Robin Wood verlässt den FSC-International

Nachfolgend wird eine geringfügig gekürzte und veränderte Pressemitteilung von Robin Wood dokumentiert.

Mitgliedschaft bei der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland bleibt bestehen

Die Umweltorganisation ROBIN WOOD beendet nach rund zwölf Jahren ihre Mit­gliedschaft im Forest Stewardship Council (FSC), der internationalen Zertifizie­rungsorganisation für Waldwirtschaft, und beschränkt sich künftig auf die aktive Mitarbeit in der nationalen FSC-Arbeitsgruppe Deutschland. Anlass für diesen Schritt ist vor Allem, dass auch industrielle Monokulturen wie Eukalyptus-Plan­tagen das FSC-Siegel erhalten. Gleichwohl erkennt ROBIN WOOD an, dass der FSC durchaus dazu beiträgt, die Waldbewirtschaftung zu verbessern.

ROBIN WOOD hält es nicht für vertretbar, dass riesige Eukalyptus- und Kiefernkul­turen in Ländern des globalen Südens wie Brasilien, Südafrika oder Uruguay das FSC-Siegel tragen. Die Expansion dieser Plantagen verdrängt die Landbevölkerung oftmals aus Ihren traditionellen Lebensräumen, was zu erheblichen sozialen Konflikten führt. Darüber hinaus werden diese Monokulturen mit Agro-Chemikalien und Kunstdünger bewirtschaftet. Sie sind daher aus Sicht von ROBIN WOOD weder ökologisch verträg­lich noch sozial gerecht. „Wir wollen nicht länger eine Mitverantwortung dafür tragen, dass industrielle Monokulturen durch den FSC ein grünes Feigenblatt bekommen“, erläutert ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent Peter Gerhardt. „Der derzeit innerhalb des FSC laufende Revisionsprozess der Plantagenstandards lässt leider nicht erken­nen, dass in Zukunft FSC-zertifizierte Baumplantagen zu fair bewirtschafteten Forstflä­chen mit einer hohen natürlichen Vielfalt entwickelt werden.

Vom FSC gehen aber auch viele positive Impulse für eine verantwortungsvollere Waldwirtschaft und bessere Forstpolitik aus. „Ob bei der Landrechtsfrage der Urein­wohner Schwedens oder bei den kürzlich überarbeiteten Richtlinien für die deutsche Forstpraxis – der FSC setzt Maßstäbe, die weder die Politik noch die Forstindustrie ignorieren können“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner. „Darüber hinaus zeichnet sich der FSC durch seine hohe Transparenz und die paritätische Beteiligung sozialer und ökologischer Interessengruppen aus. Er rangiert daher aus Sicht von ROBIN WOOD auch künftig deutlich vor anderen Forstzertifizierungssystemen wie dem PEFC (Progamme for the Endorsement of Forest Certification schemes), die einseitig die Interessen der Forstindustrie bedienen.“

ROBIN WOOD gehört zu dem Gründungsmitgliedern der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland und war dort von 2004 bis 2008 im Vorstand vertreten.

Die gemeinsame Erklärung der ROBIN WOOD-Fachgruppen Wald und Tropenwald zum Austritt aus dem FSC-International finden Sie unter

www.robinwood.de/fsc-erklaerung.pdf