Giftige Schlackesteine auch in Kiel und Umgebung im Küstenschutz, NOK…

Schlackensteine in Kiel
Schlackensteine in Kiel
Schlackesteine aus der Metallverhüttung u.a. finden sich vereinzelt immer wieder in Privatgärten in Kiel, Rendsburg-Eckernförde…. Im Küstenschutz an Nord- und Ostsee und beim Kanalbau am NOK wurden sie teilweise massiv verbaut. Auch im Binnenland z.B. zum Wegebau. Schlackesteine enthalten giftige Metalle wie Blei, Zink, Kupfer – die genaue Zusammensetzung der Steine ist oft nicht bekannt. Das Foto zeigt ein Bruchstück eines Schlackensteines vom Nordostseekanal (rechts) und einen anderen Formstein links davon in der Bildmitte.

Der quaderartige Schlacke-Formstein kommt aus einem Natursteinhaufen in einem Privatgarten in Kiel.
Am Rande der Bauphase im Bild: Im Hintergrund Kies 0-3mm ungewaschen als Teilsubstrat in einem Hochbeet, das nach vorne durch eine Betonbruchstein-Trockenmauer (Gehwegplatten) abgestützt wird. Davor: Granitsplitt 0-3mm gewaschen. Ganz links Tonklinker braun-grau (Terrassenbelag).

Optisch ähneln Schlackesteine oft Graniten oder Grauwacke und werden von Laien daher manchmal verwechselt. Das spezifische Gewicht von Schlacke ist deutlich höher als z.B. aller Granite. 2 gleichgroße Stücke in die Hände nehmen – der Granit oder die Grauwacke ist „leicht“. Auch mit einem Magneten oder einem Magnet-Messgerät lässt sich einfach ein Unterschied feststellen. Unter den Schlackesteinen sind Kupfer-Schlackensteine eine besonders große Gruppe. Die Zusammensetzung der verwendeten Steine variiert regional stark – abhängig von den unterschiedlichen Herkünften.

Problematisch ist die mögliche Freisetzung der Gifte durch Erosion. Diese ist bei den im Küstenschutz verwendeten Steinen der wichtigste Grund. Bei befahrenen oder betretenen Flächen kommt der Abrieb hinzu. Auch fast jede Form des Transportes und der Be- und Verarbeitung setzt durch die Beschädigung u.a. Schwermetalle frei. Radioaktivität von Steinen ist ein weiteres Problem, das regional bedeutsam ist.

Auf entsprechenden Grundstücken denkbar als Ausstellungsstück mit didaktischer Aufbereitung als Schild, Ausstellung oder Installation, Kunstobjekt… z.B. zur Darstellung kulturhistorischer Bezüge wie Wegen, Handelsverbindungen, Transportmitteln, Metallproduktion…

Weitere Fotos
Bild von historischen Schlackesteinen (ca. 1500): Bild 3 im Artikel Die Mansfelder Hüttentechnologie im Spiegel der Jahrhunderte

Bilder von Berliner Schlackesteinen auf S. 10ff eines Seminares zu Abfalleinstufung und auch einige Untersuchungsergebnisse (2004).