Wespenspinne, Argiope bruennichi

Wespenspinne, Argiope bruennichi
Wespenspinne, Argiope bruennichi
Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) gehört zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Andere deutsche Namen sind Zebraspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne. Die hellbraunen Männchen der Spinnenart unterscheiden sich optisch und in der Größe erheblich von den Weibchen. Sie werden nur bis zu 5-6 Millimeter groß während die Weibchen bis zu 2,5 cm Größe erreichen. Größen- und Erscheinungsbildunterschiede zwischen der männlichen und der weiblichen Spinne gibt es bei sehr vielen Spinnenarten.

Die in Deutschland recht bekannten Kreuzspinnenarten Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) und Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus) beispielsweise weisen ähnliche Differenzen auf: Das Männchen ist unscheinbarer und bräunlich gefärbt und wesentlich kleiner. Allerdings sind die Größenunterschiede weniger stark ausgeprägt als bei der Wespenspinne.

Das Wespenspinnen-Weibchen ist durch den gelb-weiß gestreiften Hinterleib (Opisthosoma) mit schwarzen Querbändern optisch wespenähnlich. Eine Verwechslung mit anderen heimischen Spinnenarten ist daher fast unmöglich.

Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland
Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland. Sie halten das Gelände offen und erhalten damit einen Lebensraum, der für die Wespenspinne besiedelbar ist.
Argiope bruennichi besiedelt hauptsächlich sonnige, offene Lebensräume mit niedrigerer Vegetation. Das ist für die Spinne wichtiger als die Frage ob es sich um eine Feuchtwiese oder einen Trockenrasen handelt. Das Foto zeigt die Wespenspinne auf extensiv beweidetem Grünland in Kiel-Kroog (Elmschenhagen) an der Grenze zum Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Durch die extreme Hitze und Trockenheit in diesem Sommer sind auch bei der hier sehr extensiven Viehhaltung mit Galloways die Gräser und Kräuter der Wiese recht kurz gefressen und so findet sich der untere Rand dieses Netzes fast auf Bodenhöhe. Typischer ist eine Netzhöhe von rund 20-70cm – wenn denn entsprechend hohe Vegetation da ist.

Junge Spinnen besiedeln ab Mai ihre Lebensräume erwachsene Männchen und Weibchen sind von Juli bis August zu finden. Die Lebensdauer der Männchen ist fast immer kürzer als der der Weibchen. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass viele Männchen die Paarung nicht überleben. Die Weibchen sind bis in den Oktober anzutreffen.

Die Beute der Wespenspinne variiert abhängig von der Art des Lebensraumes: Auf einer Feuchtwiese mit angrenzendem Gewässer ist die Artenzusammensetzung der Insekten anders als auf einem Trockenrasen. U.a. können als Nahrung dienen: Heuschrecken, Fliegen, Schmetterlinge, Libellen Bienen, Wespen….

Gift: Für den Menschen ist die Spinne ungefährlich. Lediglich an dünnen Hautstellen könnten die kurzen Giftklauen die Haut durchdringen. Leichte Schmerzen, Schwellungen und Rötungen sind mögliche Folgen dieses seltenen Ausnahmefalles.

Schon als Kind und Jugendlicher habe ich mich sehr für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert und bin viel in Schleswig-Holstein unterwegs gewesen. Damals gab es Argiope bruennichi im Norden nicht. Auch wenn das menschliche Erinnerungsvermögen etwas sehr Seltsames ist: Diese extrem auffällige Spinnenart hätte ich sicherlich nicht vergessen, insbesondere auch, weil ich mich als Kind sehr für Kreuzspinnen interessiert habe. Das ist nun gut vier Jahrzehnte her und mittlerweile ist die Wespenspinne in Schleswig-Holstein verbreitet. In meiner Kindheit war die Art vor allem in Südeuropa vorkommend und besiedelte in Deutschland nur einige Wärmeinseln z.B. im Rhein-Main-Gebiet.

Wahrscheinlich aufgrund der Klimaerwärmung und aufgrund der erhöhten menschlichen Mobilität ist sie mittlerweile in fast allen Ländern Europas anzutreffen und auch in Teilen Asiens und Afrikas zu finden.