
Hilfreich sind dabei ungeplante Absenkungen des Straßenkörpers, (Herbst)Laub, Schwachäste benachbarter Bäume (Windwurf), Staub, Verwehung und Ausspülung von Boden aus der Umgebung u.a.m..
Eine besondere Rolle auf den Fotos spielt eine Brombeere (Rubus spec.). Die Kletterpflanze hat mangels Kletterhilfe begonnen auch in den Straßenraum zu wachsen. Der (umgangssprachlich dornige) stachelige Spreizklimmer nutzt dabei auch kleine Unebenheiten und Schadstellen des Wegebelages, um ein wenig Halt zu finden.

Auf den Fotos zu sehen ist u.a. der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre L.). Die immergrüne Staude aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) ist ein Trockenheitsspezialist. Viele Menschen kennen die Pflanze von Dachbegrünungen. Sie ist vergleichsweise salzverträglich, was hier eher nicht von Bedeutung ist, weil der Straßenraum im Winter wahrscheinlich nicht mit Streusalz bedacht wird. Die große Trockenheitsverträglichkeit der Pflanze (Wassereinlagerung in den Blättern) ist hier ihr Vorteil: Sie kann über Ausläufer, Abrisse oder Saat selbst dünnste Substratauflagen zumindest temporär besiedeln und stellt dadurch eine wichtige „Brücke“ für anspruchsvollere Pflanzenarten dar. Die gering giftige Pflanze wird übrigends von einigen Menschen in der Küche als Gewürz verwendet (siehe hierzu auch den Namen: Scharfer Mauerpfeffer,(Sedum acre L.).
Den auf den Fotos zu sehenden anspruchsvolleren Pflanzenarten reicht eine Substratstärke von wenigen Zentimetern nicht: Ihr Vorkommen deutet auf Schäden in der Asphaltdecke hin. Zu sehen sind unter anderem Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.), Gewöhnliche Möhre (Daucus carota L.), Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata L.), Breit-Wegerich (Plantago major agg.) und Löwenzahn (Taraxacum spec.).
Der schon erwähnte Brombeer-Trieb hat neben der oben erwähnten Eigenschaft der „Boden“-Festigung für die Umgebungsvegetation aber noch weitere sehr positive Eigenschaften: Beton- und Asphaltdecken können im Sommer sehr heiß werden. Durch Verschattung und Verdunstung lindert die Brombeere Trockenheitsstress und Hitzestress. Auch mildert sie Trocknungseffekte durch Wind. Sie schafft also für andere Pflanze ein erträglicheres Mikroklima.
Ein Aspekt sind auch die Stacheln der Pflanze: Sie mindern den Betrittsdruck durch Tiere und auch ein radfahrender Mensch würde einer Brombeere eher ausweichen. Damit erzeugen sie im Vergleich zur Umgebung einen „Schonraum“.