Nordoe bei Itzehoe: ehemalige Militärfläche wird entsiegelt

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Grauer Beton raus, wildbunte Vielfalt und Natur rein: Alte Kläranlage im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe wird zurück gebaut

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein entsiegelt ehemalige Militärfläche und gibt der Dünenlandschaft wieder mehr Raum

Es ist eins der vielen Relikte aus der militärischen Vergangenheit im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe: Ab Mitte September lässt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die ehemalige Kläranlage auf dem früheren Standortübungsplatz in Breitenburg-Nordoe zurück bauen. Klärbecken, Pumpwerk und weitere technische Anlagen werden beseitigt, versiegelte Betonflächen aufgehoben und das Gelände anschließend naturnah gestaltet.

Mit Aufgabe des Übungsplatzes im Jahr 2007 wurde auch dessen Kläranlage stillgelegt. Während sich im Naturschutzgebiet längst wieder wertvolle Lebensräume entwickelt haben, erinnern Pumpwerk, Klärbecken und andere technische Bauwerke noch heute an die frühere Nutzung des Gebietes.

Aus alter Infrastruktur wird wieder Natur

Mit dem Rückbau verschwinden nun auch diese letzten technischen Fremdkörper Stück für Stück aus der Landschaft. Anfallende Materialien und Abfälle werden fachgerecht entsorgt. Bereits im Vorfeld wurden die vorhandenen Baumaterialien, Wasseransammlungen und eine Bodenhalde untersucht, die Arbeiten selbst werden von Abriss-Spezialist*innen fachlich begleitet. Geklärt wurde auch, ob die alten Gebäude von gefährdeten Arten wie Fledermäusen oder Mehlschwalben besiedelt wurden. Anschließend wird das Gelände landschaftsgerecht modelliert. „Das Stiftungsland Nordoe ist schon jetzt ein Naturschutzjuwel und zuhause für zahlreiche seltene Arten, wie Zauneidechse, Knoblauch- und Kreuzkröten, dem Goldenen Scheckenfalter sowie vielen heimischen Wildpflanzen. Mit dem Rückbau der Kläranlage verschwindet nun endlich eins der vielen Relikte aus der militärischen Vergangenheit. Danach geben wir dieser grauen Insel im NATURA-2000-Gebiet „Binnendünen Nordoe“ ihre natürliche Vielfalt zurück und entwickeln neue Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen“, erklärt Maßnahmen-Manager Michael Ott von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Stiftung setzt damit zugleich eine der vielen Maßnahmen des neuen Managementplans für das NATURA-2000 Gebiet um.

Was Anwohner*innen wissen sollten

Der Rückbau beginnt in dieser Woche und soll nach derzeitiger Planung bis spätestens Februar 2027 abgeschlossen sein. Die Arbeiten werden von der auf derartige Rückbauten spezialisierte Firma Freimuth Abbruch & Recycling GmbH durchgeführt und von der iwb Ingenieure Infrastruktur GmbH & Co. KG fachlich begleitet. Während der Arbeiten kann es werktags von Montag bis Freitag insbesondere durch Baufahrzeuge und den Abtransport von Materialien zeitweise zu erhöhtem Verkehrsaufkommen beziehungsweise Einschränkungen im Bereich des „Lehmsweg“ bei der Schranke Schwarzer Dorn kommen. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bittet Anwohner*innen um Verständnis. Nach Abschluss der Arbeiten soll von der ehemaligen technischen Nutzung immer weniger zu sehen sein: Das Gelände wird Teil der weiteren ökologischen Entwicklung der Binnendüne Nordoe – und damit ein weiteres Stück ehemalige Militärfläche, das dauerhaft der Natur gehört.

Hintergrundinformationen zum Stiftungsland Nordoe

Ein Jahr nach Aufgabe des ehemaligen Standortübungsplatzes (1890-2007) – im Jahr 2008 – übernahm die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die ersten 160 Hektar der Offenlandflächen. Vertragsbedingungen bei der Übernahme war die Umsetzung des naturschutzfachlichen Entwicklungskonzeptes, das vorsah, eine ganzjährige, großräumige Beweidung mit Galloways und Wildpferden sicherzustellen. Im Jahr 2015 wurde dann das gesamte etwas mehr als 400 Hektar große Gebiet im Rahmen des Nationalen Naturerbes der Bundesrepublik Deutschland von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein übertragen.

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