
Das Foto zeigt ein jüngeres Exemplar (rechts im Bild) zusammen mit Breit-Wegerich, Plantago major agg.. Auch auf einer vergleichsweise „neueren“ Pflasterfläche wurde ich fündig: In der Straße „Zum Hasseer Bahnhof“ (Sackgasse zwischen Citti-Park und Hasseer Straße) gibt es einen kleineren Bestand auf den von der Hasseer Straße aus betrachtet hinteren Parkplätzen. Möglicherweise finden sich auf den vorderen Parkplätzen keine Exemplare wegen der intensiveren Nutzung vor allem durch PKW.
Die in der Literatur angegebene Größe von 5 bis 15 cm erreichen diese Exemplare allerdings nicht. Sie nutzen den Schutz der Fuge und erreichen nur in unbetretenen Randbereichen Größen von über 1-2 cm. Über 5cm Größe konnte ich das Bruchkraut an diesen Standorten noch nie finden. Ein Exemplar von 5cm würde ich persönlich schon als „Riesen“ wahrnehmen.
In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands wird Herniaria glabra ssp. glabra als ungefährdet eingestuft. Gleichwohl liegen bisher vglw. wenige Daten über die Pflanze in fast jeder Hinsicht vor. Die Einschätzung der Expert:innen in Schleswig-Holstein ist etwas anders: In S-H wird sie in der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt. Die Vorwarnstufe bedeutet einen merklichen Rückgang, aber aktuell noch keine Gefährung im Sinne der RL. Bei Fortbestehen der bestandsreduzierenden Einwirkungen ist in naher Zukunft eine Einstufung in die Kategorie „Gefährdet“ wahrscheinlich.
Das Kahle Bruchkraut gehört zur Familie der Nelkengewächse, Caryophyllaceae.
Linktipp: Übersicht der Roten Listen in S-H