Frucht essbar: Blutroter Hartriegel, Cornus sanguinea

Blutroter Hartriegel, Cornus sanguinea - Frucht
Blutroter Hartriegel, Cornus sanguinea – Frucht
Der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea L.) hat zur Zeit Fruchtreife. Blätter, Rinde, Holz und Wurzel sind gering giftig. Beim Konsum können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die schwarzen Beeren sind hingegen ungiftig. Für den Frischverzehr sind sie jedoch ungeeignet, und können ähnliche Symptome hervorrufen, wenn ausreichende Mengen konsumiert werden. Sie eignen sich aber als Verarbeitungsfrucht.
Durch die Erhitzung sind sie für den menschlichen Verzehr gut geeignet. Sie zeichnen sich u.a. durch einen hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Verwendet werden die Früchte des Blutroten Hartriegel für Fruchtsäfte, Gelees und Marmeladen.

In der modernen Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) spielt Cornus sanguinea keine Rolle. In früheren Jahrhunderten wurden die Früchte innerlich und das Öl der Samen äußerlich verwendet. Ebenso ist die Verwendung der ölhaltigen Samen zur Ölgewinnung überliefert.
Das Holz des sommergrünen Strauches eignet sich für Tischler- und vor allem Drechsel-Arbeiten. Wie der Name Hartriegel schon ahnen lässt, ist das Holz sehr hart und ist daher für Holzarbeiten hochwertig.

Gut verwendbar sind die jungen Triebe ähnlich wie z.B. die verschiedener Weiden-Arten (Salix spe.) oder der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana L.) für Korbflechtarbeiten. Durch die Kombination mit andersfarbigen Hartriegelarten (in Bezug auf die Rinde) oder anderen Pflanzenarten lassen sich interessante Farbkombinationen bzw. Muster erzeugen.

Beginnende Herbstfärbung der Blätter bei Blutroter Hartriegel, Cornus sanguinea
Beginnende Herbstfärbung der Blätter bei Blutroter Hartriegel, Cornus sanguinea
Weniger bekannt ist die Verwendung für den Lebendbau (Ingenierbiologie). Hier bieten sich sich standortangepasst Anwendungsmöglichkeiten wie z.B. bei Hasel oder Weidenarten. Beispielsweise sind rasche Böschungssicherungen durch fixierte Absenker möglich. Oder auch Steckhölzer oder Setzstangen. Durch regelmässigen Schnittintervall (z.B. jährlich, zweijährlich, dreijährlich….) können sehr gleichförmige Triebe erzeugt werden. Sie eignen sich für das tote Verflechten (siehe auch oben: Korbflechten) und ebenso für das dirkten Stecken von Hölzern oder Strangen in den Boden im Spätherbst oder Winter. Sie bewurzeln sehr gut und man kann so sehr wirtschaftlich große Flächen begrünen / sichern. Ebenso eignen sie sich genauso wie Weiden und Hasel für alle „Spielvarianten“ des Lebendbaus wie z.B. Kinder-Spielzelten.

In Schleswig-Holstein ist Cornus sanguinea in der westlichen Landeshälfte deutlich weniger verbreitet als im östlichen Landesteil. Der Blutrote Hartriegel kommt im nördlichsten Bundesland häufig vor und ist im Bestand nicht gefährdet.

Das Foto entstand am Rande des Meimersdorfer Moor in Kiel.

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