Max Dauthendey: Der Wachtelruf

Max Dauthendey
(* 25. Juli 1867 i † 29. August 1918)

Der Wachtelruf

Wir gingen sacht dem Abend nach,
Der Himmel war ein goldnes Dach,
Der Tann voll dunkler Kammern stand,
Und wie ein Bett das Ährenland.
Ein Lockruf tat ans Ohr mir gehen,
Andächtig blieb der Fuß uns stehen.
Der Wachtel Herz noch spät anschlug,
Sie hatte nicht vom Tag genug,
Sie fand noch keine Abendzeit,
Rief noch ihr Glück aus meilenweit.

Sophie Albrecht: Im Junius 1783

Sophie Albrecht
(* ≤ 6. Dezember 1756 bei Erfurt bis † 16. November 1840 in Hamburg)

Im Junius 1783

Vergebens steigt der Tag in lichten Farben
Vergebens hüllt in Schimmer sich die Nacht
Mein Herz bleibt kalt, seitdem die Wünsche starben
Die schön dich mir, du Tag und Nacht! gemacht
Obs Winter ist, ob Veilchen um mich blühen
Ob Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt
Obs Mondennacht, ob Donnerwolken ziehen
Ist der gleichviel, die ohne Wünsche irrt.

Johanne Charlotte Unzer: Die Sommernacht

Johanne Charlotte Unzer
(* 27. November 1725 † 29. Januar 1782)

Die Sommernacht

Nein! Nichts übertrifft doch die kühlenden Nächte,
Die Nächte nach hitzigen Tages des Sommers!
Erquickende Wollust durchdringet die Glieder,
Und stärkt und belebt!
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Maria Luise Weissmann: Gartennovelle

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Maria Luise Weissmann: Gartennovelle. Eine Dichtung. Söcking, Bachmair 1949. 35 S. Gesamtauflage 1.500 Exemplare.

Gartennovelle

I.

Nicht, daß der Name Veronika so sehr der Bläue ihres Blicks gegolten hätte, obgleich es jeder glauben mußte, der sie sah. Die Mutter hatte sie so genannt, erlöschend nach dem schweren Kampf der Geburt, lächelnd in einer Erinnerung, wie sie den Sterbenden zusammenströmt aus Kindheit und ihrem frühen Himmel: einem blassen Vorfrühlingshimmel droben im Norden, wo Deutschland lag. Der Garten, in dem Veronika zurückblieb, stieg als letzte Stufe des großen Gebirgs zur Ebene hinab. Er stieg hinab in einen sanften und blassen See der südlichen Ebene und dann, von seiner Tiefe gespiegelt, wieder aus ihm empor in einem ewig schwebenden Gleichgewicht.
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Stiftung Naturschutz: 40.000 Hektar Hoffnung für Schleswig-Holsteins Artenvielfalt

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
40.000 Hektar Hoffnung für Schleswig-Holsteins Artenvielfalt

Anlässlich des „Internationalen Tages der Artenvielfalt“ am 22. Mai 2026 zieht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstien eine hoffnungsvolle Bilanz.

Wenn seltene Küstenvögel wieder sicher brüten, Frösche, Kröten und Unken neue Lebensräume und Teiche erobern und seltene Heidearten zurückkehren, dann zeigt sich: Naturschutz wirkt. Rund 40.000 Hektar Stiftungsland der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten an Küsten, auf wilden Wiesen, in Mooren und Wäldern wichtige Rückzugsräume. Zum „Internationalen Tag der Artenvielfalt“ am 22. Mai 2026 zieht die Landesstiftung eine hoffnungsvolle Bilanz. „Artenvielfalt entsteht nicht zufällig. Sie braucht Platz, Entwicklungsmöglichkeiten, Schutz und oft ganz konkrete Hilfe. Genau dafür setzen wir uns im Stiftungsland Tag für Tag ein“, sagt Ute Ojowski, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Viele Arten kehren zurück, wenn Lebensräume, wie das Stiftungsland, wieder naturnäher werden – das macht Mut.“
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