
Die in Deutschland recht bekannten Kreuzspinnenarten Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) und Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus) beispielsweise weisen ähnliche Differenzen auf: Das Männchen ist unscheinbarer und bräunlich gefärbt und wesentlich kleiner. Allerdings sind die Größenunterschiede weniger stark ausgeprägt als bei der Wespenspinne.
Das Wespenspinnen-Weibchen ist durch den gelb-weiß gestreiften Hinterleib (Opisthosoma) mit schwarzen Querbändern optisch wespenähnlich. Eine Verwechslung mit anderen heimischen Spinnenarten ist daher fast unmöglich.

Junge Spinnen besiedeln ab Mai ihre Lebensräume erwachsene Männchen und Weibchen sind von Juli bis August zu finden. Die Lebensdauer der Männchen ist fast immer kürzer als der der Weibchen. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass viele Männchen die Paarung nicht überleben. Die Weibchen sind bis in den Oktober anzutreffen.
Die Beute der Wespenspinne variiert abhängig von der Art des Lebensraumes: Auf einer Feuchtwiese mit angrenzendem Gewässer ist die Artenzusammensetzung der Insekten anders als auf einem Trockenrasen. U.a. können als Nahrung dienen: Heuschrecken, Fliegen, Schmetterlinge, Libellen Bienen, Wespen….
Gift: Für den Menschen ist die Spinne ungefährlich. Lediglich an dünnen Hautstellen könnten die kurzen Giftklauen die Haut durchdringen. Leichte Schmerzen, Schwellungen und Rötungen sind mögliche Folgen dieses seltenen Ausnahmefalles.
Schon als Kind und Jugendlicher habe ich mich sehr für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert und bin viel in Schleswig-Holstein unterwegs gewesen. Damals gab es Argiope bruennichi im Norden nicht. Auch wenn das menschliche Erinnerungsvermögen etwas sehr Seltsames ist: Diese extrem auffällige Spinnenart hätte ich sicherlich nicht vergessen, insbesondere auch, weil ich mich als Kind sehr für Kreuzspinnen interessiert habe. Das ist nun gut vier Jahrzehnte her und mittlerweile ist die Wespenspinne in Schleswig-Holstein verbreitet. In meiner Kindheit war die Art vor allem in Südeuropa vorkommend und besiedelte in Deutschland nur einige Wärmeinseln z.B. im Rhein-Main-Gebiet.
Wahrscheinlich aufgrund der Klimaerwärmung und aufgrund der erhöhten menschlichen Mobilität ist sie mittlerweile in fast allen Ländern Europas anzutreffen und auch in Teilen Asiens und Afrikas zu finden.