
summt es, als wäre ich besoffen.
Joachim Ringelnatz: Nach dem Gewitter weiterlesen
Hedwig Lachmann
(* 29. August 1865 Stolp (Pommern) bis † 21. Februar 1918 in Krumbach)
Vorfrühling
Märzstaub fliegt auf. Es fröstelt leicht.
Der Tag in langer Dämmrung bleicht.
Vom Wind das Pflaster blank gefegt.
Es klingt verloren, was sich regt.
Hedwig Lachmann: Vorfrühling weiterlesen
Bess Brenck-Kalischer
(* 21. November 1878 in Rostock bis † 2. Juni 1933 in Berlin)
Verwunschene
In den Armen der Mühle hängen die bleichen Verwunschenen
Drehen langsam den Stein des Brotes,
Unendlich geduldig.
Rings im Lande jagen die Prasser,
Aber die bleichen Verwunschenen
Mahlen unendlich geduldig das Korn.
Fängt ein Sturm ihre langen Ärmel
Sinken sie stumm in die heilige Erde.
Schicken von neuem bleiche Gesellen
Den Armen der Mühle
Geduldig, unendlich,
Verwunschen.
Hedwig Lachmann
(* 29. August 1865 Stolp (Pommern) bis † 21. Februar 1918 in Krumbach)
Im Schnee
Schneegeriesel. Flocken über Flocken.
In der weichen Luft zerfliesst der Schaum,
Und kein Windhauch weht die Erde trocken.
Aber, wenn im Frost erstarrt der Flaum,
Reift er schnell zu glitzernden Kristallen
Und blinkt dann am Boden und am Baum.
Hedwig Lachmann: Im Schnee weiterlesen