Schleswig-Flensburg: Wiedervernässungen in Mohrkirch und Rügge

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Vom Acker zur Blumenwiese: Neue Lebensräume im Stiftungsland Tunneltal

Wo heute noch Ackerpflanzen wachsen, könnten schon im kommenden Frühsommer Kuckucks-Lichtnelke, Sumpf-Dotterblume und Wiesen-Margerite blühen: Im Stiftungsland Tunneltal östlich von Südensee entstehen auf zwei ehemaligen Ackerflächen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Dafür startet die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, die 100-prozentige Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Mitte Oktober bis Anfang November mit umfangreichen Naturschutzmaßnahmen in den Gemeinden Mohrkirch und Rügge.

Der erste Schritt liegt unter der Erde. Auf beiden Flächen werden vorhandene Drainagen aufgespürt und unterbrochen. So kann Regenwasser künftig länger in der Landschaft gehalten werden. Wo mehr Feuchtigkeit erhalten bleibt, verbessern sich die Bedingungen für viele heimische Pflanzen- und Tierarten.

Wasser halten, Artenvielfalt fördern

Anschließend werden die rund 2,5 Hektar großen Flächen mit regionalem Wildpflanzensaatgut eingesät. Die Mischung enthält Arten, die an die natürlichen Standortbedingungen der Region angepasst sind. Auf einer feuchten Senke der Fläche in Rügge werden zusätzlich standorttypische Pflanzen gesetzt. Außerdem entsteht dort eine neue Feldhecke.

„Wir verwandeln zwei ehemalige Ackerflächen Schritt für Schritt in vielfältige Lebensräume und schaffen so inmitten einer landwirtschaftlich genutzten Landschaft kleine Natur-Inseln, die für viele Pflanzen und Tiere, wie beispielsweise Laubfrosch und Kammmolch, wichtige Zwischenstationen sein können“, sagt Simone Sahler, Maßnahmen-Managerin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein.

Wichtige Trittsteine in der Landschaft

Viele naturnahe Lebensräume liegen heute isoliert voneinander. Blütenreiche Grünlandflächen können helfen, diese Inseln wieder miteinander zu verbinden. Sie bieten Pflanzen und Tieren Möglichkeiten zur Ausbreitung und schaffen neue Rückzugsräume.

Davon könnten auch Laubfrosch und Kammmolch profitieren, die bereits in Gewässern der Umgebung nachgewiesen wurden. Ebenso erhalten heimische Wildpflanzen wie Sumpf-Dotterblume, Kuckucks-Lichtnelke, Frühe Margerite, Kanten-Johanniskraut oder Rundblättrige Glockenblume neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Dauerhaftes Grünland statt Acker

Nach der Umgestaltung bleiben die Flächen Teil der Kulturlandschaft. Künftig werden sie jedoch extensiv als Grünland bewirtschaftet. Durch die schonende Nutzung können sich die eingesäten Wildpflanzen etablieren und dauerhaft artenreiche Wiesen entwickeln. So entstehen langfristig wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die Maßnahmen werden über ein Ökokonto der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein umgesetzt. Solche Flächen dienen dem Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft und schaffen dauerhaft gesicherte Naturschutzflächen.

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