Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Projekt Klimafarm macht Moorstück in Erfde wieder nass
Die Klimafarm, ein Versuchsprojekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Erfde, vernässt seit vier Jahren Moore in der Eider-Treene-Sorge-Niederung, um sie anschließend nass zu bewirtschaften. Jetzt starten die Moor-Landwirt*innen mit dem Umbau einer Moorfläche direkt vor der eigenen Haustür, im Erfder Ortsteil Ekel.
Zum letzten Augustwochenende rollen die großen Spezial-Bagger an, um auf der 32 Hektar großen Niedermoor-Fläche nördlich der Klimafarm den Wasserstand dauerhaft anzuheben. Dafür werden Drainagen im Boden gesucht und unterbrochen, Gräben aufgestaut oder verfüllt und fast 1,3 Kilometer Torf-Wall gebaut. Dazu kommt ein 140 Meter langer Graben, der die weitere Entwässerung benachtbarter Flächen gewährleisten soll. Drei verstellbare Überläufe und ein sogenannter Teich-Mönch sorgen dafür, dass die Wasserhöhe auf der Fläche anschließend eingestellt werden kann.
„Unser Ziel ist ein durchschnittlicher Wasserstand von zehn Zentimeter unter der Oberfläche. Das ist ideal für die Nassbewirtschaftung mit der Mähraupe. Und gleichzeitig nass genug, damit der Torf erhalten bleibt, anstatt sich als CO2 buchstäblich in Luft aufzulösen.“ erklärt Nina Ahlers, zuständig für die Wiedervernässungsmaßnahmen im Projekt Klimafarm.
Die Fläche bei Ekel gehört zu den vielen Moorgebieten Schleswig-Holsteins, die bisher entwässert werden. Dabei gelangt Sauerstoff in den Torf, der sich zersetzt und klimaschädliches Kohlendioxid freisetzt. Gleichzeitig sackt der Boden immer weiter ab. Mit der Wiedervernässung stoppt die Klimafarm diesen Prozess und nutzt anschließend die Fläche für die Gewinnung ihres Rohstoffs.
Schon nächtes Jahr ernten die Mitarbeiter*innen der Klimafarm die Pflanzen, die auf dem vernässten Moor von alleine wachsen. Aus diesem Rohstoff werden im Rahmen des Projekts zusammen mit Unternehmen neue Produkte wie Erossionsschutzmatten, Plastik-Ersatz, Versandkartons und viele weitere Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. So sollen neue Wertschöpfungskettten aufgebaut werden, die es Landwirt*innen ermöglichen, auf vernässten Moorflächen gewinnbringend und klimaschonend zu wirtschaften. Innerhalb von sechs Wochen sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.
Die Klimafarm ist ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK).