Friederike Kempner (1836-1904)
Das Vöglein erwacht
Das Vöglein erwacht,
Im Traume es dacht
An Röseleins Pracht,
Die Katze hält Wacht.
Kunst. Freie und bildende Kunst. Gebrauchskunst, Kunsthandwerk.
Art, Artă, Arte, Artisti, Konscht, Konst, Māksla, Menas, Művészet, Ealaín, Sanat, Sztuka, Taide, Umění, Umenie, Umetnost, Umjetnost, τέχνη, изкуство.
Friederike Kempner (1836-1904)
Das Vöglein erwacht
Das Vöglein erwacht,
Im Traume es dacht
An Röseleins Pracht,
Die Katze hält Wacht.
Paul Heyse
(* 15. März 1830 † 2. April 1914)
Vorfrühling
Stürme brausten über Nacht,
und die kahlen Wipfel troffen.
Frühe war mein Herz erwacht,
schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.
Paul Heyse: Vorfrühling weiterlesen
Richard Dehmel
(* 18. November 1863 † 8. Februar 1920)
Schneeglöckchen
Sie ist erwacht,
des Winters einzige Blume.
In Tod und Nacht
träumte die stumme
Botin des Frühlings
von Licht und Leben.
Richard Dehmel: Schneeglöckchen weiterlesen
Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
Nachts
Ich kaure immer
Und höre mein Blut
Rauschen, den dunkeln Strom.
Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest | Nachts weiterlesen
Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
veröffentlicht in: Gesammelte Dichtungen. Mit 2 Photographien von Mary Hausner. Pasing bei München, Bachmair 1932. 199 S. Gesamtauflage 800 Exemplare.
Nachdichtungen
Paul Verlaine
Sappho
Gepeinigt von vergeblichem Verlangen,
Die Augen hohl, die Brüste steil, so kreist
Sappho am Strand, ein wildes Tier, gefangen.
Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Nachdichtungen | Paul Verlaine | Sappho weiterlesen
Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
veröffentlicht in: Gesammelte Dichtungen. Mit 2 Photographien von Mary Hausner. Pasing bei München, Bachmair 1932. 199 S. Gesamtauflage 800 Exemplare.
Nachdichtungen
Blaise Cendrars
Sequenzen
I.
„Asperges me, Domine, hyssopo . . . “
Ps. L.
Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt,
Ihre Vergangenheit löste sie wie ihr Haar.
Ein nie erfahrner Duft bestürzte ihre Augen;
Und dennoch wagten ihre Hände nicht zu mir.
Ihr Leib rief hingebettet preisgegeben mir,
Gedämpft ein dunkelfließender Akkord in Moll,
Von Liebe rot bespült im Purpur ihrer Lippen,
Und dennoch wagten meine Hände nicht zu ihr.
Des Sehnsuchtsbleichen, meine Hände wagten nicht
Zu brechen ohne Furcht der Liebe düstern Mohn,
Gebrannt in die Vergangenheit wie in ihr Haar . . .
– Die Kostbare war da, gebreitet und enthüllt.
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Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)
Weg im Nebel
Nun wird die Spur der Füße langsam ungetan,
Und aus der Tiefe, aus der tiefen Tiefe steigt
Das Trübe, schwadengrauer Nebel himmelan.
Maria Luise Weissmann: Imago | Weg im Nebel weiterlesen