Sophie Albrecht: Im Junius 1783

Sophie Albrecht
(* ≤ 6. Dezember 1756 bei Erfurt bis † 16. November 1840 in Hamburg)

Im Junius 1783

Vergebens steigt der Tag in lichten Farben
Vergebens hüllt in Schimmer sich die Nacht
Mein Herz bleibt kalt, seitdem die Wünsche starben
Die schön dich mir, du Tag und Nacht! gemacht
Obs Winter ist, ob Veilchen um mich blühen
Ob Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt
Obs Mondennacht, ob Donnerwolken ziehen
Ist der gleichviel, die ohne Wünsche irrt.

Johanne Charlotte Unzer: Die Sommernacht

Johanne Charlotte Unzer
(* 27. November 1725 † 29. Januar 1782)

Die Sommernacht

Nein! Nichts übertrifft doch die kühlenden Nächte,
Die Nächte nach hitzigen Tages des Sommers!
Erquickende Wollust durchdringet die Glieder,
Und stärkt und belebt!
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Webcam zeigt Familienleben von Flussseeschwalben am Sehlendorfer Binnensee

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Live dabei: Spezial-Webcam zeigt Familienleben seltener Küstenvögel

Jetzt live dabei sein und die Natur hautnah erleben: Mit unserem Live-Stream vom Brutfloß. Beobachte wie seltene Küstenvögel sich um ihre Küken kümmern und ihr Zusammenleben gestalten.

Ein Wackeln, ein Piepsen – dann bricht ein kleiner Schnabel durch die Schale: Das Schlüpfen der jungen Flussseeschwalben und das Zusammenleben dieser als liebevoll bezeichneten Art kann jetzt im Live-Stream des EU-geförderten deutsch-dänischen Gemeinschafts-Projekts „Better BirdLIFE – ein Zuhause für Küstenvögel“ beobachtet werden. Die plüschigen Küken mit ihrem grau-beigen Gefieder und den dunklen Punkten schlüpfen ab Mai und gehören zu den süßesten Bewohner*innen des Natur- und Vogelschutzgebiets Sehlendorfer Binnensees.
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Theodor Däubler: Die Buche

Theodor Däubler
(* 17. August 1876 † 13. Juni 1934)

Die Buche

Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub.
Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken,
Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken,
Ich bin das Laub, die Krone überm Staub.
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Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Das Gottesauge

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Das Gottesauge

Der Polizeibericht nannte ihn einen Gewerbetreibenden. Aber er hatte die Schlüssel seines kleinen und armseligen Lädchens in der Vorstadt schon vor zwei Jahren einem Nachfolger übergeben und der sie wieder dem seinen; denn es war kein Geschäft zu machen in dieser Gegend zwischen den Filialen der großen und angesehenen Firmen, die so billig waren. So daß, wenn der Sechsundsechzigjährige von der Schlafstelle, die er bei entfernten Verwandten innehatte, die Straße entlang kam, den einen Fuß nicht vom Pflaster erhebend, sondern in einem leise schlurrenden Geräusch vor sich hinschiebend, denn die Kniekehle schmerzte unter einer ständigen Entzündung: daß er da also nicht einmal wußte, wer hinter der Tür mit den von ihm dort einmal angenagelten, nun abgestoßenen Emailschildern, wer hinter dem Ladentisch das Mehl auswog und die Bonbons für zwei oder drei Pfennig in die schmierigen Hände der Kinder schob.
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