Zunderschwamm, Fomes fomentarius, an abgestorbener Pappel

Zunderschwamm an abgestorbener Silber-Pappel
Zunderschwamm an abgestorbener Silber-Pappel
Die Fotos zeigen den Zunderschwamm Fomes fomentarius (L.) Fr. auf stehendem Totholz: Silber-Pappel (Populus alba agg.).

Die Redewendung „Brennt wie Zunder“ rührt von der Verwendung des getrockneten Pilzes als Mittel zum Entfachen von Feuer her. Ältester bisher gefundener Beleg für die menschliche Verwendung ist die Gletschermumie „Ötzi“ aus der Jungsteinzeit (Neolithikum).

Neben dem Zunder hatte er auch den Birkenporling, Fomitopsis betulina (Syn.: Piptoporus betulinus), dabei. Für beide Pilze ist auch eine Verwendung als Heilpilz nachgewiesen und eine Verwendung bis heute üblich.

Zunderschwamm befällt vor allem geschwächte Laubbäume und bevorzugt die Rot-Buche (Fagus sylvatica L.). Er ist aber auch häufig zu finden auf Birken (Betula spec.), Erlen (Alnus spec.) und Pappeln (Populus spec.). Der Pilz ist Weißfäule-Auslöser und zersetzt Holzbestandteile.

Zunderschwamm, Fomes fomentarius
Zunderschwamm, Fomes fomentarius
Die Fruchtkörper der fast weltweit verbreiteten Art können mehrere Jahrzehnte alt werden und sind in Schleswig-Holstein in jedem Rot-Buchen-Wald zu finden. Fomes fomentarius ist im Bestand ungefährdet. Grund dafür ist, dass die direkte menschliche Nutzung (Feuer; Nahrung; Heilmittel; Bekleidungsherstellung) abgenommen hat und andererseits menschliches Verhalten für eine Vielzahl von geschwächten Bäumen sorgt.

Die Fotos entstanden in unmittelbarer Nähe der Speckenbeker Au, einem Bach der den Drachensee und den Russee verbindet (Stadtteil Hassee in Kiel).

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