Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Die Bettina und Goethe

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Die Bettina und Goethe

              Ein Versuch

Die Vorrede, mit der Bettina von Arnim den „Briefwechsel Goethes mit einem Kinde“ einleitet, beginnt mit den Worten: „Dies Buch ist für die Guten und nicht für die Bösen.“

Es liegt eine merkwürdige Verwahrung in diesem Satz, mit dem ein Mensch sich gegen die Mit- und Nachwelt zu sichern sucht. Es liegt die ganze Entschiedenheit eines glücklichen Temperamentes darin, das die Bettina trug, gleichzeitig aber auch Unsicherheit, die eines Fragwürdigen, eines Anfechtbaren sich durchaus bewußt ist. Es liegt eine Spur von schlechtem Gewissen in dieser Ablehnung der „Bösen“, Verzicht auf die Gerechtigkeit, das Maß, das diesem leidenschaftlichen Menschen bis zu seinem Ende fremd blieb. Vielleicht aber hat auch Bettina geahnt, wie schwer es sein würde, dieses Maß an sie zu legen. Sie war vielleicht im Tiefsten aufrichtig genug, sich für die Zukunft den Scharen jener einzuordnen, die allein in ihrer Beziehung zu einem Größeren gewogen werden, die, in das Werk bezogen, allein gewogen werden nach Hemmnis oder Verdienst an diesem Werk. Sie wußte im Innersten vielleicht, daß sie durch Goethe weiterleben würde, nicht durch sich selbst, und daß, weil niemand ihr Leben zu seinem eignen Ursprung verfolgen, niemand dem Gesetz seines Ablaufs würde nachgehen wollen, die Liebe der „Guten“ ihr unentbehrlicher sein würde, als die Gerechtigkeit der „Bösen“.
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Anna Louisa Karsch: Das Harz-Moos

Anna Louisa Karsch
(* 1.12.1722 † 12.10.1791)

Das Harz-Moos

Gott zeigt in seiner Schöpfung-Werke,
Sich über unserm Haupt, sich auf der Erde groß;
Er gab der Sonne Glut, er gab dem Löwen Stärke,
Und bildete das kleinste Moos,
Das an dem Harzberg wächst, fein zweigigt wie Cypresse,
Voll kleiner Knospen, untersprengt
Mit etwas Röthe, so, wie junger Mädchen Blässe
Im Antlitz sich mit roth vermengt,
Wenn sie der Jüngling angeblicket;
Die Flur, der Garten und der Wald
Und selbst die Hügel sind geschmücket.
Doch andre Blumen sterben bald,
Das fein gebaute Moos bleibt, wenn sie schon gestorben,
Tief unter Schnee noch unverdorben.
Wie ähnlich ist es mir! tief lag ich unter Gram
Viel schwere Jahre lang, und als mein Winter kam,
Da stand ich unverwelkt und fieng erst an zu grünen.
Ich muste, wie das Moos, dem Glück zum weichen Tritt,
Dem Thoren zur Verachtung dienen.
Einst sterb ich! Doch mein Lied geht nicht zum Grabe mit!

Galloway-Rinder in der Grünlandbewirtschaftung

Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland
Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland: Sie halten das Gelände offen, d.h. sie verhindern die Verbuschung
Das Galloway-Rind (Bos taurus taurus) ist eine hornlose Rinderrasse. Ursprünglich stammt es aus dem Südwesten Schottlands. Die historische Region Galloway ist Namensgeberin für das Rind. Galloways zählen zu den ältesten Rinderrassen Großbritanniens.
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Wespenspinne, Argiope bruennichi

Wespenspinne, Argiope bruennichi
Wespenspinne, Argiope bruennichi
Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) gehört zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Andere deutsche Namen sind Zebraspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne. Die hellbraunen Männchen der Spinnenart unterscheiden sich optisch und in der Größe erheblich von den Weibchen. Sie werden nur bis zu 5-6 Millimeter groß während die Weibchen bis zu 2,5 cm Größe erreichen. Größen- und Erscheinungsbildunterschiede zwischen der männlichen und der weiblichen Spinne gibt es bei sehr vielen Spinnenarten.
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