Galloway-Rinder in der Grünlandbewirtschaftung

Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland
Galloway-Rind: Kuh und Kalb auf extensivem Grünland: Sie halten das Gelände offen, d.h. sie verhindern die Verbuschung
Das Galloway-Rind (Bos taurus taurus) ist eine hornlose Rinderrasse. Ursprünglich stammt es aus dem Südwesten Schottlands. Die historische Region Galloway ist Namensgeberin für das Rind. Galloways zählen zu den ältesten Rinderrassen Großbritanniens.

In Schleswig-Holstein (und Deutschland) werden sie gerne in der Landschaftspflege eingesetzt. Für extensive Grünlandbewirtschaftung sind sie besonders gut geeignet, weil sie sehr robust und genügsam sind. Außerdem können sie selbst bei sehr niedrigem Temperaturen ganzjährig im Freiland gehalten werden.

Dabei hilft ihnen u.a. ein doppelschichtiges, zotteliges Fell, das vor Kälte, Nässe und Wind schützt. Unterstellmöglichkeiten sind vorteilhaft aber in Schleswig-Holstein verzichtbar. Gut sind dann aber Schutzräume durch Hecken o.ä..

Beliebt sind die Tiere auch deshalb, weil sie sehr friedlich sind und ein gutes Sozialverhalten zeigen. Auch dass sie genetisch bedingt keine Hörner haben kann als kleiner Vorteil gesehen werden.

Galloway-Rinder sind gute Futterverwerter. Sie verschmähen beispielsweise Distel deutlich weniger als intensive Rinderrassen. In manchen Gebieten werden sie gezielt eingesetzt zur Regulierung invasiver Neophyten wie Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum Sommier & Levier) (z.B. im Kreis Schleswig-Flensburg). Meist ist das Ziel aber vor allem die Begrenzung oder Verhinderung des Aufkommens oder der Verbreitung von Sträuchern und Bäumen sowie die Störung der Konkurrenzkraft besonders wuchsstarker Stauden und Einjähriger.

Wespenspinne, Argiope bruennichi
Wespenspinne, Argiope bruennichi, auf extensiv bewirtschaftetem Grünland
Die extensive Beweidung schafft eine größere Artenvielfalt und eine andere Artenzusammensetzung als eine Intensivbeweidung oder der Ackerbau. Traditionell hatte Schleswig-Holstein viel Grünland und auch einen im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern hohen Anteil der Freilandhaltung von Kühen. Mit dem Aufkommen der sogenannten „Bio“-Gas-Anlagen ging eine Ver-Maisung der Landschaft einher. Gemeint ist damit, dass ehemaliges Grünland umgewandelt wurde für den Anbau von Mais (Zea mays), um die Biogasanlagen mit Rohstoff zu beliefern.

Auch deswegen hat die Extensiv-Grünlandbewirtschaftung eine große Bedeutung für zahlreiche Organismen, seltene und auch verbreitete wie z.B. die Wespenspinne (Argiope bruennichi).

Schneeweißer Mist-Tintling, Coprinopsis nivea auf Kuhfladen
Schneeweißer Mist-Tintling, Coprinopsis nivea auf Kuhfladen
Aber auch der Kuhfladen selber ist von großer Bedeutung. Bis zu 200 verschiedene Organismen können einen einzigen Fladen besiedeln, darunter zahlreiche Insekten oder auch Pilze wie der Schneeweiße Mist-Tintling (Coprinopsis nivea).


Die Fotos wurden auf extensiv beweidetem Grünland in Kiel-Kroog (Elmschenhagen) an der Grenze zum Kreis Plön in Schleswig-Holstein aufgenommen.