Checkliste für den Ostseeschutz

Dünen an der Ostseeküste bei Noer
Dünen an der Ostseeküste bei Noer
Pressemitteilung des BUND S-H
Checkliste für den Ostseeschutz

– Naturschutzverbände verfolgen Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz
– Erste Meilensteine erreicht: Schutzgebiete ausgewiesen, freiwillige Vereinbarungen
– Verbindliche Ziele zur Reduktion des Nährstoff-Eintrags in die Ostsee fehlen
– Reduktion von Störungen in allen sensiblen Ostsee-Gebieten notwendig
Checkliste für den Ostseeschutz weiterlesen

Oskar Kanehl: Vormarsch im Winter

Oskar Kanehl
(* 5. Oktober 1888 in Berlin bis † 28. Mai 1929 in Berlin)

Vormarsch im Winter

Bespannt von grauem Leichentuche ist der Himmel.
Das Land schneeüberweht.
Eiswind peitscht splittriges Glas in unser Fleisch.
Kein Wetter hemmt den Befehl zum Vormarsch.
Und kein Opfer.
Auf gefrorenem Boden hallt unser Schritt hohl
als gingen wir auf Sargdeckeln riesiger Massengräber.
Einzeln stoßen Strauchstrunke durch den Schnee
wie Hände eines der noch leben wollte.
Vielleicht eines meiner getöteten Freunde.
Bleibt wach! Ihr werdet alle mit uns auferstehen!
Baumkronen, hängen als groteske Fesselballons über der Erde.
Wegweiser zeigen mit schwarzer Hand
in unbekannte Tode.
Seltene Stimmen sprechen wie in leeren Kellergewölben.
Verfluchter Tag.
Die eingewickelten Feldgrauen schleichen neben dem langen Zügel ihrer Tiere
und haben Eisbärte, die Pferde Eisschwänze.
Schritt für Schritt bleibt eins stehen.
Hustet und schüttelt sich vor Kälte.
Die Magenwände schlagen aneinander.
Schleimhäute funktionieren ohne Hilfe.
Im Gleichtakt wiegend wankt die Last
der Berggeschütze auf dem Rücken der Tragtiere.
Öfter muss nachgegürtet werden. Dann stockt es.
Oft umgepackt.
Aber das Ganze kommt vorwärts. Muss vorwärts.
Nur diese einzige wache Freude:
wenn von den Stollen an den Hufen der Pferde
ab und zu ein warmer Feuerfunke springt.
Vor uns gähnt ein dunkles Gebirge
von dessen Gipfel wir heut noch schießen müssen.
Aber es ist noch weit.
Inzwischen fällt ein Pferd um. Ein Mann fällt um.
Am Wegrand ragt ein Kreuz an dem ein Christus friert.

Oskar Kanehl: Nacht vor Sturm

Oskar Kanehl
(* 5. Oktober 1888 in Berlin bis † 28. Mai 1929 in Berlin)

Nacht vor Sturm

Tage und Nächte hat uns Artilleriefeuer betäubt.
In uns ist es unendlich tot.
Unser Leben ist längst ohne Sinn.
Der gestern neben mir lag, sagte mir leise:
Du, ich schieße nicht.
Da sprengte ihm ein Splitter,
der nichts von Menschenliebe weiß, den Schädel.
Diese Nacht ist tiefer und grauenvoller als alle Nächte.
Morgen werden wir aus den Gräben springen.
Zum Sturm. Es ist alles bereit.
Manche schlafen noch einen zufriedenen Schlaf.
Die müssen keine Seele mehr haben.
Ich fühle in der unheimlichen Dunkelheit
das spärliche Denken der Kameraden.
Sprache verliert. Tierischer Gleichmut.
Wir sind beherrscht von dem Befehl
den uns der Nachbar zurufen wird.
Atemnot. Dunkelheit. Feuer und dumpfes Einschlagen.
Drüben in den feindlichen Drahtverhauen
hängen schon die vierte und fünfte.
Nun gehts an unsre Kompagnie.
Uns friert so. Nicht aus Angst.
Aber vor diesem fremden Sterben.
O! Betet eine Frau für mich?
Ich bringe eine letzte Mühe auf, leben zu wollen.

Daniel Georg Morhof: Er klaget wegen der bösen Kriegszeit / und bittet umb des Krieges Abwendung

Daniel Georg Morhof
(* 6. Februar 1639 † 30. Juli 1691)

Er klaget wegen der bösen Kriegszeit /
und bittet umb des Krieges Abwendung

Ach / wo will die Welt hinaus!
Dieses schnöde Buben-Haus /
Das dem Laster Leben
Auff den Grund ergeben!
Sieht man doch
Jmmer noch /
Sich mit starcken Zügen
Alle Welt bekriegen.
Daniel Georg Morhof: Er klaget wegen der bösen Kriegszeit / und bittet umb des Krieges Abwendung weiterlesen

Oskar Kanehl: Unterwegs

Oskar Kanehl
(* 5. Oktober 1888 in Berlin bis † 28. Mai 1929 in Berlin)

Unterwegs

Es reißt mich in Nacht.
Aus ihrem Schacht
in den Viehwagen winkt
der Mond leichenfarb.
Leuchtest mir zum frühen Tod.
Kameraden betäuben sich.
Lieder sind lauter als Schmerz.
Ein paar sind schon Tiere.
Aus Augen und Maul
speien sie Rauflust.
Mancher sitzt stumm
und bedenkt noch.
Oder gräbt sich
sinnlos ins Dunkel.
Wir fliegen über helle Bahnsteige
wo Landsturm Spionen lauert.
Über Flüsse und Städte.
Immer tiefer in Nacht.
Ich hab keine Mutter mehr.
Von meinen Brüdern weiß ich nichts.
Ich bin Soldat und werde Mörder sein.
Blut durchsickert mein Herz.
Blut und Blut.
Bis es stickt.

Friedenseiche und Gedenkstein Friede 1871 im Vieburger Gehölz

Friedenseiche und Gedenkstein 1871 Vieburger Gehölz
Friedenseiche und Gedenkstein 1871 Vieburger Gehölz
Friedenseiche und Gedenkstein im Vieburger Gehölz in Kiel.
Der Gedenkstein hat die Inschrift Friede 1871. Er erinnert an das Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-1871.

Die Pflanzung von Stiel-Eichen (Quercus robur L.) und oft auch die Aufstellung von Gedenksteinen geschah an vielen Orten Deutschlands. In Hassee gibt es eine weitere: Uhlenkrog / Hasseer Straße mit einem Gedenkstein mit der Jahreszahl 1870/71. Auch in der Gemeinde Flintbek ist einer zu finden.

Walter Hasenclever: Die Mörder sitzen in der Oper

Walter Hasenclever
(* 8. Juli 1890 in Aachen bis † 21. Juni 1940 in Les Milles)

Die Mörder sitzen in der Oper

Zum Andenken an Karl Liebknecht

Der Zug entgleist. Zwanzig Kinder krepieren.
Die Fliegerbomben töten Mensch und Tier.
Darüber ist kein Wort zu verlieren.
Die Mörder sitzen im Rosenkavalier.
Walter Hasenclever: Die Mörder sitzen in der Oper weiterlesen