Dithmarschen: Lückenschluss bei der Vernässung des Großen Moores bei Dellstedt

Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Moor-Puzzle bei Dellstedt: Wichtiger Lückenschluss bei der Vernässung des Großen Moores für Natur und Klima

Zwischen Dellstedt und der Eider liegt das „Große Moor“ mit einer Ausdehnung von insgesamt 362 Hektar, das die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein seit 2011 Schritt für Schritt wiedervernässt. Ziel ist es, das wichtige Hochmoor wieder als Lebensraum für seltene Arten und als Kohlenstoffspeicher zu ertüchtigen.

Jetzt ist ein Meilenstein auf dem Weg der Renaturierung gelungen: Durch eine private Spende konnte eine große Grünlandfläche, die wie ein fehlendes Puzzlestück trocken im Herzen des Moores lag, angekauft und so für die Vernässung gewonnen werden. Damit schließt sich eine Lücke inmitten bereits erfolgreich vernässter Flächen.

Denn während ringsherum bereits die Torfmoos-Teppiche CO2 aus der Luft filtern, der fleischfressende Sonnentau Insekten fängt, die Moorfrösche blubbern und die Kraniche brüten, wurde dieser Moor-Bereich, wie die meisten in Schleswig-Holstein, bisher mit Drainagen und Gräben entwässert. Das führt dazu, dass der trockene Torfboden jede Menge CO2 ausstößt, der Boden immer weiter sackt und die seltenen, moortypischen Arten fast verschwunden sind.

Umbauarbeiten gestartet

Seit dieser Woche rücken im Auftrag der Stiftung Naturschutz die Bagger an, um auf gut 20 Hektar die Entwässerungs-Infrastruktur zurückzubauen und dem Moorboden das Wasser zurückzugeben. Dafür graben sie unterirdische Drainagen aus oder machen sie unbrauchbar, verschließen Entwässerungsgräben und bauen wo nötig Torf-Wälle. Alles, damit das Wasser zukünftig im Gebiet bleibt, anstatt abzufließen.

Ist der Boden erst wieder ganzjährig nass, können die Tiere und Pflanzen auch diesen Bereich als Lebensraum zurückerobern. Die Chancen dafür stehen gut, dass die moortypischen Arten wie Moorfrösche, Blaukehlchen und Braunkehlchen schnell den Sprung aus dem benachbarten Vorzeige-Moor in das dann neu vernässte Gebiet schaffen.

Enno Meinusch freut sich über den weiteren Trittstein für die seltenen Tiere und Pflanzen: „Rund um den Bereich, den wir jetzt umbauen, hat die Stiftung Naturschutz bereits erfolgreich Moor-Flächen vernässt. Jetzt schließen wir eine Lücke zwischen diesen Gebieten.

Damit wächst ein größerer, zusammenhängender Lebensraum. Wir bauen weiter an der grünen Infrastruktur Schleswig-Holsteins.“

Die Bauarbeiten sollen Ende des Winters abgeschlossen sein, so dass bereits im Frühjahr die Pflanzen sprießen und die Tiere aus der direkten Nachbarschaft umgebauten Bereich besiedeln können.
Eine Vernässung weiterer Teile des Moorgebiets weiter im Süden sind bereits in Planung. So fügt sich Puzzlestein zu Puzzlestein und das Große Moor wird langsam wieder ein intaktes Hochmoor, das der Natur, dem Klima und den Menschen in der Region von Nutzen ist.

Geplant wurden die aktuellen Maßnahmen von dem Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider GmbH. Die bauliche Umsetzung findet durch die Firma Ehlers aus Dellstedt statt. Das Gebiet gehört zum großen Europäischen Vogelschutzgebiet „Eider-Treene-Sorge-Niederung“, dessen Ziele bei der Planung berücksichtigt wurden. Es profitieren vor allem Brutvögel, die feuchte Brachen brauchen.

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