Umweltorganisationen lüften Bankgeheimnisse

Sechs europäische Umweltorganisationen (1) launchen heute die Webseite www.banksecrets.eu. Sie präsentiert die Investitionen von dreizehn großen europäischen Banken in zerstörerische Projekte und verantwortungslose Konzerne. Trotz der Bankenkrise investieren Finanzinstitutionen nämlich weiter in unverantwortlicher Weise und berufen sich auf das Bankgeheimnis. Mit Blick auf diese Bankgeheimnis-Mentalität, „enthüllen“ Aktivisten in parallelen Theateraktionen die Banken in mehreren europäischen Hauptstädten.

Die beteiligten Mitgliedsorganisationen des Banktrack-Netzwerks haben in aktuellen Recherchen Links zwischen Banken und Unternehmen gefunden, die Diktaturen unterstützen, wie Petrochina und Total, irreversible Umweltschäden hervorrufen wie Vedanta Resouces, oder Streumunition herstellen wie Textron. Die dreizehn untersuchten Banken, unter ihnen die Deutsche Bank, haben zwischen 2005 und 2009 gemeinsam 39,6 Milliarden Euro in vierzehn solche Unternehmen und Projekte investiert (2): 11,4 Milliarden Euro in Krediten an die betroffenen Unternehmen, 10,5 Milliarden Euro durch arrangierte und gezeichnete Anleihen sowie 17,7 Milliarden Euro über Besitz und Verwaltung von Aktien.

„Solche zerstörerischen Investitionen dürfen nicht länger toleriert werden. Banken müssen Umwelt und Menschenrechte bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen“, erklärt Dr. Barbara Happe von der Umweltorganisation urgewald. „Als ethisches Mindestmaß muss es klare Ausschlusskriterien geben: kein Geld für Diktaturen, schwerwiegende Umweltschäden, geächtete Waffen oder Menschenrechtsverletzungen.“

„Investoren dürfen nicht warten, bis sie gerichtlich für Menschenrechtsverletzungen und schwere Umweltschäden verantwortlich gemacht werden. Sie müssen sicherstellen, dass sie aus solchen Praktiken keinen Profit ziehen. Banken haben einen enormen Einfluss und können positiven Wandel bewirken“, sagt Mathias Bienstman von der Organisation Netwerk Vlaanderen.

Auf der Webseite befindet sich eine Weltkarte, die die zerstörerischen Investitionen europäischer Banken zeigt, darüber hinaus veröffentlicht die Seite Bankprofile der dreizehn Banken und erklärt die Verbindung zwischen Unternehmen und Banken. Darüber hinaus kann von der Webseite ein elektronischer Brief an die Bankvorstände geschickt werden und ethische Banken als Alternative werden vorgestellt.

Hintergrund
(1) Die Organisationen sind urgewald, NetwerkVlaanderen, Platform, Campagna per la Riforma della Banca Mondiale, Setem und Les Amis de la Terre.
(2) Die untersuchten Banken sind Deutsche Bank, Banco Santander, Barclays, BBVA, BNP Paribas, Citigroup, Credit Agricole, ING, Intesa Sanpaulo, HSBC, RBS, Société Générale und Unicredit.

Quelle: urgewald