Erfolg für den Küstenvogelschutz in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Kleine Küken, große Erfolge: Seltene Küstenvögel erobern neue Brutplätze an der Ostsee

Großer Erfolg für den Küstenvogelschutz in Schleswig-Holstein: Im Stiftungsland Oehe-Schleimünde sind in diesem Sommer 14 junge Zwergseeschwalben flügge geworden. Auch bis zu zwölf junge Sandregenpfeifer haben ihre ersten Flugversuche erfolgreich gemeistert. Gleichzeitig hat sich am Sehlendorfer Binnensee eine neue Brutkolonie der seltenen Zwergseeschwalbe angesiedelt.

Gute Nachrichten von Schleswig-Holsteins Ostseeküste: Dank gezielter Schutzmaßnahmen konnten seltene Küstenvögel in mehreren Stiftungsland-Gebieten erfolgreich Nachwuchs großziehen. Besonders erfreulich verlief die Brutsaison 2026 im Stiftungsland Oehe-Schleimünde. Dort wurden nach den Beobachtungen des Brutvogelmonitorings insgesamt 14 junge Zwergseeschwalben flügge. Auch zehn bis zwölf junge Sandregenpfeifer schafften den Sprung in die Selbstständigkeit.

Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung

Zwergseeschwalben brüten direkt auf offenen Sand- und Kiesflächen. Ihre gut getarnten Nester sind besonders gefährdet, etwa durch Steinmarder oder Rabenkrähen. Deshalb setzen die Küstenvogelschützer*innen auf mobile Schutzzäune und weitere Schutzmaßnahmen.

Im Frühjahr 2026 wurde in Oehe-Schleimünde ein zusätzlicher, besonders gesicherter Schutzzaun errichtet. Als Ende Mai weitere Zwergseeschwalben-Nester außerhalb der geschützten Bereiche entdeckt wurden, reagierten Naturschutzteams und Ehrenamtliche sofort und bauten einen weiteren rund 150 Meter langen Schutzzaun. Der Einsatz zahlte sich aus: Aus insgesamt 14 geschützten Gelegen schlüpften 34 Küken, von denen 14 Jungvögel flügge wurden.

„Die Ergebnisse zeigen, wie viel gezielter Schutz bewirken kann“, sagt Oliver Granke, Projektleiter der Wiesen- und Küstenvogelschutzprojekte bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Nach den hohen Verlusten der vergangenen Jahre seien Maßnahmen angepasst und Schutzbereiche erweitert worden.

Auch der Sandregenpfeifer profitiert

Für den Sandregenpfeifer war 2026 ebenfalls ein erfolgreiches Jahr. Zehn Brutpaare zogen ihre Küken im Untersuchungsgebiet groß. Aus neun überwachten Gelegen schlüpften 31 Küken. Nach Einschätzung der Fachleute erreichten schließlich zehn bis zwölf Jungvögel das flugfähige Alter.

Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie wichtig ein konsequenter Schutz bleibt. Während geschützte Bereiche gute Bruterfolge verzeichneten, wurden außerhalb der Schutzzäune zahlreiche Nester von Fressfeinden geplündert. Das Monitoring liefert damit wertvolle Hinweise, wie Schutzmaßnahmen künftig weiter verbessert werden können.

Neue Brutkolonie am Sehlendorfer Binnensee

Auch am Sehlendorfer Binnensee im Kreis Plön gibt es Grund zur Freude. Dort wurden in den vergangenen Jahren große Flächen von der invasiven Kartoffelrose befreit. Die neu entstandenen offenen Sandflächen lockten prompt Zwergseeschwalben an: Bereits im Frühjahr siedelten sich 17 bis 20 Brutpaare an. Ein Schutzzaun half dabei, den Bruterfolg der Vögel zu sichern. Auch Sandregenpfeifer und Austernfischer nutzten das Gebiet als Brutplatz.

Mit Oehe-Schleimünde und dem Sehlendorfer Binnensee haben sich damit zwei weitere bedeutende Brutstandorte für Zwergseeschwalben an Schleswig-Holsteins Ostseeküste etabliert. Die seltenen Küstenvögel verteilen sich damit auf mehr Gebiete entlang der Küste, was ihre Bestände langfristig stabilisieren kann.

Better Bird LIFE stärkt den Küstenvogelschutz

Die Maßnahmen sind Teil des EU-geförderten Projekts „Better Bird LIFE“. Gemeinsam mit Partnerorganisationen verbessert die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Lebensräume für bedrohte Küsten- und Wiesenvögel. Dazu gehören unter anderem die Entfernung invasiver Pflanzenarten, angepasste Beweidung, Schutzzäune sowie künstliche Brutinseln und Brutflöße. Das Projektvolumen beträgt 8,4 Millionen Euro und wird durch das EU-Programm LIFE Nature kofinanziert.

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