Luise Büchner: Schönes Bild

Luise Büchner
(* 12. Juni 1821 in Darmstadt bis † 28. November 1877 in Darmstadt)

Schönes Bild

Wie bist du schön, o Rose,
Und hold in deiner Pracht,
Vom ersten Sonnenstrahle
Geküsst nach tauger Nacht;
Von Tränen übergossen
Dein leuchtend Angesicht,
Stehst lächelnd du im Schimmer
Des Lichts, das dich umflicht.
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Selma Merbaum: Stille

Selma Merbaum
(* 5. Februar 1924 in Czernowitz, Rumänien/Ukraine bis † 16. Dezember 1942 im Zwangsarbeitslager Michailowka, Rumänien/Ukraine)

Stille

Im Zimmer schwebt die Stille und die Wärme,
ganz wie ein Vogel in durchglühter Luft,
und auf dem schwarzen kleinen Tische
liegt still das Deckchen, dünn und zart wie Duft.
Das Glas mit klarem Wasser, wie ein Traum,
wacht, dass das Glöckchen neben ihm nicht lärme,
und wartet scheinbar auf die kleinen Fische.
Die rote Nelke dämmert in den Raum,
als wäre sie dort Königin.
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Rainer Maria Rilke: Wilder Rosenbusch

Rainer Maria Rilke
(* 4. Dezember 1875 in Prag bis † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz)

Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den Verdunkelungen
des Regenabends; jung und rein;
in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen
und doch versunken in sein Rose-sein;
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Naturgenussfestival 2025 der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Nordoe bei Itzehoe eröffnet

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Das längste Draußen-Date des Sommers startet: Naturgenussfestival 2025

Naturgenussfestival 2025 der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe eröffnet

Es ist eines der größten Draußen-Festivals des Nordens und dauert von Juni bis September: Das Naturgenussfestival 2025 der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Seit mehr als 20 Jahren bietet es über 100 kulinarische Veranstaltungen mit dem Fokus auf Natur- und Klimaschutz mit mehr als 80 Partner*innen aus Gastronomie, Landwirtschaft, regionalen Manufakturen und Naturführer*innen.
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Margarete Beutler: Im Spiegel

Margarete Beutler
* 13. Januar 1876 in Gollnow bis † 3. Juni 1949 in Gammertingen

Im Spiegel

Ach, du Verliebte,
wie mein ich mich selber
in dir zu erkennen,
wenn deine kleinen
sehnsüchtigen Füße
wandern im Zwielicht!
Da wissen die Büsche
von Obdach und Zuflucht
in Schauer und Dunkel,
da lachen die Quellen
mit blitzenden Augen
und senden dir eifrig
das rieselnde Rinnsal,
die purzelnden Bäche
und stürzenden Wasser,
den Durst dir zu löschen!
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Maria Luise Weissmann: Aus einer Kindheit [Fragment]

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Aus einer Kindheit

[Fragment]

ICH HEISSE LUNA.
… Vorhin spielten wir Überfall. Wir bewohnen in Frieden das Gartenhaus, abgelegene Villa irgendwo, bis meinen Mann ein Telegramm zur Reise nötigt. Ich bleibe zurück mit den zwei Dienern, die zum Schutz mir überlassen sind. Die Gegend sei unsicher und die Reise könne lange dauern, hat mein Mann beim Abschied mit einem Lächeln gesagt, das ich leise in meinen Haarwurzeln spüre. Nachts liege ich fünf Minuten auf der Holzbank und denke an dieses Lächeln, während draußen der Kies knirscht, der Park unendlich sich breitet. In der dritten Nacht dann geschieht es. Ich höre wieder den Kies, dann knacken Zweige, ein Stoß öffnet die Tür, eh ich noch meine Diener geweckt habe, die in einer Ecke aneinander gelehnt unwahrscheinlich laut schnarchen. Georg in seinem umgewendeten Matrosenkittel ist entsetzlich, wie er mit Geheul zur Tür herein auf mich stürzt. Die Diener entsinnen sich ihrer Pflicht und heben zögernd den Arm. Aber schon zuckt der hölzerne Dolch in Georgs brauner Faust nach ihnen, nach mir: im Vollbringen noch dieser blitzschnellen Bewegung, die sich nur entfernt nach der Richtung unserer Körper wendet, hat er, unterbrochen von satanischem Triumphgeheul, ein-, zwei-, dreimal gerufen: futsch! – futsch! – futsch! –
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