Pressemitteilung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Meilenstein erreicht: Projekt Klimafarm vernässt seine bisher größte Moorfläche
Gleich 60 Hektar Moor an der Wallener Au zwischen den Gemeinden Wallen und Delve im Kreis Dithmarschen macht das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz wieder nass. Ab nächster Woche rollen große Bagger in das Gebiet, die Entwässerungsrohre entfernen, Gräben verfüllen und Grabenstaue einbauen. Hinzu kommt ein etwa ein Kilometer langer und 70 cm hoher Wall.
„Wir wollen höhere Wasserstände erreichen, vor allem in den trockenen Sommermonaten“, erklärt Wiebke Schuster, die zuständige Moorvernässungs-Expertin des Projekts. „So können wir den bis zu sieben Meter mächtigen Torfboden erhalten und vermeiden, dass er weiter absackt und als CO2 in die Atmosphäre entweicht“, so Schuster.
Nach Abschluss der Arbeiten hat die Klimafarm bereits 250 Hektar trockengelegtes Moor in der Eider-Treene-Sorge-Region wiedervernässt. Bis 2031 sollen es planmäßig 400 Hektar werden. „Damit haben wir zur Hälfte unserer Projektlaufzeit dieses Jahr, über die Hälfte der Projektmoore umgebaut. Das ist ein Riesen-Gewinn für die natur- und klimafreundliche, nasse Moorbewirtschaftung“, freut sich Schuster über den Meilenstein.
Ziel des Versuchsprojekts Klimafarm ist es, die von alleine wachsenden Pflanzen im Moor abzuernten. Mit dem gewonnenen Rohstoff versucht das Team eine Wertschöpfung aufzubauen, die neue Einkommensperspektiven für die Landwirtschaft in Moorregionen schaffen soll. Zu den bisher verfolgten Ansätzen zählt zum Beispiel die Verarbeitung zu biobasierten Kunststoffen oder Verpackungsmaterial.
Eine Beeinträchtigung von Straßen oder Nachbarflächen entsteht durch die, voraussichtlich bis Mitte Januar andauernde Maßnahme an der Wallener Au nicht.
Die Klimafarm ist ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK).