Klimawandel vor der Haustür: Kleingewässer im Vieburger Gehölz ausgetrocknet

Kleingewässer im Vieburger Gehölz ausgetrocknet
Kleingewässer im Vieburger Gehölz ausgetrocknet
Das Foto zeigt ein ausgetrocknetes Kleingewässer im Vieburger Gehölz in Kiel. Trotz einiger Regenfälle in den letzten Wochen hat es hier nicht mehr für eine Pfütze gereicht. Der grüne „Fleck“ in der Mitte des Bildes ist ein Bestand der Weißen Seerose (Nymphaea alba L.).

Unter Wasser können die Blattstiele (Blattstängel; Petiole) der Staude bis zu drei Meter lang werden. Hier ist jetzt nur noch die „Trockenform“ zu finden.

Die Blätter sind dank des tiefreichenden Wurzelsystems aber noch tiefgrün, sodass die Pflanzen gute Chancen haben die Zeit bis zu den nächsten „richtigen“ Regenfällen zu überstehen.

Wenn in einem kleinen Wald sämtliche Kleingewässer austrocknen ist das natürlich zunächst tödlich für die unmittelbar auf Wasser angewiesenen Arten, die nicht flüchten können. Es leidet aber die gesamte Lebensgemeinschaft: Feuchtigkeit und Kühleffekt werden auch in der Umgebung geringer, Vögel verlieren ihre Tränke, Fledermäuse Jagdreviere u.a.m.

Da dies kein Einzelereignis ist, sondern die letzten Jahre wiederholt auftritt, verändern sich mehr oder weniger schnell auch die Lebensgemeinschaften: Trockenheitsverträglichere Arten verbreiten sich, feuchtigkeitsliebende Organismen werden zurückgedrängt.

Es gibt in der Natur wechselfeuchte Flächen. Das sind Kleingewässer, die nur zeitweise Wasser führen: Nämlich in sehr regenreichen Jahren ganzjährig und in „normalen“ oder regenarmen Jahren nur in der nassen Jahreszeit, also etwa von Herbst bis Frühjahr. Solche Gewässer sind beispielsweise für einige Amphibienarten sehr interessant, weil sie dort laichen können. Die Kaulquappen entschwinden dem Tümpel als kleine Frösche bevor er trockenfällt und haben damit deutlich bessere Überlebenschancen als in einem Gewässer, das ganzjährig Wasser führt und Fischbesatz hat.

Bei den hier auftretenden Austrocknungserscheinungen handelt es sich aber um etwas anderes: Sie betrifft Gewässer, die in den vergangenen Jahrzehnten immer ganzjährig Wasser geführt haben und noch vor einem Jahrzehnt ganzjährig Gräben speisten.
Mittel- bis langfristig wird das den Rückzug der Rot-Buche (Fagus sylvatica L.) aus den schleswig-holsteinischen Wäldern begünstigen.

Artikel zum Thema Hitze und Trockenheit

Zugenommen haben über die Jahre Schäden durch Trockenheit und Hitze auf Vegetationsflächen, an Bäumen und Gewässern. Zum Themenkreis sind auf planten.de mehrere Beiträge zu finden, u.a.:

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