Theodor Däubler: Winter

Theodor Däubler
(* 17. August 1876 † 13. Juni 1934)

Winter

Geduldig ist der Wald,
Behutsamer der Schnee,
Am einsamsten das Reh.
Ich rufe. Was erschallt?
Der Widerhall macht Schritte.
Er kehrt zurück zu seinem Weh:
Das kommt heran wie leise Tritte.
Er findet mich in meiner Mitte.
Warum hab ich den Wald gestört?
Vom Schnee ward nichts gehört.
Hat sich das Reh gescheut?
Wie mich das Rufen reut.

Oskar Kanehl: Nacht vor Sturm

Oskar Kanehl
(* 5. Oktober 1888 in Berlin bis † 28. Mai 1929 in Berlin)

Nacht vor Sturm

Tage und Nächte hat uns Artilleriefeuer betäubt.
In uns ist es unendlich tot.
Unser Leben ist längst ohne Sinn.
Der gestern neben mir lag, sagte mir leise:
Du, ich schieße nicht.
Da sprengte ihm ein Splitter,
der nichts von Menschenliebe weiß, den Schädel.
Diese Nacht ist tiefer und grauenvoller als alle Nächte.
Morgen werden wir aus den Gräben springen.
Zum Sturm. Es ist alles bereit.
Manche schlafen noch einen zufriedenen Schlaf.
Die müssen keine Seele mehr haben.
Ich fühle in der unheimlichen Dunkelheit
das spärliche Denken der Kameraden.
Sprache verliert. Tierischer Gleichmut.
Wir sind beherrscht von dem Befehl
den uns der Nachbar zurufen wird.
Atemnot. Dunkelheit. Feuer und dumpfes Einschlagen.
Drüben in den feindlichen Drahtverhauen
hängen schon die vierte und fünfte.
Nun gehts an unsre Kompagnie.
Uns friert so. Nicht aus Angst.
Aber vor diesem fremden Sterben.
O! Betet eine Frau für mich?
Ich bringe eine letzte Mühe auf, leben zu wollen.

Infrastruktur-Zukunftsgesetz schwächt Klagerechte

Pressemitteilung des BUND S-H
Wer Klagen einschränkt, verdeckt Planungsfehler
+++ Infrastruktur-Zukunftsgesetz würde gerichtliche Kontrolle und Verbandsklagerecht bei Autobahnneubau schwächen
+++ BUND SH fordert die Landesregierung Schleswig-Holstein zur Ablehnung des Gesetzes im Bundesrat auf
Infrastruktur-Zukunftsgesetz schwächt Klagerechte weiterlesen

Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest | Abenteuer

Maria Luise Weissmann
(* 20. August 1899 in Schweinfurt bis † 7. November 1929 in München)

Abenteuer

Nun hat der weite Weg mich ganz verloren,
Wie floh mich Anfang, Ende und die Mitte!
Ich bin in einem tiefen Kreis geboren,
Ich höre meine leichten Schritte
In einem fernen Lande widerhallen,
Ich höre meine leisen Worte
In eine dunkle Stille niederfallen,
Ich schreite durch viel fremde Orte,
Fühl mich gehalten, stille, wie zu Haus,
Und muß doch gehn, und gehe wie für immer,
Und schau nach meiner Rückkehr lächelnd aus –
Ich weiß so viel: Ich kenne schon das Zimmer,
Der blauen Ampel süß gestilltes Licht,
Ich hörte schon vor tausend Jahren diese Stimme,
Wie sie mir zitternd das Willkommen spricht.

Maria Luise Weissmann: Das frühe Fest. Gedichte.

(Verlinkte chronologische Liste aller Gedichte des Lyrik-Bandes)
Pasing bei München, Bachmair 1922. 43 S.
Die Gedichte entstanden von 1918 bis 1920.

Schneelast: Bruchgefahr für Bäume

Schneelast drückt Linden und andere Bäume
Schneelast drückt Linden und andere Bäume
Schneelast kann nicht nur Dächer zum Einsturz bringen: Auch Bäume sind gefährdet.

Die gilt insbesondere für Regionen, die meist keine großen Schneemengen im Winter erleben. Das wintermilde Schleswig-Holstein ist dafür ein Beispiel.
Schneelast: Bruchgefahr für Bäume weiterlesen