Maria Luise Weissmann: Gartennovelle

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Maria Luise Weissmann: Gartennovelle. Eine Dichtung. Söcking, Bachmair 1949. 35 S. Gesamtauflage 1.500 Exemplare.

Gartennovelle

I.

Nicht, daß der Name Veronika so sehr der Bläue ihres Blicks gegolten hätte, obgleich es jeder glauben mußte, der sie sah. Die Mutter hatte sie so genannt, erlöschend nach dem schweren Kampf der Geburt, lächelnd in einer Erinnerung, wie sie den Sterbenden zusammenströmt aus Kindheit und ihrem frühen Himmel: einem blassen Vorfrühlingshimmel droben im Norden, wo Deutschland lag. Der Garten, in dem Veronika zurückblieb, stieg als letzte Stufe des großen Gebirgs zur Ebene hinab. Er stieg hinab in einen sanften und blassen See der südlichen Ebene und dann, von seiner Tiefe gespiegelt, wieder aus ihm empor in einem ewig schwebenden Gleichgewicht.
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Sumpf-Dotterblume – Caltha palustris L.

Caltha palustris – Sumpf-Dotterblume
Die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris L.) aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) beginnt ihre Blüte schon im April. Sie erstreckt sich bis in das späte Frühjahr (Juni).
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Anna Louisa Karsch: An den jungen Lenz

Anna Louisa Karsch
(* 1.12.1722 † 12.10.1791)

An den jungen Lenz

Du junger Frühling kommst herab
Vom Schöpfer, um ganz neues Leben
Geschöpfen seiner Hand zu geben.
Das Blumen-Volk verläßt sein Grab,
Und mit empor gehobnem Haupte
Beschämt es den, der keinen Gott
Und für sich selbst Vernichtung glaubte.
Der Vogel wiederspricht des Wiedersprechers Spott.
Die Saat mit Millionen Zungen
Aus schwarzer Erd herauf gedrungen
Bestätiget, was er gesungen!
Der Linde Blätter lispeln nach;
Die Elbe rauscht und murmelnd spricht der Bach:
„Es ist ein Gott, der laue Winde schickte,
„Den Schnee zerschmolz, das Eis zerbrach,
„Mit jungem Grün das Ufer schmückte
„Und diese Sonne scheinen läßt!
Nach sanft gefallnem Frühlingsregen
Quackt der erweckte Frosch sein Fest,
Und Fische scherzen ihr entgegen!
Der Hirt heißt seine Heerde leben!
Sie weidet jugendliches Graß,
Blöckt ihre Freuden laut, und hört ohn Unterlaß
Sich Thal und Hügel Antwort geben!
Die Honigträgerin verläßt ihr kleines Haus
Und saugt den Veilchen, wenn sie duften,
Die Süßigkeit des kleinen Kelches aus.
Die Schwalbe kommt aus Sumpf, wie aus verschloßnen Grüften
Einst unsre Leiber neu hervor,
Sie baut ihr Haus von Stroh und fetter Erde,
Und schwitzert froh dem Menschen vor,
Daß er auch wieder leben werde!
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Buchtipp: Andreas Galka: Verkauftes Grün

Andreas Galka: Verkauftes Grün
Andreas Galka: Verkauftes Grün
Leseempfehlung zu den Themenkreisen Kieler Stadtgeschichte, Umweltzerstörung (Klima-, Natur-, Umwelt- und Artenschutz) und Demokratieschwächung durch autoritäre Durchsetzungsstrategien, Rechtsbrüche, korruptive Vorgänge, Fehlinformationen, gebrochene Versprechen…

Andreas Galka war mehr als ein Jahrzehnt im Widerstand gegen die Ansiedlung eines Projektes von Kurt Krieger in Kiel aktiv. Zunächst als MöbelKraft-Ansiedlung angedacht, mutierte das Grundstücksgeschäft von Krieger dann zur Ansiedlung von anderen Krieger-Projekten (Höffner, Sconto). Verkauftes Grün reflektiert zahlreiche Aspekte eines Lehrstückes zur Durchsetzung eines Großprojektes in der Landeshauptstadt Kiel.
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Winterschönheit: Gewöhnliche Waldrebe, Clematis vitalba

Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe: Sammelnussfrucht
Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe: Sammelnussfrucht
Die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba L.) besticht wie andere Clematis-Arten auch im Winter: Die Sammelnussfrucht der Pflanze hat einen großen ästhetischen Reiz. Gern wird sie auch in der Floristik z.B. für Tischdekorationen oder Sträuße verwendet.
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Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Nachdichtungen | Blaise Cendrars | Sequenzen

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
veröffentlicht in: Gesammelte Dichtungen. Mit 2 Photographien von Mary Hausner. Pasing bei München, Bachmair 1932. 199 S. Gesamtauflage 800 Exemplare.

Nachdichtungen

Blaise Cendrars

Sequenzen

I.

             „Asperges me, Domine, hyssopo . . . “
             Ps. L.

Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt,
Ihre Vergangenheit löste sie wie ihr Haar.
Ein nie erfahrner Duft bestürzte ihre Augen;
Und dennoch wagten ihre Hände nicht zu mir.
Ihr Leib rief hingebettet preisgegeben mir,
Gedämpft ein dunkelfließender Akkord in Moll,
Von Liebe rot bespült im Purpur ihrer Lippen,
Und dennoch wagten meine Hände nicht zu ihr.
Des Sehnsuchtsbleichen, meine Hände wagten nicht
Zu brechen ohne Furcht der Liebe düstern Mohn,
Gebrannt in die Vergangenheit wie in ihr Haar . . .
– Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt.
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Cornus mas L., Kornelkirsche – Vollblüte

Cornus mas L., Kornelkirsche - Vollblüte
Kornelkirsche, Cornus mas L. – Vollblüte
Das Foto zeigt die Vollblüte der Kornelkirsche, Cornus mas L..

Der oftmals großstrauchartig wachsende Kleinbaum beginnt mit der schwach duftenden Blüte im Februar, das Blühende ist im April.
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