Flockenstieliger Hexen-Röhrling, Neoboletus erythropusNach 15-20 Minuten Erhitzung (Braten, Kochen) zeigt er sich als sehr guter Speisepilz, ist jedoch roh unverträglich. Viele Pilz-Liebhaber:innen ziehen diese Röhrlingsart dem Steinpilz (Boletus edulis) vor.
Die Fruchtkörper sind etwa von Mai bis Oktober zu finden. Die samtige Huthaut verkahlt im Alter. Die Röhren sind gelblich. Druckstellen verfärben sich stark blau. Verletzungen des Pilzes z.B. durch Abschneiden ziehen an den Verletzungsstellen in Sekundenschnelle eine gräulich-bläuliche Färbung nach sich. Nicht nur für Kinder eine erstaunliche Beobachtungsmöglichkeit.
Flockenstieliger HexenröhrlingDiese Reaktion mit der Luft vollzieht sich im oberen Stielbereich schneller als im unteren und die Röhren brauchen am längsten.
Der Flockenstielige Hexen-Röhrling ist sowohl in Rot-Buchen-Wäldern als auch in bodensauren Nadelwäldern zu finden.
Flockenstieliger Hexenröhrling, Neoboletus erythropus zeigt Blau-Grau-Verfärbung nach Schnitt-VerletzungNeoboletus erythropus ist ein Mykorrhiza-Pilz, der mit verschiedenen Baumarten in Symbiose lebt. Er ist diesbezüglich anspruchsvoller als Netzstieliger Hexen-Röhrling(Suillellus luridus), mit dem er verwechselt werden kann.
Die fehlende Netzstrukur von Flockenstieliger Hexenröhrling auf der Außenhaut macht eine Unterscheidung vergleichsweise einfach. Man sollte sich jedoch nicht von Schneckenfraß der Außenhaut täuschen lassen: Die Fraßspuren der Schnecken im Stiel (weggefressene Außenhaut des Stiels) ähneln der des Netzstieligen Hexen-Röhrling.
Fraßspuren der Schnecken im Stiel (weggefressene Außenhaut des Stiels) ähneln der des Netzstieligen Hexen-Röhrling. Die Haut selber hat keine Netzstruktur.Aufgenommen wurden die Fotos im Segeberger Forst zwischen Hartenholm und Heidmühlen in Schleswig-Holstein. Vor allem Nadelgehölze (Gewöhnliche Kiefer (Pinus sylvestris L.), Gewöhnliche Fichte (Picea abies (L.) H. Karst. ) und Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) prägen das Waldbild. Das begünstigt die weitere Versauerung der Böden. Das Vergleichsfoto des Netzstieligen Hexen-Röhrling stammt von Flipper und wurde in Kiel-Holtenau aufgenommen.
In den letzten Jahrzehnten kamen mehr Laubbäume (Rot-Buche (Fagus sylvatica L.), Stiel-Eiche (Quercus robur L.) u.a. zur Neupflanzung, sodass sich der Gesamtwald stärker in Richtung Mischwald entwickelt. Vergleichsfoto von Flipper in Kiel-Holtenau aufgenommen: Netzstieliger Hexen-Röhrling, Suillellus luridusAußerdem gibt es „teilweise forstwirtschaftlich ungenutzte, mehr oder weniger verinselt liegende Altwaldparzellen heimisch-bodenständiger Buchen-Eichenmischwälder mit reichlich Alt- und Totholzvorkommen auf Altmoränenstandorten im Norden des Segeberger Forstes“ (Zitat BfN). Der saure Sandboden hat als prägende kleinwüchsige Arten u. a. Heidekraut (Calluna vulgaris (L.) Hull) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.).
Seit 2023 beherbergt der Segeberger Forst ein Wolfrudel (Canis lupus). Der Kolkrabe (Corvus corax) ist Brutvogel und regelmäßig zu beobachten oder zu hören.