Leider nicht verboten: Mähroboter

Mähroboter im Anmarsch
Mähroboter im Anmarsch
Mähroboter bergen erhebliche Risiken für Wild- und Haustiere: Die rotierenden Klingen führen regelmäßig zu Verletzungen oder Tötungen von Igeln, Kröten und anderen Kleintieren. Auch Haustiere sind davon immer wieder betroffen.

Durch die Intensivmahd werden schnittunverträglichere Gräser und Stauden verdrängt. Das führt zu einer Artenveramung der Pflanzenwelt auf der Rasenfläche. Darunter leiden auch Insekten und andere Tiere: Das Nahrungsangebot wird qualitativ eingeschränkt. Das schwächt auch die lebensraumverbindende Funktionen die Grünflächen haben. Die Fotos entstanden in der Wassilystraße im Kieler Stadtteil Hassee. Hier konkret sind dann der nahegelegene Stadteil Südfriedhof und das „innere Hassee“ am stärksten betroffen. Sicherlich nur „ein klein wenig“. Aber die Summe unserer großen und kleinen Umweltzerstörungern führt aktuell zum größten Artensterben der Weltgeschichte seit dem Aussterben der Dinosaurier. Es ist einfach kein Raum mehr für „hier ein bischen tothauen und da ein bischen wegmachen“…

Die Übernutzung (Intensivmahd) hat aber weitere Negativaspekte: Beispielsweise trocknen solche Flächen bei großer Hitze oder langanhaltender Trockenheit schneller aus.

Mähroboter quert Zuwegung zu Wassilystraße 22-28 in Kiel-Hassee
Mähroboter quert Zuwegung zu Wassilystraße 22-28 in Kiel-Hassee
Querung von Fußwegen
Das Queren von (halb)öffentlichen Gehwegen wie hier in der Wassilystraße im Kieler Stadtteil Hassee empfinde ich als besonders problematisch. Auch für Kinder können die Maschinen gefährlich sein. Das Foto zeigt einen Roboter beim Überfahren der Zuwegung zu den Hausnummern 22-28.

Mähroboter-Warnschild
Mähroboter-Warnschild
Böses Design
Die in der Wohnanlage aufgestellten Warnschilder sind für mich wenig gelungen: Auf sehr niedrigem Witzniveau wird mit dem Wort Mähen gespielt und mit Schaflauten assoziert: „Mä(äää)roboter“. Dieses Motiv wird aufgegriffen mit „Bitte NICHT füttern oder anheben“. Der „Witz“ wird kombiniert mit einem echten Warnhinweis.

Deutlich kleiner als die Firmenlogo und Webadresse des Unternehmenes wird dann nochmal auf die Gefahren für Kinder und Tiere hingewiesen: „Kinder und freilaufende Tiere bitte beaufsichtigen!“. Der Warnhinweis an der „verstecktesten Ecke“ in einem Bild (links unten für die durchschnittliche Betrachtungsweise eines mitteleuropäischen Menschen) ist an dieser Stelle disfunktional.

Ich gehe davon aus, dass das Schild von Menschen entwickelt wurde, die im Marketing- oder Grafikbereich zumindest Grundkenntnisse haben. Dafür spricht u.a. auch, dass die Unternehmensbezeichnung und den Webadresse an den für die Wahrnehmung „richtigen“ Stellen untergebracht sind. Insofern erkenne ich zwar eine Warnwirkung an, allerdings hat es vor allem auch die Wirkung eines Werbeschildes für das Unternehmen.
Abgesehen von der mich mich schwer erträglichen Plattheit des Schilderinhaltes stellen die Schilder als solches aber auch eine optische und funktionale Beeinträchtigung für die Grünfläche dar.

Kosten?
Spannende Frage: Sind die Erstellungskosten für den Robotereinsatz vom Wohnungsunternehmen bezahlt oder konnte das Wohnungsunternehmen die Erstellungskosten und die Werbeschilder durch entsprechende Vertragsgestaltung auf die Mieter:innen umlegen? Wenn die Mieter:innen nicht zahlen mussten, kann der Robotereinsatz gegenüber händischer Arbeits günstiger sein und die Nebenkosten senken. Werden die Erstellungskosten umgelegt relativiert sich der mögliche finanzielle Vorteil für die Mieter:innen erheblich.

Vielen Wohnungsunternehmen geht es nicht so sehr um geringe Nebenkosten für die Mietenden. Wenn das im Vordergrund stünde würden viele Grünflächen von Wohnungsunternehmen naturnäher und umweltfreundlicher gestaltet. Damit lassen sich bei gut angepasstem Pflege-/Entwicklungskonzept erhebliche Summen sparen.

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