Bäume haben eine sehr unterschiedliche Empfindlichkeit gegen Anschüttungen mit Kies, Erden u.ä. im Wurzelbereich. Vergleichsweise bekannt ist die große Empfindlichkeit der Rot-Buche (Fagus sylvatica L.): Wenige Zentimeter können tödlich sein. Bei anderen Baumarten sieht es besser aus.
Manche Arten wie die Silber-Weide (Salix alba L.) sind vergleichsweise tolerant. Bei den meisten Baumarten geht es aber um ein paar Zentimeter, die zwischen Leben, starker Schwächung oder auch Tod entscheiden können.
Auf dem Foto abgebildet ist eine etwas rätselhafte Aufschüttung beim einem Straßenbaum in Hassee: Es handelt sich um einen Kies etwa in der Körnung 0-3mm. Aus dem kommunalen Wegebau stammt er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Im öffentlichen Wegebau wird in der Landeshauptstadt seit mehreren Jahren ausschließlich „grauer“ norwegischer Granit (Jelsa-Granodiorit) verwendet. Auch war auf dem öffentlichen Gehweg keine kürzlich erfolgte Reparatur erkennbar.
Bleibt als Ursache nur, dass jemand einen Kiesrest loswerden wollte und den auf dem Wurzelbereich des Baumes ausbrachte. Mir ist über die Zusammensetzung des Kieses nichts bekannt. Hoffentlich war es kein Streusalz-Sand-Rest. Und wenn er von einer Baustelle kam: Hoffentlich enthielt er keine Zusätze. Aber auch wenn er „sauber“ war, ist so eine Kiesschüttung gefährlich für den Baum:
Substratanschüttungen können zu einer Beeinträchtigung der Wurzelatmung (Gasaustausch) führen. Auch das Bodengefüge kann verändert werden, was viele verschiedene negative Folgen für den Baum haben kann. Deswegen sind Andeckungen mit Materialien wie Kies oder Erde nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig.
Die entscheidenden Regelwerke zu Baumschutz in diesem Zusammenhang:
DIN 18920 – Schutz von Bäumen bei Baumaßnahmen
R SBB – Richtlinien zum Schutz von Bäumen und Vegetationsbeständen bei Baumaßnahmen
ZTV-Baumpflege