NRW: Unterschriftenaktion gegen Waldverkauf gestartet

Nachfolgend wird eine geringfügig gekürzte und veränderte Pressemitteilung des NABU NRW dokumentiert.

Allianz aus Verbänden und Initiativen ruft zum landesweiten Bürgerprotest auf

Düsseldorf – Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes (21.3.) sowie der drohenden Verkäufe von Staatswald in Nordrhein-Westfalen ruft ein Bündnis aus Naturschutzgruppen, Heimat- und Wandervereinen, Forstleuten und Gewerkschaftlern aus NRW alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, gegen den Verkauf bedeutender Waldflächen in der Eifel zu protestieren. „Der geplante Verkauf stellt für die Zukunft eine Gefahr für den öffentlichen Wald in NRW insgesamt dar, denn die Wahrscheinlichkeit weiterer Waldverkäufe nach dem ersten Sündenfall steigt damit stark an“, befürchtet Josef Tumbrinck, Sprecher der Allianz gegen den Staatswaldverkauf und Vorsitzender des NABU NRW. Niemand könne sicher sein, dass nicht vor seiner Haustüre die nächsten Waldflächen in Landesbesitz zum Verkauf angeboten würden, um mit dem Erlös Haushaltslöcher zu stopfen.

Neben den nordrhein-westfälischen Verbänden lehnen alle Bürgermeister und Räte der betroffenen Kommunen den Staatswaldverkauf ab. Viele Bürger in der Eifel und weit darüber hinaus sind empört über die Verkaufspläne der Landesregierung. Unter www.keinstaatswaldverkauf.de besteht nun seit heute die Möglichkeit seinen Protest gegen den Ausverkauf des nordrhein-westfälischen Waldes direkt an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zu senden oder Unterschriften zu sammeln und so die Aktion „Stopp dem Staatswaldverkauf in NRW“ zu unterstützen.

Stoppen kann den Verkauf nur noch Ministerpräsident Rüttgers. „Entscheidend wird sein, ob Anfang April der Verkaufserlös in Höhe von 25,5 Mio. Euro im Nachtragshaushalt beschlossen wird und in der Folge dann der Kaufvertrag mit der Silva Wald GbR als Käufer geschlossen wird“, erklärt Tumbrinck. Dies gelte es jetzt mit aller Kraft zu verhindern, denn die vielfältigen Gemeinwohlwirkungen, die der Wald für die Gesellschaft habe, wie saubere Luft, sauberes Wasser und ein hoher Erholungswert seien mit einer Privatisierung nicht vereinbar. Zudem bestünden erhebliche Bedenken, dass die Waldflächen zukünftig weiter im Sinne des Naturschutzes bewirtschaftet würden.

Bereits seit August letzten Jahres plant das Land zur Konsolidierung des Haushaltes nicht nur den Verkauf von Splitterflächen, sondern auch von sechs insgesamt 2714 ha großen und aus Naturschutzsicht besonders wertvollen Waldflächen. Mehrfach haben Naturschutzverbände und andere Gruppen Umweltminister Uhlenberg bereits aufgefordert, den Verkauf von großen Waldflächen in NRW zu stoppen und wieder zur alten Strategie der gezielten Waldvermehrung im öffentlichen Besitz zurückzukehren.