Haselnuss: Kätzchenknospen

Hasel-Zweig, Corylus avellana, mit männlichem Blütenstand - Kätzchen
Hasel-Zweig, Corylus avellana, mit männlichem Blütenstand – Kätzchen
Das männliche Kätzchen (Amentum) der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana L.) bildet sich bereits im Spätsommer als Knospe an den Zweigen. Bis zur Vegetationsruhe wachsen sie und sind im Herbst und und Winter gut sichtbar. Die eigentliche Blüte, bei der die Kätzchen (Amenta) ihre Pollen freisetzen, findet in Schleswig-Holstein in der Regel zwischen Januar und Februar bis in den März hinein statt.

Doppelknick oder auch Redder in Hassee. Bestimmendes Gehölz ist hier die Hasel.
Das Foto ist an einem sehr heißen Tag aufgenommen. Sonnenlicht dringt nur wenig durch das Blätterdach. Dadurch ist die Straße stark verschattet und der Redder ist ein vergleichsweise kühler Ort.
Haselnuss bestimmt diesen Doppelknick oder auch Redder in Hassee
Vereinzelt kann man die Blüte in warmen Wintern oder besonders geschützten Lagen auch schon im Dezember beobachten.
Bei der Haselnuss befinden sich weibliche und männliche Blüten auf derselben Pflanze (einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch)).
Die Knospenbildung der weiblichen Blüten erfolgt ebenfalls im Spätsommer, allerdings etwas zeitversetzt. Sie sind im Vergleich zu den männlichen hängenden Kätzchen winzig. Die weibliche Blüte erfolgtebenfalls zeitversetzt, sodass Selbstbestäubung auf einer Pflanze in der Regel vermieden wird. Die Verbreitung der männlichen Pollen erfolgt ganz überwiegend durch Windbestäubung. Tiere spielen eine nur geringe Rolle.

Die weiblichen (karpellaten) Blüten mit heraushängenden roten fädigen Narben sind im Spätwinter bei Sonnenlicht als kleine wenige Milimeter große rote „Punkte“ vor allem bei Sonnennlicht gut zu erkennen: Einfach vor einen Haselstrauch stellen und sich umschauen… Zahlenmässig sind sie deutlich weniger vertreten als die auffälligeren männlichen Blüten.

Ökologische Zeigerwerte (Ellenberg)

Corylus avellana L., Gewöhnliche Hasel, L6 T5 K3 Rx Fx N5

Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen S-H 2019/21

Umgestürzt aber nicht vollständig entwurzelt: Hasel wächst weiter
Umgestürzt aber nicht vollständig entwurzelt: Hasel wächst weiter
* = Derzeit nicht gefährdete Art
Arten werden als derzeit nicht gefährdet angesehen, wenn ihre Bestände zugenommen haben, stabil sind oder so wenig zurückgegangen sind, dass sie nicht mindestens in Kategorie V eingestuft werden müssen.
In Schleswig-Holstein ist die Hasel weit verbreitet, fehlt allerdings oder hat nur vergleichsweise geringe Bestände an der Nordseeküste.

V = Vorwarnliste
Definition: Arten, die merklich zurückgegangen, aber aktuell noch nicht gefährdet sind. Bei Fortbestehen der bestandsreduzierenden Einwirkungen ist in naher Zukunft eine Einstufung in die Kategorie „Gefährdet“ wahrscheinlich.

Links

planten.de

(Auswahl)
Gewöhnliche Hasel – rotlaubig und grün
Haselnuss: Kätzchenknospen
Umgestürzte Hasel wächst weiter
Scharfer Hasel-Milchling in Symbiose mit Haselnuss
Redder – Doppelknick
Frühlingsanfang: Astronomisch, meteorologisch und phänologisch

Scharfer Hasel-Milchling, Lactarius pyrogalus, mit weißer Milch nach Verletzung (auch zu sehen auf dem Löwenzahnblatt)
Scharfer Hasel-Milchling, Lactarius pyrogalus, mit weißer Milch nach Verletzung (auch zu sehen auf dem Löwenzahnblatt). Der Pilz lebt in Symbiose mit u.a. der Haselnuss.

Schreibe einen Kommentar