Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Anbau im Moor-Paradies: Im Wilden Moor bei Schwabstedt wird wieder gebaggert
Das Wilde Moor bei Schwabstedt ist seit seiner Wiedervernässung in den Jahren 2014 bis 2016 eines der schönsten Moore Schleswig-Holsteins und mit dem Infopfad ein beliebtes Ausflugsziel. Von einem Bohlenweg aus kann man die moortypischen Pflanzen und Tiere hautnah beobachten. Mit etwas Glück und scharfem Blick lassen sich die die majestätishen Kraniche beobachten und sie trompeten hören.
Es gibt noch was zu tun
Doch auch in dieser vermeintlichen Idylle ist noch nicht alles perfekt. Während im Kernbereich des Wilden Moores durch die Renaturierimgsmaßnahmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Wasser verlässlich gehalten wird, fließt es in den Randbereichen immer noch ab. Gräben und unterirdischen Drainagen leiten das kostbare Nass aus dem Moor, was zur Folge hat, dass diese Bereiche viel zu trocken sind. Viel potentieller Lebensraum für moortypische Arten geht verloren. Zudem erhöht dieser Unterschied zwischen Innenteil und Außenbereich den Wasserdruck auf die vorhandenen Wälle, die das Wasser halten.
Das wird Projektleiterin Cordula Knabe von der Stiftung Naturschutz jetzt ändern. Ab dem Montag, 09. November 2026 rücken die Bagger an, um im ersten Randbereich im nördlichen Teil des Wilden Moores auf einer Fläche von 45 Hektar den optimalen Wasserstand wiederherzustellen. Die speziell für das Moor ausgelegten Maschinen mit extra breiten Ketten buddeln Drainagen aus oder machen sie funktionsunfähig und verschließen Entwässerungsgräben. So bleibt das Wasser zukünftig im Moor.
Ziel sind abwechslungsreiche, moortypische Strukturen mit feuchten Offenland-Bereichen und Moorwaldbereichen. Ist dieser Bereich wieder nass, können ihn die seltenen Pflanzen und Tiere aus dem zentralen Bereich des Moores für sich erobern. Darunter auch die CO2-speichernden Torfmoose sowie zahlreiche Vogelarten, die Röhrichte oder Weidengebüsche nutzen.
In den kommenden Jahren sollen so Stück für Stück weitere Außenbereiche umgebaut werden, bis das Moor-Paradies wirklich fertig vernässt ist.
„Wir vollenden jetzt, was wir vor zehn Jahren erfolgreich begonnen haben. Direkt nebenan kann jeder sehen, wie toll sich ein wiedervernässtes Moor entwickeln kann. Das motiviert uns, jetzt auch noch die Randbereiche so umzubauen, dass sich irgendwann überall im Wilden Moor der Wasserstand wieder auf einem natürlichen Niveau einpendelt. Die Arbeit lohnt sich!“