BUND klagt für mehr Meeresschutz auf der Doggerbank

Pressemitteilung des BUND S-H
BUND klagt für mehr Meeresschutz auf der Doggerbank

++ Fischereierlaubnis im Meeresschutzgebiet Doggerbank unrechtmäßig
++ Fischerei mit Grundschleppnetzen verschärft Biodiversitätskrise
++ Klage von EU-weiter Bedeutung im Meeresnaturschutz
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Margarete Beutler: Nach der Weinlese

Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen

Nach der Weinlese

Nun stehn die kleinen Pforten alle offen,
die talwärts zu den Rebenhängen führen!
Kein Wächter eilt, sie nächtens zu verschließen.
Der Wächter Amt ist aus. Sie schwelgen wohl
im jungen Wein bereits und reden trunken…
Die Reben aber, ihres Schmucks beraubt,
der Schwere und der Süße ihrer Trauben,
entsenden Blatt für Blatt zur Erde wieder
und kräuseln müde ihre dürren Ranken.
Wie Frauen, deren Haare alternd bleichen,
die niemand mehr sich Mühe gibt zu hüten,
weil keine Süßigkeit gefährdet ist
und keiner Frucht mehr Räuber schändend nahen,
so liegen sie an den verlassnen Straßen
im Moderkranz der fahlen Lauben da,
und selbst die kleinen Wasser wandern träger
dem großen Strom der breiten Tale zu.

Maria Luise Weissmann: Aus einer Kindheit [Fragment]

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Aus einer Kindheit

[Fragment]

ICH HEISSE LUNA.
… Vorhin spielten wir Überfall. Wir bewohnen in Frieden das Gartenhaus, abgelegene Villa irgendwo, bis meinen Mann ein Telegramm zur Reise nötigt. Ich bleibe zurück mit den zwei Dienern, die zum Schutz mir überlassen sind. Die Gegend sei unsicher und die Reise könne lange dauern, hat mein Mann beim Abschied mit einem Lächeln gesagt, das ich leise in meinen Haarwurzeln spüre. Nachts liege ich fünf Minuten auf der Holzbank und denke an dieses Lächeln, während draußen der Kies knirscht, der Park unendlich sich breitet. In der dritten Nacht dann geschieht es. Ich höre wieder den Kies, dann knacken Zweige, ein Stoß öffnet die Tür, eh ich noch meine Diener geweckt habe, die in einer Ecke aneinander gelehnt unwahrscheinlich laut schnarchen. Georg in seinem umgewendeten Matrosenkittel ist entsetzlich, wie er mit Geheul zur Tür herein auf mich stürzt. Die Diener entsinnen sich ihrer Pflicht und heben zögernd den Arm. Aber schon zuckt der hölzerne Dolch in Georgs brauner Faust nach ihnen, nach mir: im Vollbringen noch dieser blitzschnellen Bewegung, die sich nur entfernt nach der Richtung unserer Körper wendet, hat er, unterbrochen von satanischem Triumphgeheul, ein-, zwei-, dreimal gerufen: futsch! – futsch! – futsch! –
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Ostseeschutz nützt auch den Fischereibetrieben

Dünen an der Ostseeküste bei Noer
Dünen an der Ostseeküste bei Noer
Pressemitteilung des BUND S-H
Ostseeschutz nützt auch den Fischereibetrieben

+ Naturschutzverbände im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags: Aktionsplan Ostseeschutz schnell umsetzen!
+ Fischereifreie Schutzgebiete tragen zur Erholung der Fischpopulationen bei
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Rainer Maria Rilke: Der Knabe

Rainer Maria Rilke
(* 4. Dezember 1875 in Prag bis † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz)

Der Knabe

Ich möchte einer werden so wie die,
die durch die Nacht mit wilden Pferden fahren,
mit Fackeln, die gleich aufgegangnen Haaren
in ihres Jagens großem Winde wehn.
Vorn möcht ich stehen wie in einem Kahne,
groß und wie eine Fahne aufgerollt.
Dunkel, aber mit einem Helm von Gold,
der unruhig glänzt. Und hinter mir gereiht
zehn Männer aus derselben Dunkelheit
mit Helmen, die, wie meiner, unstät sind,
bald klar wie Glas, bald dunkel, alt und blind.
Und einer steht bei mir und bläst uns Raum
mit der Trompete, welche blitzt und schreit,
und bläst uns eine schwarze Einsamkeit,
durch die wir rasen wie ein rascher Traum:
Die Häuser fallen hinter uns ins Knie,
die Gassen biegen sich uns schief entgegen,
die Plätze weichen aus: wir fassen sie,
und unsre Rosse rauschen wie ein Regen.