Johann Wolfgang von Goethe: Ginkgo biloba

Ginkgo biloba - Blatt
Ginkgo biloba – Blatt
Johann Wolfgang von Goethe
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main bis † 22. März 1832 in Weimar)

Ginkgo biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.
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Johann Wolfgang von Goethe: März

Johann Wolfgang von Goethe
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main bis † 22. März 1832 in Weimar)

März

Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Daß von den Blümlein allen,
Daß von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.
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Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Die Bettina und Goethe

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Die Bettina und Goethe

              Ein Versuch

Die Vorrede, mit der Bettina von Arnim den „Briefwechsel Goethes mit einem Kinde“ einleitet, beginnt mit den Worten: „Dies Buch ist für die Guten und nicht für die Bösen.“

Es liegt eine merkwürdige Verwahrung in diesem Satz, mit dem ein Mensch sich gegen die Mit- und Nachwelt zu sichern sucht. Es liegt die ganze Entschiedenheit eines glücklichen Temperamentes darin, das die Bettina trug, gleichzeitig aber auch Unsicherheit, die eines Fragwürdigen, eines Anfechtbaren sich durchaus bewußt ist. Es liegt eine Spur von schlechtem Gewissen in dieser Ablehnung der „Bösen“, Verzicht auf die Gerechtigkeit, das Maß, das diesem leidenschaftlichen Menschen bis zu seinem Ende fremd blieb. Vielleicht aber hat auch Bettina geahnt, wie schwer es sein würde, dieses Maß an sie zu legen. Sie war vielleicht im Tiefsten aufrichtig genug, sich für die Zukunft den Scharen jener einzuordnen, die allein in ihrer Beziehung zu einem Größeren gewogen werden, die, in das Werk bezogen, allein gewogen werden nach Hemmnis oder Verdienst an diesem Werk. Sie wußte im Innersten vielleicht, daß sie durch Goethe weiterleben würde, nicht durch sich selbst, und daß, weil niemand ihr Leben zu seinem eignen Ursprung verfolgen, niemand dem Gesetz seines Ablaufs würde nachgehen wollen, die Liebe der „Guten“ ihr unentbehrlicher sein würde, als die Gerechtigkeit der „Bösen“.
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Johann Wolfgang von Goethe: Novemberlied

Johann Wolfgang von Goethe
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main bis † 22. März 1832 in Weimar)

Novemberlied

Dem Schützen, doch dem alten nicht,
Zu dem die Sonne flieht,
Der uns ihr fernes Angesicht
Mit Wolken überzieht;
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Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Der Deutsche in der Landschaft

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Der Deutsche in der Landschaft

Es hat – aus einem Bund mit den reinsten Vorkämpfern für Würde und Geltung des Dichterischen – sich dem Verlag der Bremer Presse eine große und sehr kenntlich gegen die Zeit begrenzte Aufgabe ergeben. Eine Aufgabe, in Leistung mittlerweile umgewandelt, die aus dieser Zeit emporsteigt als ein Berg Ararat: Beweis und sichere Verheißung ewiger Fundamente.
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Johann Wolfgang von Goethe: Bäume leuchtend, Bäume blendend

Johann Wolfgang von Goethe
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main bis † 22. März 1832 in Weimar)

Bäume leuchtend, Bäume blendend

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
überall das Süße spendend,
in dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend.
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Johann Wolfgang von Goethe: Ein großer Teich war zugefroren

Johann Wolfgang von Goethe
(* 28. August 1749 in Frankfurt am Main bis † 22. März 1832 in Weimar)

Ein großer Teich war zugefroren

Ein großer Teich war zugefroren,
die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
durften nicht ferner quaken noch springen,
versprachen sich aber, im halben Traum,
fänden sie nur da oben Raum,
wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
nun ruderten sie und landeten stolz
und saßen am Ufer weit und breit
und quakten wie vor alter Zeit.