

Dabei geht es weniger um die sehr spitzen Dornen (umgebildete Nebenblätter): Sie verletzen die Haut sehr leicht und lösen meist allergische Reaktionen wie Schwellung und Juckreiz aus – Robinie ist zwar Heilpflanze aber auch giftig. Auch Fahrradreifen und Robinien-Dornen sind nicht wirklich gut befreundet.
U.a. deswegen sind sie im Wegebereich nicht ratsam, was aber die LH Kiel seit Jahren nicht abhält, als Straßenbaum ausgefallene Robinien wieder durch Robinie zu ersetzen (z.B. in Gaarden). Die LH Kiel bekommt ihre Verkehrssicherungspflicht nicht angemessen hin: Jedes Jahr ragen z.B. in der Schulstraße (Gaarden) stark dornenbewehrte und bis zu über 2 Meter lange Schösslinge in den Verkehrsraum und gefährden Augen und mehr von Kindern und Erwachsenen beim Radfahren und beim Weg zu Fuß.
Naturschutzbedenken gibt es auch: In der Umgebung ehemaliger Robinienpflanzungen im Stadtgebiet der Baum „überall“ verwildert anzutreffen ist: Als Fugenvegetation am Hausrand, in Grünanlagen von Wohnungskonzernen, auf städtischen Grünflächen…
Kein gelungenes Beispiel für Nachhaltigkeit: Einerseits die Pflanze als invasiven Neophyten bekämpfen. Dies aus Kapazitätsgründen / Geldmangel aber nur unzureichend durchführen zu können. Andererseits die Ausbreitungsspirale durch Neupflanzung weiter zu unterstützen…
Robinia breitet sich sowohl über Saat als auch durch Wurzelschösslinge aus. Letzteres kann zu Schäden am „Baukörper Weg“ führen.
Die Bekämpfung mit geringen Mitteln am Russee hat wahrscheinlich als Haupt-Grund: Es wird versucht die weitere Ausbreitung der Art im Landschaftsschutzgebiet Drachensee, Russee und Umgebung zu verhindern bzw. zu verringern.
Die gewählte Methode (Stockhieb und Beschädigung) kann dabei zielführend sein, wenn sie regelmäßig vollzogen wird, im Idealfall jährlich oder halbjährlich. Sind die Pflegeintervalle zu lang, ist mit Ausbreitung durch Wurzelschösslinge zu rechnen.
Da kommt die strukturelle Unterversorgung der Kommunen durch Bund und Land ins Spiel: Grünflächenämter sind personell und logistisch zusammengespart, Umweltbehörden haben für die enorme Aufgabenfülle auch viel zu wenige Mitarbeiter:innen. Geld für Sachmittel und Fremdvergabe ist knapp…
Seltsames „Phänomen“ dabei: Die LH Kiel wird seit Jahrzehnten (!) „regiert“ von Mehrheiten der Parteien, die auf Landes- und Bundesebene dafür sorgen, dass sehr viele Kommunen am Rande der Möglichkeiten für freiwillige Ausgaben sind und Schwierigkeiten haben, ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Warum stellen sich weder die Mitglieder, noch innerparteiliche oder parlamentarische Strukturen dagegen? Warum bedeutet Regierungsverantwortung: Kaputt-Sparen?
Ökologische Zeigerwerte
L5 T6 K4 Rx F4- N8 S0 M-
Links zur Robinie
planten.de:
Etablierter Neophyt: Gewöhnliche Robinie, Robinia pseudoacacia
Von Mimosen und Akazien
Fehler bei der Pflanzenauswahl im Garten
Botanik – Einwanderungsproblematik
Armer Stadtbaum
Zeigerpflanze für Vollfrühling: Robinia pseudoacacia
Bauholz im Garten
Schale aus Holz der Gewöhnlichen Robinie
extern:
BfN: BfN Schriften 275 – Ausbreitungspotenzial ausgewählter neophytischer Gefäßpflanzen unter Klimawandel in Deutschland und Österreich
BfN: BfN-Schriften 731 – Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen S. 522ff.
FloraWeb: Robinia pseudoacacia L., Gewöhnliche Robinie
Schleswig-Holstein.de: Rote Liste Farn- und Blütenpflanzen – Band 1