Klimawandel vor der Haustür: Trockenheitsschäden rund um das Kieler Zentralbad
Vegetation rund um das Kieler Zentralbad ist braun, einige Baumäste sind schwer geschädigt, einige sogar abgestorben.Für die Vegetation rund um das Zentralbad(Hörnbad) war es dieses Jahr bisher kein gutes Jahr.
Die Farbe Braun dominiert das Geschehen und da wo noch Grün zu finden ist zeigen sich Schäden oder Schwäche. Die ehemals artenreichste Fläche im Inneren Kiels wurde in ihren ökologischen Funktion durch die Bebauung mit dem Zentralbad massiv beeinträchtigt.
Die hörnnahe Biotopverbindung zwischen Ost- und Westufer Kiels ist seitdem erheblich gestört und das führt zu Artenverlusten in den benachbarten Quartieren.
Kiel: Zentralbad-Fläche zerstört wichtiges Biotop. Auf der Fläche selber wurde der artenreiche ca. 40 Jahre alte Vorwald zerstört. Es gab aber auch temporäre Wasserflächen, die nun komplett verschwunden sind. Eine der Folgen ist, dass aus einem kühlenden Feuchtigkeitsspeichen mit positivem Effekt Wasser- und Temperatureffekten für die umliegenden Quartiere eine Hitzebrücke geworden ist mit der Tendenz zu einen Hitze-Hotspot. Da bedingt durch den Klimawandel seit Jahren die Durchschnittstemperaturen steigen, lässt dies nichts Gutes für die nächsten Jahre erahnen.
Wald verkommt in Kiel zur Spekuliermasse – Beispiel: Nicht mehr vorhandener Pionierwald an der Kieler Hörn, der für das Zentralbad geopfert wurde. Die Rodungen vor gut 12 Jahren in diesem Bereich werden jetzt teuer bezahlt.
Das bundesdeutsche Naturschutzrecht spricht schönfärberisch von „Ausgleichsmaßnahmen“ im Zusammenhang mit Kompensationsleistungen für Umweltzerstörungen. Wenn ein „Ausgleich“ in Dietrichsdorf erfolgt oder sogar in den Kreisen Plön oder Rendsburg-Eckernförde mag das im weltweiten Maßstab betrachtet belanglos sein. Massive Trockenheitsschäden in der Krautvegetation am ZentralbadDem innerstädtischen Biotopverbund oder den hitzegeplagten Menschen in Gaarden oder Südfriedhof nützt es herzlich wenig. „Ausgleichsmaßnahmen“ in anderen Landesteilen für Naturzerstörungen in Kiel sind keine Polemik: Das ist gängige Praxis, damit Kiel weiter zubetoniert werden kann.
Teil des von Birken dominierten Vorwaldes auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Kiel – Foto von Rosa Thiemer im Februar 2012Besonders schwer getroffen hat es den Hang an der Gablenzstraße. Dort wird die Vegetation lückig, weil Pflanzen ausfallen.
Wer sich nach besseren Tagen zurücksehnt und jetzt etwas Abkühlung braucht: Vielleicht hilft ein längerer Blick auf das Waldbild von 2012. Zu der Zeit war ein größerer Teil des heutigen Zentralbadgeländes noch von einem birkendominierten (Betula pendula L.) Vorwald bestanden.
Trockenhang an der Gablenzstraße mit schweren TrockenheitsschädenSchon damals waren die an der Gablenzstraße gelegenen Hanglagen in trockenen Sommern erheblichem Stress ausgesetzt.
Allerdings hatte die Gesamtfläche damals viel mehr Wasser gespeichert und die Bäume und Sträucher auf dem Gelände eine ganz andere Verdunstungsleistung als die „Ausgleichs“-Baumpflanzungen, die sich bis heute schwertun.
Auch den Schattenwurf auf großen Teilen des ehemaligen Geländes darf man in seiner Bedeutung für die Vermeidung von Hitze- und Trockenheitsstress nicht unterschätzen. Millionengrab Zentralbad zerstört artenreichen Pionierwald und andere Biotoptypen. Innerstädtischer Biotopverbund ade.
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