Nordoe bei Itzehoe: Fichtenwald wird in Laubmischwald gewandelt

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Bäumchen wechsele Dich: aus angeschlagenem Fichtenforst im Stiftungsland Nordoe wird heimischer Laubmischwald

Klingt niedlich, sieht aber brachial aus und wirkt auf den ersten Blick so gar nicht nach Naturschutz-Maßnahme: im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe rollen ab Mitte Oktober wieder die gewaltigen Holzernte-Maschinen – sogenannte Harvester – an. Sie schrauben sich durch die hoch gewachsenen Fichten und fällen Baum für Baum – beinah im Sekundentakt. Doch diese Maßnahme wirkt gleich in zweifacher Hinsicht: für den Klimaschutz und die Artenvielfalt.

Seit über 12 Jahren baut die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein den Wald aus Fichten inmitten der Binnendünenlandschaft Nordoe im Kreis Steinburg um. Zwischen den Gemeinden Breitenburg, Dägeling und Kremperheide soll ein heimischer Laubwald entstehen. Der zu Bundeswehr-Zeiten zum Sichtschutz gepflanzte Fichtenforst soll auf diese Weise Stück für Stück in einen Heidewald entwickelt werden, der sich einschmiegt in die für das Gebiet typischen ausgeprägten Heideflächen und Sanddünen.

Und der neue Wald – dominiert von Eichen – ist dann auch dem Klimawandel und den damit einhergehenden Extrem-Wetterereignissen wie Sturm, Trockenheit und Hitze, gewappnet sein. Denn: Eichen wurzeln deutlich tiefer in den Boden hinein als nicht-heimische Fichten. Dadurch drohen sie weniger leicht umzukippen – weder bei Hitze noch bei Sturm. Als Drittes kommt noch hinzu, dass die heimischen Eichen nicht von Borkenkäfern zerfressen werden.

In den kommenden Monaten – voraussichtlich bis Ende Januar 2027 werden deshalb Forstmitarbeiter*innen mit den Ernte-Maschinen, die Bäume fällen und fürs Sägewerk vorbereiten – in dem Gebiet – vor allem im Süden und Osten der Panzerwüste und nördlich der Bahnlinie im Stiftungslands Nordoe unterwegs sein. In der Zeit kann es zu Behinderungen und auch zeitweisen Sperrungen der Wanderwege direkt nebenan kommen. Der aktuelle Abschnitt des Waldumbaus findet auf etwa 33 Hektar statt.

Danach sollen sich zügig die kleinen Neu-Wald-Bewohner Eichen, Weißdorn, Schwarzdorn, Hainbuche und einige wenige Rotbuchen wiederansiedeln. In einigen Bereichen wird auch eine kleine Starthilfe gegeben und zum Teil maschinell gepflanzt.

Mit dem Heidewald bekommt Nordoe noch eine Extraportion biologische Vielfalt. Denn er ist schön hell und warm und bietet den schon jetzt in Nordoe umherflatternden Vögeln wie Grünspecht, Misteldrossel, Zilpzalp, Grauschnäpper, Kleiber und Eichelhäher viel Nahrung, Baumhöhlen und Nistplätze. Auch Schmetterlinge wie der Mittlere Perlmuttfalter sowie Wildbienen freuen sich über ein frisch renoviertes Zuhause.

Die Holzerträge durch den Verkauf der Fichtenstämme fließen vollständig ins Projektgebiet zurück. Das bedeutet konkret: von dem Geld werden die neuen Bäume gekauft und die Fäll- sowie die Pflanzarbeiten finanziert.

Hintergrundinformationen zum Projekt:

Vor über 12 Jahren hat der Waldumbau im Stiftungsland Nordoe begonnen. Nach einer längeren Pause – in dieser Zeit haben sich die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mehr auf die Entwicklung des Offenlandes konzentriert – wurden die Arbeiten im Jahr 2021 wieder aufgenommen. Seitdem rücken in jedem Herbst/Winter die Holzerntemaschinen an und verwandeln den Fichtenforst auf etwa 100 Hektar Stück für Stück in einen naturnahmen Mischwald. Von Mitte Oktober 2026 bis Ende Januar 2027 kommen jetzt noch einmal 33 Hektar hinzu.

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