
Grund ist Wassermangel und möglicherweise auch Hitzestress. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Das bedeutet ein indifferentes Verhalten und ist ein Hinweis für die Pflanzeignung auch auf trockeneren Böden.
Der Standort hat zahlreiche Ungunstfaktoren, u.a.
– Extrem kleine und als Hügel entwickelte Baumscheibe
– Hitzestress durch Versiegelung und Bebauung
– Streusalzexposition
– (Hunde-)Urin
– Giftiger Abfall wie Zigarettenstummel
Die anderen Bäume der Art in der Kieler Straße in Kiel-Gaarden sind bei gleichgroßer Baumscheibe (noch) grün. Daher ist es wahrscheinlich, dass die genannten möglichen Schadensursachen allein nicht der Grund sind. Die Streusalzexposition ist mutmaßlich etwas höher als bei den weiter oben in der Straße stehenden wegen des Eingangsbereiches zum Kinderspielplatz. Vielleicht wird dort mehr gestreut und vielleicht wird der Platz rund um die geschädigte Hainbuche als Lagerplatz für zusammengeschobenen streusalzhaltigen Schnee bevorzugt, weil er für Räummaschinen besser befahrbar ist.
Auch die anderen Baumscheiben zeigen die für die Wasseraufnahme abträgliche „Hügelbildung“ durch Bodenbildung oberhalb der ursprünglichen Pflanzhöhe. Diese Hügel sind besiedelt vor allem mit Pflanzen, die Zeigerpflanzen für mehr oder weniger trockene Standorte sind wie z.B. Festuca ovina agg., Schaf-Schwingel (Artengruppe). Der Schaf-Schwingel ist Starktrocknis- bis Trockniszeiger (Feuchtezahl 2).
Der entscheidende Unterschied könnten die Flächen hinter dem gelben Klinkerweg sein. Der Kinderspielplatz hat auf Höhe des geschädigten Baumes seinen Eingangsbereich. Rechts des Eingangs befindet sich eine technische Anlage. Dieser Bereich steht für das Wurzelsystem des Baumes nicht zur Verfügung. Die weiter oben in der Kieler Straße in Kiel-Gaarden stehenden Exemplare von Carpinus betulus haben da bessere Karten: Auf ihrer Höhe ist der Spielplatzbereich offen und kann durch Wurzeln wesentlich besser erschlossen werden. Vielleicht wurden für die Wurzeln auch Wurzelbrücken angelegt. Aber auch ohne diese m.E. unwahrscheinliche Variante gelingt es den Wurzeln unterhalb der Gehwegkonstruktion hindurchzuwachsen und die Kindergartenfläche mit den wesentlich besseren Bodenverhältnissen zu erreichen.
Meine Überlegungen beruhen auf Indizien und mögliche Schadensquellen sind benannt, ihre Gewichtung aber ohne aufwändige Untersuchung nur ungenau zu nennen. Und es gibt aber auch weitere mögliche Ursachen: mutwillige Schädigung durch Gifte oder heiße Flüssigkeiten; Austritt von Betriebsstoffen von Kraftfahrzeugen u.a.m. Denkbar ist auch dass der geschädigte Baum etwas jünger ist und dass er deswegen tieferliegende Bodenschichten mit besserer Wasserversorgung noch nicht erreicht hat….
Die Blätter der Pflanze sind essbar. Wer es probieren möchte: am besten junge Blätter. Als Einstreu im Stall wurden sie in der Tierhaltung verwendet. Und natürlich als Viehfutter, auch zusammen mit den Feinästen als ganzer Trieb . Ethnobotanische Bedeutung ist für die Heilpflanze nachgewiesen.
Wegen der vergleichsweise hohen Standorttoleranz ist Hainbuche in Schleswig-Holstein eine beliebte Heckenpflanze. Die sommergrünen Blätter haften bei regelmäßigem Schnitt recht lang nach dem herbstlichen Rückzug am Gehölz und stellen dann noch einige Wochen oder Monate einen Sicht- und Windschutz dar.
An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ist Carpinus betulus nur vereinzelt anzutreffen. Zufinden ist sie auch vglw. häufig auf schleswig-holsteinischen Knicks. Die Individuenanzahl ist aber meist sehr viel geringer als von der Hasel (Corylus avellana L.) oder der Schlehe (Prunus spinosa L., s. str.).