Monats-Archiv für September 2001

Heracleum mantegazzianum, Riesenbärenklau

Heracleum mantegazzianum;
Riesenbärenklau, Herkulesstaude

Autoren: Andreas Regner, punga, zorro

Vor dieser Pflanze möchte ich ausdrücklich warnen: eine Ausbreitung in die Landschaft sollte m.E. nicht begünstigt werden. Der im 19 Jahrhundert durch Gärtner in Mitteleuropa verbreitete Doldenblütler ist sehr ausbreitungsfreudig. Ggf. würde ich an einer Kübelkultur überlegen (oder anderen Formen, die das Wurzelwachstum unter Kontrolle halten). Eine Aussamung sollte verhindert werden.
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rasen – anlage

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Rasenanlage und Sanierung

Autor: Hannes Birnbacher, Windhagen

Stand: 6. März 2001
Background: 10 Jahre, Reparaturen bis zu 50 qm
Ein Stück Rasen anzulegen, ist nicht schwer. Folgendes ist zu beachten.

Inhalt:

1. Zeitpunkt
2. Untergrund
3. Saatgut
4. Einsaat
5. Nach der Einsaat und Bild
6. Reparatur
7. Sanierung

1. Zeitpunkt
Ich habe selber schon Rasenstücke zwischen März und November angelegt.

2. Untergrund
Der Untergrund muß eben, trittfest und mindestens eine Handbreit tief
gelockert sein. Gewöhnlich wird man das Stück mit dem Spaten oder der
Grabgabel umgraben und hierbei den vorhandenen Bewuchs mit einer
gebogenen vierzinkigen Gabel zur Kompostierung ausharken. Man sollte
sog. Unkraut nicht nur einfach untergraben, da z.B. Löwenzahn sonst
früher oder später wieder auswächst, und zwar dann mit weitverzweigten
und tiefen Wurzeln. Hartnäckige Wurzelunkräuter bekämpft man evtl.
durch Aussieben. Anschließend wird ein Arbeitsgang mehrfach wiederholt,
in dem man die Oberfläche mit einem Rechen möglichst glattharkt und
dann vorsichtig, Schritt an Schritt fest tritt. (Für größere Stücke
oder bei professioneller Ausführung soll man hierfür eine Walze nehmen,
die durch Wasserfüllung beschwert wird).
Dies unternimmt man sehr sorgfältig und prüft mit einer Latte, ob
Senken vorhanden sind, in denen sich später z.B. das Wasser stauen
wird. Sinkt man zu tief beim Festtreten ein, weiß man, daß man hier
weitere Erde darüberharken oder aufbringen und vorsichtig fest treten
muß.

Von Anke Holzmann-Wirth kam folgender Ergänzungsvorschlag:
Brettchen unterschnallen beim Festtreten. Die Brettchen
(etwas größer als die eigenen Füße zuschneiden, und mit Schnur wie Sandale
oder Schneeschuh gestalten) verteilen das Gewicht gleichmäßiger, und
dadurch, dass sie rechteckig sind, muss man nicht mehrmals nachtrampeln, um
die unregelmäßigen Sohlenabdrücke auszugleichen :-)

3. Saatgut: Ich habe Rasensamen dort gekauft, wo er in größeren Mengen
preiswert erhältlich war, bevorzugt in der nächsten Raiffeisen-
Verkaufsstelle. (Auch wenn diese ca. zehn Prozent teurer ist als die
umliegenden Baumärkte, finde ich es wert, solche konzernunabhängigen
Verkaufsstellen zu unterstutzen). Mangels besserer Idee habe ich die
häufig angebotene “Berliner Tiergartenmischung” oder auch einmal
“Sportrasen” genommen. Unterschiede habe ich hinterher nicht bemerkt,
so kann ich keine Ratschläge zum Saatgut geben.

4. Einsaat: Rasensamen mit vollen Händen auszustreuen, ist
Verschwendung und führt zu ungleichmäßigem Wuchs. Ich habe das Saatgut
ca. 1:4 bis 1:10 mit Sand gemischt. Dadurch kann man bei der gebotenen,
sparsamen Anwendung dennoch gut die gleichmäßige Aufbringung
kontrollieren. Anschließend wird das Saatgut vorsichtig ca. einen
halben Zentimeter tief eingeharkt und die Oberfläche mit dem Rechen
festgedrückt.

5. Nach der Einsaat: Nach 2…6 Wochen, je nach Außentemperatur, wird
man mit dem ersten feinen, grünen Schimmer belohnt und binnen Tagen
sprießt ein flächendeckender Rasen.
Bild: http://www.hannes-birnbacher.de/interessen/zuhause/rasen.html.
Erstes Betreten und Mähen nach ca. drei Monaten. Wer obige Ratschläge
zur gleichmäßigen Festigung des Untergrundes nicht beachtet hat, muß
nach dem folgenden Absatz verfahren…

6. Reparatur: Kuhlen in vorhandenem Rasen lassen sich problemlos auf
dieselbe Weise mit Erde füllen, festtreten und neu einsäen. Damit man
zur Bekämpfung des unvermeidlichen Unkrautes nicht die frische Fläche
betreten muß, empfiehlt sich ein vorheriges Ausstechen aller fremden
Kräuter, insbesondere Löwenzahn und Gelber Klee.

7. Sanierung: Auch die Wiederbelebung einer ca. einhundert Jahre lang
benutzten, mit Unkrautvernichtungsmitteln und Streusalz behandelten
Hoffläche aus gestampftem Lehm, teils asphaltiert gewesen, gelang auf
die vorgenannte Weise. Der Lehm wurde mit der Spitzhacke möglichst tief
zerkleinert und an der Oberfläche mit ca. einem Viertel hinzugemischten
Mutterbodens verbessert. Für diesen extremen Anwendungsfall wurde
mehrere Jahre lang auf die Bekämpfung von Unkraut strikt verzichtet, um
eine Bodenlockerung und -Verbesserung zu fördern und Tierleben aller
Art anzuziehen


rasen – moos

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Moos im Rasen

Autor: Ralf Gutzki

Mögliche Ursachen:
- Schattiger / Halbschattiger Platz
- Boden zu Sauer
- Boden verdichtet
- zu wenig Närstoffe
- zu niedrig eingestellter Rasenmäher

Schattiger / Halbschattiger Platz
Durch zu viel Schatten kann sich der Rasen nicht richtig Entfalten und Moose gewinnen die Überhand.
Abhilfe: Schatten verhindern, Schattenrasen aussähen

Boden zu Sauer
Ist der Boden zu sauer (pH-Wert unter 6.0) ist das für den Rasen schlecht und für das Moos gut.
Abhilfe: Kalken

Boden verdichtet
Durch zu verfestigten Boden, lehmiger, toniger Boden, kann der Rasen nicht mehr genügend atmen.
Abhilfe: Vertikultieren, auflockern

zu wenig Nährstoffe
Rasen braucht viel Stickstoff.
Abhilfe: Dünung mit Kompost oder Stickstoffdünger

zu niedrig eingestellter Rasenmäher
Wird der Rasen zu tief abgemäht kann er sich nicht richtig entfalten.
Abhilfe: Rasenmäher höher einstellen (ca. 6cm)

———————————————–

Betreff: Moos im Garten
Datum: Sun, 11 Feb 2001
Von: Gerhard Zahn

Der Trick dabei ist nicht, Moos zu bekämpfen, sondern es erst gar
nicht aufkommen zu lassen.

Meist liegen die Ursachen an Stickstoff- u Kalkmangel sowie allzu
reichlicher Bodenverdichtung u Beschattung.

Aso dann….. Moos im Rasen die Xte :-)

Pro-Moos:
Alles was dem Moos gut tut u den Rasengräsern schadet,
schwerer lehmiger, toniger Boden,
verfestigter Boden (Baufahrzeuge, Fußweg),
sauerer Boden, zu niedriger pH-Wert, Kalkmangel,
Schatten oder Halbschatten von Gebäuden, Bäumen, Sträuchern,
eingeschlossene Lagen mit wenig Luftzug (Mauer, Böschungen), weil
hier die Bodenoberfläche länger feucht bleibt.
verhungerter Rasen mangels Düngung.

Kontra-Moos:
Alles was dem Rasen gut tut u dem Moos schadet.
Schon bei der Neuanlage obere Bodenschicht lockern u
mit Sandbeimischung durchlässiger u leichter machen,
verfestigten Boden tief schneidend (1 cm unter die Bodenoberfläche)
vertikutieren, alles andere ist Oberflächenkosmetik…,
scharfen (= lehmfreien) Sand 1 cm hoch auftragen u einrechen,
Erhaltungskalkungen nachholen,
noch besser pH-Wert messen u dem Ergebnis entsprechend kalken,
(pH-Wert 5,5 bei leichteren, bis 6,5 bei schwereren Böden).
Überhängende Sträucher zurückschneiden,
Bäume stark auslichten, damit Sonne zum Rasen durchdringt,
den Rasen regelmäßig schneiden, da kurzer Rasen schneller
abtrocknet,
regelmäßig stickstoffbetont düngen, was die Gräser fördert,

Für Rasenschnitt wird ein Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis von 1:12
angegeben. Zum Vergleich: Sägemehl liegt bei 500:1.
Wenn im Rasengrün soviel Stickstoff ist, dass das Verhältnis schon
für
die Kompostierung auf 1:30 verschoben werden soll, dann muß man doch
einsehen, daß der Stickstoff, der im Rasen drin ist, auch wo
herkommen
muß. Halt aus stickstoffbetontem Dünger, wie es jeder Rasendünger
ist.
Wobei stickstoffhaltige mineralische Einzeldünger, wie Kalkammon-
salpeter, für wenig Geld den gleichen Zweck erfüllen.

Der Einsatz chemischer Moosvernichter (auf Eisensulfat-Basis) ist
bestenfalls dann sinnvoll, wenn Erb-Tante Frieda überraschend ihren
Besuch angesagt hat. Die Moosvernichter wirken nämlich schon in
wenigen Stunden, leider aber nicht einmal für Wochen, da sie an den
ursächlichen schlechten Bedingungen leider Null ändern….





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