Aus Klimakrise wird Versicherungskrise: urgewald fordert bezahlbare Lösungen für Hausbesitzer*innen

Transparenz ist Grundlage von Mitbestimmung
Transparenz
Pressemitteilung von urgewald e.V.
Mit voranschreitender Klimakrise steigen die wirtschaftlichen Schäden durch Extremwetterereignisse immer weiter an. Allein für das Jahr 2024 bezifferte der Rückversicherer Munich Re die globalen Schäden durch Naturkatastrophen auf 320 Milliarden US-Dollar.
Aus Klimakrise wird Versicherungskrise: urgewald fordert bezahlbare Lösungen für Hausbesitzer*innen weiterlesen

Theodor Däubler: Die Buche

Theodor Däubler
(* 17. August 1876 † 13. Juni 1934)

Die Buche

Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub.
Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken,
Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken,
Ich bin das Laub, die Krone überm Staub.
Theodor Däubler: Die Buche weiterlesen

Rainer Maria Rilke: Aus einem April

Rainer Maria Rilke
(* 4. Dezember 1875 in Prag bis † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz)

Aus einem April

              Wieder duftet der Wald.
  Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war,-
  aber nach langen, regnenden Nachmittagen
              kommen die goldübersonnten
              neueren Stunden,
  vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
              alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.
Rainer Maria Rilke: Aus einem April weiterlesen

Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Das Gottesauge

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Das Gottesauge

Der Polizeibericht nannte ihn einen Gewerbetreibenden. Aber er hatte die Schlüssel seines kleinen und armseligen Lädchens in der Vorstadt schon vor zwei Jahren einem Nachfolger übergeben und der sie wieder dem seinen; denn es war kein Geschäft zu machen in dieser Gegend zwischen den Filialen der großen und angesehenen Firmen, die so billig waren. So daß, wenn der Sechsundsechzigjährige von der Schlafstelle, die er bei entfernten Verwandten innehatte, die Straße entlang kam, den einen Fuß nicht vom Pflaster erhebend, sondern in einem leise schlurrenden Geräusch vor sich hinschiebend, denn die Kniekehle schmerzte unter einer ständigen Entzündung: daß er da also nicht einmal wußte, wer hinter der Tür mit den von ihm dort einmal angenagelten, nun abgestoßenen Emailschildern, wer hinter dem Ladentisch das Mehl auswog und die Bonbons für zwei oder drei Pfennig in die schmierigen Hände der Kinder schob.
Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Das Gottesauge weiterlesen

Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Der Dichter

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Der Dichter

              Eine Legende

Es war einmal ein junger Mann, der fühlte in sich die Kraft, ein großer und göttlicher Dichter zu werden. Er war sehr glücklich über dieses Bewußtsein und pflegte und hütete es wie einen Schatz. Wie hat mich Gott gesegnet, dachte er; meine Eltern haben in Armut und Sorge für das Tägliche um meinetwillen ihr Leben verbracht. Wie will ich ihren Abend verschönern mit dem Glanz meiner Lieder und der tieferen Weisheit dessen, was Gott mir zu sagen gebieten wird, wenn es Zeit ist. – Aber die Zeit verging und Gott gebot nicht. Die Eltern starben in Armut und Dunkel, wie sie gelebt hatten.
Maria Luise Weissmann: Gesammelte Dichtungen | Der Dichter weiterlesen