

In Kiel wie in anderen Städten hat es dieses Jahr mehrfach gebrannt: hier 50 qm und da 100qm und dort 500. Alles „nicht viel“ aber in der Summe schon ein Faktor.

Leicht vergessen wird aber etwas anderes: Jeder Brand verursacht die Freisetzung von Umweltgiften für Luft, Wasser und Boden. Durch die Verbrennung verschiedener Materialien enstehen komplexe Schadstoffgemische deren Wechselwirkung meist schwer abschätzbar sind und zum Teil auch unzureichend erforscht.
Ich weiß nur, dass das Gartenhaus ein Kunststoffdach (welche Art von Kunstoff?) hatte. Mir unbekannt ist, ob das Holz des Gartenhauses KDI-Holz war oder andere Arten von Imprägnierung oder Lacken enthielt. Ich weiß auch, dass dort „irgendwas“ für Garten oder Freizeitgestaltung, also „irgendwelche“ Kunststoffe, „irgendwie“ behandeltes Holz möglicherweise auch Gefahrstoffe lagerten. Letzere sind in Garagen nicht selten vorhanden. Das Motoröl für irgendeine Maschine, das Altöl, das den Weg zur Schadstoffsammelstelle noch nicht gefunden hat, Der Elektroroller mit Accu, Reifen u.v.a.m..
Bitte nicht falsch verstehen: Ich weiß nicht, was in diesen Garagen war. Ich habe nur ein paar Beispiele genannt, die wahrscheinlich jede:r schonmal in einer Garage gesehen hat. Dinge wie Kunststoffdünger, Pestizide, Hydrauliköle… habe ich absichtlich ausgelassen.
Angenommen, es war in den Garagen und dem Gartenhaus „irgendwas“ von dem oben genannten vorhanden, dann ergeben sich als sichere sowie wahrscheinliche Schadstoffe (wenige Auswahlbeispiele!):
Feinstaub
Kohlenmonoxid (CO)
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Dioxine und Furane
Schwermetalle (Blei, Cadmium, Zink)
Flüchtige organische Verbindungen
Stickoxide (NOₓ)
Schwefeldioxid (SO₂)

Noch ein Wermutstropfen: Das für die Löscharbeiten unbedingt notwendige Löschwasser richtet zusätzliche Schäden an. Ich denke dabei nicht an die mechanische Beschädigung von Pflanzen durch den enormen Druck. Problematisch ist, dass verschiedene Umweltgifte in den Nahbereich verteilt werden und z.B. ins Grundwasser gelangen können oder „gut“ pflanzenverfügbar sind. Grade in Zeiten von Wassermangel sind viele Pflanzen und Tiere durstig. Auch werden durch den Brand Aufbewahrungsgefäße für Öl beschädigt und das Öl läuft aus, verbrennt vielleicht zum Teil und wird aber auch mit dem Löschwasser in die Umgebung verbreitet. Jedenfalls war auf dem Garagenplatz eine Wasserlache von mehreren Quadratmeter zu sehen auf dem eine schwarze ölige Substanz schwomm.
EFFIS-Datenbank zu Wald- und Vegetationsflächen-Bränden
EFFIS erfasst Wald- und Vegetationsbrände i.d.R. erst ab einer Mindestgröße von 1 Hektar (10.000 m²). Die dort gelisteten Zahlenwerte sind tagesaktuell.
Für kleinere Brände gibt es andere Quellen, z.B. das Statistische Bundesamt.
EU – Europäische Union
Erfasste Zahl (kartiert): 671.468 Hektar
Davon Wald: 362.600 Hektar
Geschätzte Zahl (gesamt): 706.808 Hektar
„Europa“
Erfasste Zahl (kartiert): 1.477.388 Hektar
Davon Wald: ~797.790 Hektar
Geschätzte Zahl (gesamt): 1.555.145 Hektar
Bitte beachten: Die EFFIS-Kategorie „Europa“ erfasst EU, angrenzende Länder ohne Russland, den europäischen Teil der Türkei sowie Teile Nordafrikas. Bei den Nicht-EU-Ländern gibt es mehr oder weniger starke Erfassungsunschärfen. Dazu bitte die Erläuterungen auf der EFFIS-Site lesen.