Rainer Maria Rilke: Der Knabe

Rainer Maria Rilke
(* 4. Dezember 1875 in Prag bis † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz)

Der Knabe

Ich möchte einer werden so wie die,
die durch die Nacht mit wilden Pferden fahren,
mit Fackeln, die gleich aufgegangnen Haaren
in ihres Jagens großem Winde wehn.
Vorn möcht ich stehen wie in einem Kahne,
groß und wie eine Fahne aufgerollt.
Dunkel, aber mit einem Helm von Gold,
der unruhig glänzt. Und hinter mir gereiht
zehn Männer aus derselben Dunkelheit
mit Helmen, die, wie meiner, unstät sind,
bald klar wie Glas, bald dunkel, alt und blind.
Und einer steht bei mir und bläst uns Raum
mit der Trompete, welche blitzt und schreit,
und bläst uns eine schwarze Einsamkeit,
durch die wir rasen wie ein rascher Traum:
Die Häuser fallen hinter uns ins Knie,
die Gassen biegen sich uns schief entgegen,
die Plätze weichen aus: wir fassen sie,
und unsre Rosse rauschen wie ein Regen.

Stellungnahme des BUND SH zur Änderung des Landeswassergesetzes

Pressemitteilung des BUND S-H
Kosten im Umgang mit Wasser müssen Verursacher tragen – nicht die kommenden Generationen!

BUND SH fordert Nachbesserungen am geplanten Gesetz zur Änderung des Landeswassergesetzes und anderer wasserrechtlicher Vorschriften
Verpflichtende Wiedervernässung von Moorböden, sachgerechte Bewirtschaftung der Niederungsböden
Hafenbau nur mit Umweltprüfung
Vollständige Messung der Wasserentnahme und gerechte Gebühren
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Hans Schiebelhuth: Frohvogel

Hans Schiebelhuth
(* 11. Oktober 1895 in Darmstadt bis † 14. Januar 1944 in East Hampton, New York)

Frohvogel

Mein Frohvogel war mir entflogen,
Gar traurig schien da die Welt.
Erst dacht‘ ich, er hat nur verzogen
Und kommt wieder, sobalds ihm gefällt.
Doch war und blieb er verschwunden;
So lief ich zum Zeitverleih
Und borgte mir zehntausend Stunden,
Ihn suchen, wo er auch sei.
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Margarete Beutler: Als ich ein Zimmer verließ

Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen

Als ich ein Zimmer verließ

Du lieber Raum, nun müssen wir uns trennen!
Ins Fenster grüßt die schlanke Rosenranke
noch einmal wie ein glücklicher Gedanke
aus Tagen, die mich ganz ihr eigen nennen.
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