Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Vielfalts-WG für Wiesenvögel, Frösche, Heuschrecken und Libellen – Im Stiftungsland Krempermarsch entsteht neues Feuchtgrünland
In der Krempermarsch bei Altenmoor im Kreis Steinburg entsteht ein neues Feuchtgrünland für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Karin Windloff und ihr Team von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein entwickeln auf knapp elf Hektar bisher intensiv genutztem Grünland einen abwechslungsreichen Lebensraum mit feuchten Wiesen, flachen Wasserstellen und zeitweise überstauten Bereichen. Ziel ist es, insbesondere Wiesenvögeln wie Kiebitz und Feldlerche bessere Brut- und Nahrungsbedingungen zu bieten.
Wo bislang Gräben, Grüppen und Drainagen das Wasser möglichst schnell ableiteten, soll es künftig länger auf der Fläche gehalten werden. Dafür werden Drainagerohre unterbrochen und bestehende Entwässerungsrinnen angepasst. Mithilfe sogenannter Knierohre lassen sich die Wasserstände künftig gezielt regulieren. Vor allem zwischen Herbst und Frühjahr entstehen so flache Wasserflächen und schlammige Bereiche, während die Fläche weiterhin als offenes Grünland erhalten bleibt.
Nasse Füße für den Artenschutz
Feuchte Böden sind für viele Wiesenvögel überlebenswichtig. Im weichen Boden finden sie deutlich mehr Insekten und andere Kleintiere als Nahrung für ihren Nachwuchs. Gleichzeitig profitieren auch Zug- und Rastvögel von den neu entstehenden Feuchtflächen.
„Für sie darf es auf unseren Wiesen ruhig ein bisschen matschig sein. Denn genau dort, wo das Wasser länger steht, tummeln sich auch mehr Insekten“, erklärt Karin Windloff, Maßnahmen-Managerin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein.
Ein Mosaik für mehr Artenvielfalt
Von den neuen Feuchtwiesen sollen neben Kiebitz und Feldlerche auch Braunkehlchen und Wiesenpieper profitieren. Darüber hinaus entstehen wertvolle Lebensräume für Amphibien wie Moorfrosch, Grasfrosch, Erdkröte und Wasserfrösche. Auch Libellen und Heuschrecken finden künftig bessere Bedingungen vor.
Langfristig können sich auf den Flächen typische Pflanzenarten der Feucht- und Nasswiesen ansiedeln. Dazu gehören unter anderem Sumpf-Schafgarbe, Sumpf-Hornklee, Sumpf-Labkraut und verschiedene Seggenarten. Das Zusammenspiel aus offenen Wiesen, unterschiedlich feuchten Bereichen und zeitweise überstauten Flächen schafft ein vielfältiges Lebensraummosaik, das sich im Jahresverlauf ständig verändert.
Die Arbeiten auf der Fläche beginnen Ende Oktober und sollen innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden. Entwickelt wird die Maßnahme von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.